Elefantenfische wurden durch Sprache artenreich - Tomatenkonsum hilft nicht gegen Raucherlungen

29. April 2011, 18:01
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Elefantenfische wurden durch Sprache artenreich

Washington - Dass sich Tiergruppen in verschiedene Arten aufspalten, hängt nach gängiger Evolutionslehre vor allem auch an der Beschaffenheit der Umwelt. Doch nun zeigt eine Studie an Elefantenfischen, die sich mittels elektrischer Signale verständigen, dass auch die Kommunikation zwischen Tieren Artbildung beschleunigen kann. Wie die Forscher um Bruce Carlson im Wissenschaftsmagazin "Science" (Bd. 332, S. 583) berichten, gibt es es enge Zusammenhänge zwischen der Hirnentwicklung, der Ausbildung der elektrischen Sinnesorgane und dem Artenreichtum.

Tomatenkonsum hilft nicht gegen Raucherlungen

Mannheim - Paradeiser schützen nicht vor Raucherschäden. Das zeigt eine neue Studie, die am Freitag auf der 77. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie vorgestellt wurde. Die in Paradeisern enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe haben sich in Experimenten zwar als potenziell günstig erwiesen. Doch Gefäßbeeinträchtigungen, die durch das Rauchen entstehen, lassen sich durch Tomatenkonsum nicht ausgleichen. (DER STANDARD, Printausgabe, 30. 4./1.5. 2011)


Etikette? Aufhalten der Tür könnte Energiespargründe haben

Philadelphia - Ein in der Wissenschaft nicht gerade überforschtes Thema ist das Tür-Aufhalten. Diese Lücke haben nun Forscher der University of Pennsylvania geschlossen und vertreten im Fachblatt "Psychological Science" eine eher überraschende These: Sie behaupten nach eingehenden Studien nämlich, dass Menschen, die anderen die Türe aufhalten, nicht nur eine Geste der Höflichkeit setzen, sondern damit unbewusst auch versuchen, Arbeitsaufwand und Energie möglichst gering zu halten. Sehr freundlich! (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 29. 4. 2011)

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Psychological Science: "Holding Doors for Others"


Physiker produzieren schwerste Antimaterie

Physiker haben einen Meilenstein bei der Erforschung von Antimaterie erzielt: Sie produzierten die schwersten jemals nachgewiesenen Antimaterie-Atomkerne. Die Kerne von Antihelium-4 wurden am Brookhaven National Laboratory (US-Bundesstaat New York) erzeugt, indem Goldionen aufeinander geschossen wurden.

Wie die Forscher in Nature (24. 4., online) berichten, sei die Energiedichte ähnlich hoch gewesen wie kurz nach dem Urknall vor rund 13 Milliarden Jahren, bei dem sich Materie und ihr Gegenstück, die Antimaterie, bildeten. Materie und Antimaterie sollten sich der Theorie zufolge sofort auslöschen: Treffen sie zusammen, zerstrahlen sie zu Energie. (APA, red/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.4. 2011)

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Nature: "Observation of the antimatter helium-4 nucleus"


Large Hadron Collider bricht nächsten Rekord

Genf/Wien - Nun hat der Teilchenbeschleuniger LHC (Large Hadron Collider) des Cern in Genf dem Konkurrenten Tevatron in Chicago einen der letzten Weltrekorde abgejagt. In der Nacht auf Freitag erreichte der Teilchenstrahl erstmals eine höhere Intensität bzw. Luminosität als die US-Konkurrenz. Das bringt noch mehr Teilchen-Kollisionen und mehr Chancen auf Entdeckungen.

Harvard-Psychologe Marc Hauser darf nicht lehren

Cambridge/Boston - Zurzeit ist der prominente Harvard-Kognitionsforscher Marc Hauser beurlaubt, um an seinem Buch über das Böse zu arbeiten. Vor allem aber hatte ihn seine Uni des wissenschaftlichen Fehlverhaltens überführt. Das ist schuld daran, dass Hauser auch im nächsten Jahr nicht unterrichten darf, wie der "Boston Globe" berichtet. 

