Antibiotika-Resistenzen national bekämpfen

5. April 2011, 09:06
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Eine Vielzahl von Maßnahmen kann die Verbreitung gegen Arzneimittel unempfindliche Bakterien bremsen

Wien/Genf - Der Weltgesundheitstag 2011 am 7. April widmet sich dem Thema der "antimikrobiellen Resistenz", dem Umstand, dass Bakterien vor allem bei zu häufigem und falschem Gebrauch von Antibiotika in der Medizin und in der Viehzucht gegen diese Arzneimittel unempfindlich werden. An sich - so die Weltgesundheitsorganisation (WHO) - ist das "ein zu erwartender natürlicher Mechanismus". Er beruht auf natürlichen Selektionsmechanismen, die eben "fittere" Mikroorganismen überleben lässt.

Die Bakterien erwerben in der Folge von Mutationen die Fähigkeit, die Wirksubstanzen zu spalten oder aber aus ihren Zellen hinaus zu befördern. Solche Veränderungen im Erbgut werden auch zwischen verschiedenen Bakterienarten ausgetauscht. Diese Mechanismen sind beherrschbar, sofern antimikrobielle Substanzen in angemessener Weise eingesetzt beziehungsweise alternative Strategien zu deren Bekämpfung angewendet werden. Das beginnt bei der Hygiene und reicht bis zur zielgenauen Auswahl von Antibiotika auf Basis von Resistenzuntersuchungen.

Die WHO: "Die Bekämpfung und Prävention von Antibiotikaresistenz ist komplex, und es sollten eine Vielzahl verschiedener Sektoren beteiligt sein. Sie setzt ein umfassendes und abgestimmtes nationales Konzept voraus." Dieses sollte folgende Elemente beinhalten:

- Verbesserung der Überwachung von Resistenzen, so dass eine Datenerhebung sichergestellt und die Situation bekannt ist

- Kontrolle des Einsatzes von Antibiotika

- Förderung eines umsichtigen Einsatzes von Antibiotika in allen betroffenen Sektoren

- Verbesserung von Hygiene und Infektionsprävention in Krankenhäusern

- Investitionen in neue Arzneimittel und Instrumente

- Sensibilisierung der Öffentlichkeit

Bei der Eindämmung von Antibiotikaresistenzen kommt somit der Öffentlichkeit, den verschreibenden Ärzten, der Politik, der pharmazeutischen Industrie und der Viehwirtschaft eine gleichermaßen bedeutende Rolle zu. Das Problem liegt allerdings darin, dass Antibiotika-Resistenzen oft lokale Probleme sind und es somit - zum Beispiel national - keine einfache Maßnahme gibt, welche quasi als "Allheilmittel" funktionieren könnte. Umgekehrt halten sich Bakterien - erst recht nicht resistente - nicht an nationale Grenzen. Sie können mit Reiseaktivitäten, via Medizin-Tourismus und Migration weltweit verschleppt werden. (APA/red)

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