Schimpansen-Geburt ist gleich wie bei Menschen

London - Wieder etwas, das Menschen nicht mehr exklusiv haben und sich mit Schimpansen teilen müssen: Japanische Forscher berichten in den "Biology Letters" der Royal Society, dass auch die Menschenaffen ihren Nachwuchs mit dem Gesicht verkehrt herum zur Welt bringen. Den Primatologen gelangen die seltenen Beobachtungen aufgrund ihrer besonderen Nähe zu den Schimpansen. Sie teilten sogar auch die Schlafplätze mit den Tieren. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 23.-25. 4. 2011)


Eisfund am Mars deutet auf dickere Atmosphäre hin

Washington - Die Lufthülle unseres Nachbarplaneten Mars dürfte früher einmal dicker und staubiger gewesen sein als man angenommen hat. Das behaupten US-Astronomen im US-Wissenschaftsmagazin Science (online) nach Analyse eines riesigen Trockeneisfundes am Südpol, der wiederum durch Fotos der Sonde Mars Reconnaissance Orbiter offenbar wurde. Die Eismengen stützen Hinweise, dass der Rote Planet vor sehr langer Zeit eine dichtere Kohlendioxidatmosphäre und fließende Gewässer gehabt habe, so die Wissenschafter. (APA, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22. April 2011)


Fingerlänge gibt Hinweis auf Männer-Attraktivität

Ein Blick auf die Finger von Männern kann Auskunft darüber geben, wie attraktiv sein Gesicht auf Frauen wirkt, behauptet ein britsch-schweizerisches Psychologenteam in den Proceedings of the Royal Society B. Die Forscher maßen bei 49 britischen Studenten das Verhältnis von Zeige- zu Ringfinger und zeigten 84 Frauen Fotos von den Gesichtern der Männer. Ergebnis: Ist der Ringfinger im Vergleich zum Zeigefinger besonders lang, lässt das auf symmetrische und also attraktive Gesichtsformen schließen. Die Ursache sei viel vor- und nachgeburtliches Testosteron. Die Forscher fanden hingegen keinen Zusammenhang zwischen Fingerlängen und attraktiver Stimme oder Körpergeruch. (tasch)

Hoher Goldpreis schadet dem Regenwald in Peru

Der immer weiter steigende Goldpreis hat die Zerstörung von Amazonas-Regenwäldern im peruanischen Departement Madre de Dios durch illegale Goldsucher in wenigen Jahren versechsfacht. Zwischen 2003 und 2009 hätten die mit primitiver Technik arbeitenden Goldgräber allein in den zwei größeren Schürfgebieten Guacamayo und Colorado-Puquiri 7000 Hektar unberührten und extrem artenreichen Regenwald zerstört, schreibt Jennifer Swenson von der US-Universität Duke im Online-Blatt PLoS ONE. (APA, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20. April 2011)


Broccoli hilft auch bei beeinträchtigten Lungen

Washington - Das von George W. Bush verschmähte Gemüse ("I do not like Broccoli") beugt nicht nur Krebs vor. Jetzt berichten US-Mediziner, dass Broccoli einen Wirkstoff enthält, der schädlichen Bakterien in den Lungenflügeln den Garaus macht, wie die Forscher im Fachblatt "Science Translational Medicine" schreiben. Insbesondere Menschen, die an der Chronische obstruktiven Lungenkrankheit (COPD) leiden, könnten von dem Wirkstoff profitieren. Entsprechenden Medikamente werden bereits klinisch getestet. (tasch)

Science Center "Welios" in Wels eröffnet

Wels - Das "Welios", nach eigenen Angaben Österreichs erstes und größtes Science Center, ist am Freitag in Wels nach 13 Monaten Bauzeit eröffnet worden. (DER STANDARD, Printausgabe, 16./17. 4. 2011)

Sydney - Buckelwale haben eine Schwäche für Ohrwürmer, behaupten australische Biologen der Universität Queensland im Fachjournal Current Biology. Offenbar kopieren die Männchen in der Paarungszeit besonders eingängige Songs von ihren Nebenbuhlern. So verbreiten sich die Hits über tausende Kilometer im Ozean. Auffällig sei dabei, dass sich die Songs in östlicher Richtung verbreiten. (APA, red)

Blütenfarbe und Duft sind für Falter gleich wichtig

Bern - Um die Frage zu klären, ob für Falter die Farbe oder der Geruch von Blütenpflanzen wichtiger ist, züchteten Biologen von der Uni Bern neue Petunien: rote, die stark duften (was sie normalerweise nicht tun), und weiße, bei denen es genau umgekehrt ist. Im Versuch konnten sich die Tabakschwärmer, die in der Natur die weiß duftenden Blüten bevorzugen, nicht mehr eindeutig entscheiden, so die Forscher im Fachblatt Current Biology. (APA, red/DER STANDARD, Printausgabe, 15.04.2011)


Omega-6-Fettsäuren schützen vor der Kälte

Wien - Ungesättigte Omega-6-Fettsäuren schützen Zellen unter anderem vor Kälte. Ein Team von Wissenschaftern der Veterinärmedizinischen Universität Wien berichtet im online-Wissenschaftsmagazin "PLoS ONE", dass sich bei Murmeltieren der Gehalt an Omega-6-Fettsäuren vor Beginn der Winterschlafperiode deutlich erhöht, unabhängig von der direkt mit der Nahrung aufgenommenen Menge an ungesättigten Fettsäuren. Die Forscher vermuten ähnliche Mechanismen auch bei anderen Säugetieren und dem Menschen. 

Hirnschrumpfung lange vor Alzheimer-Ausbruch

Boston/Chicago - Verminderungen der Hirnsubstanz zeigen sich womöglich schon fast ein Jahrzehnt bevor erste Symptome einer Alzheimer-Demenz auftreten. US-Forscher aus Boston und Chicago untersuchten für ihre Studie im Fachjournal "Neurology" Gehirne von Menschen, die keine Anzeichen für Alzheimer hatten, und begleiteten die Studienteilnehmer über Jahre. Menschen mit weniger Hirnsubstanz in bestimmten Regionen hatten ein dreifach höheres Erkrankungsrisiko als Probanden, deren Hirne in diesen Bereichen überdurchschnittlich groß waren. (DER STANDARD, Printausgabe, 14. 4. 2011)


Pinguinschwund dürfte am Krillmangel liegen

Washington - In den vergangenen Jahren sind die Bestände der Adelie- und Zügelpinguine in der Westantarktis um bis zu 50 Prozent geschrumpft. Schuld daran dürfte nach einer neuen Studie (in PNAS) der Rückgang des Krills im Südpolarmeer sein. Die Dichte der Kleinkrebse sei unter anderem durch den Klimawandel um 80 Prozent reduziert. (tasch)

Frauenstimmen verändern sich doch nicht periodisch

Washington - Schwankt sie oder schwankt sie nicht? Die Rede ist von der Stimme der Frauen über den Monatszyklus hinweg. Einige Forscher vermeinten gehört zu haben, dass sie höher wird, wenn der Eisprung näherrückt. US-Forscher Neal Latman behauptet nun nach Tonaufzeichnungen, dass sich nichts ändert. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12. April 2011)


Starkbeben kann es fast immer und überall geben

Wien - Erdbeben, wie sie im September 2010 und Februar 2011 in der Nähe der Stadt Christchurch (Neuseeland) stattfanden, sind praktisch immer und überall möglich, also auch in vermeintlich erdbebensicheren Gegenden. Das erklärten Geowissenschafter bei der noch bis heute in Wien stattfindenden Jahrestagung der Europäischen Geowissenschaftlichen Union (EGU). Ursache für die beiden Beben war eine bis dato unbekannte Verwerfung, die 16.000 Jahre lang seismisch inaktiv war. Diese Erkenntnis sollte auch bei der aktuellen Debatte um Atomkraftwerke mitbedacht werden, so die Forscher. (APA/DER STANDARD, Printausgabe, 08.04.2011)


Stammzellen bilden spontan Augen-Strukturen

London/Tokio - Ein überraschendes Phänomen beobachteten japanische Forscher in ihren Kulturen mit embryonalen Mäusestammzellen: Die Zellen verwandelten sich spontan in Strukturen, die embryonalen Augen ähneln, wie sie im Wissenschaftsmagazin "Nature" (Bd. 472, S. 51) schreiben. Sie erhoffen sich neue Erkenntnisse für die Behandlung von Augenerkrankungen. 

Templeton-Preis geht an Astronom Martin Rees 

London - Der Templeton-Preis ist mit einer Million Pfund einer der höchstdotierten und eher umstritteneren Preise der Welt, geht er doch an Personen, die sich um eine Aussöhnung von Wissenschaft und Glauben verdient machen. 2011 ist der britische Astronom Martin Rees von der Uni Cambridge der Glückliche. Der zeigte sich gestern in einer ersten Reaktion überrascht, ist er doch ungläubig - auch wenn er immer wieder "aus Tradition" in die Kirche geht. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 7. 4. 2011)


Raupen täuschen Hühner raffinierter als gedacht

Um sich vor ihren Fressfeinden zu schützen, maskieren sich die Raupen des Dreistreifigen Mondfleckspanners bei entsprechender Umgebung als Ästchen. Der Täuschen-und-Tarnen-Trick ist bekannt - aber raffinierter als bisher angenommen. Wie britische Forscher in der Wissenschaftszeitschrift PNAS zeigten, tarnen sich die Raupen eher dort als kleine Zweige, wo es viele Ästchen gibt. Die Hühner wiederum fallen darauf herein und picken in einer solchen Umgebung entsprechend seltener nach ihnen, weil die Chance des Misserfolgs zu groß ist. Nächtens gehen dann die Raupen ihrerseits ganz unmaskiert auf Futtersuche, weil die Hühner sie dann schon gar nicht sehen können. (tasch)

Nach fettem und süßem Essen besser keinen Kaffee

Ein Kaffee nach einer stark fett- und zuckerhaltigen Mahlzeit tut dem Körper gar nicht gut. Wie Mediziner der kanadischen Universität Guelph im Journal of Nutrition schreiben, bremsen Koffein und fettreiche Nahrung nämlich die Fähigkeit des Körpers, Zucker zu verarbeiten. Beides zusammen kann dazu führen, dass es zu einem extrem starken Anstieg des Blutzuckerspiegels um bis zu 54 Prozent kommen kann. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 06.04.2011)


Forscher finden ältestes Fossil eines Fluginsekts

Washington - Die ersten Tiere, die sich in die Luft erhoben, waren Insekten. In einem Sandstein aus dem US-Staat Massachusetts haben Forscher nun das älteste Fossil eines fliegenden Insekts aus dem Erdzeitalter Karbon gefunden. Dabei dürfte es sich um einen 300 Millionen Jahre alten Vorläufer der Eintagsfliege handeln, vermuten die US-Wissenschafter im Fachblatt PNAS. (tasch)

Mangroven sind enorme Kohlenstoffspeicher 

London - Mangroven, also die an das Leben im Gezeitenbereich angepassten Küstenwälder, machen zwar nur 0,7 Prozent des tropischen Waldbestands aus. Dennoch gehören sie zu den größten Kohlenstoffspeichern, wie Forscher im Fachblatt Nature Geoscience berichten: Ihre Zerstörung (in den vergangenen 50 Jahren ging ihr Bestand um bis zu 50 Prozent zurück) verursacht zehn Prozent der globalen Kohlendioxid-Emission. (APA, red)

Creme mit Nanopartikeln gegen Nickelallergien 

London - US-Forscher berichten im Fachjournal Nature Nanotechnology von einer neuen Creme gegen Nickelallergien: Sie fängt mithilfe von Nanopartikeln jene Metallionen ab, die für die Hautreaktion verantwortlich sind - und zwar noch bevor die Nickelionen die Haut durchdringen. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5. April 2011)

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