Sicherheitsnetze als prompte Konsequenz

4. April 2011, 17:08
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Sturm Graz lässt nach Becherwürfen Sicherheitsnetze anbringen und droht bei neuerlichen Vergehen mit drastischen Strafen

Graz - Fußball-Bundesligist Sturm Graz hat am Montag zu den Becherwürfen beim Heimspiel gegen Rapid (3:3) am Samstag Stellung genommen und als sofortige Konsequenz u.a. die Errichtung von Sicherheitsnetzen angekündigt. "Wir können diese Aktionen, wie sie am Samstag leider passiert sind, nicht weiter tolerieren und werden in Zukunft verschärfte Sicherheitsmaßnahmen installieren, um derartige Aktionen schon im Vorfeld zu unterbinden", versprach Sturm-Präsident Gerald Stockenhuber in einer Aussendung.

Am Samstag hatte es Plastikbecher aus dem Sturm-Sektor gehagelt. Dabei wurde Schiedsrichter-Assistent Matthias Winsauer in der 2. Minute von einem Becher am Hinterkopf getroffen, erst nach der Drohung von Schiedsrichter Thomas Gangl, das Match zu beenden, konnte weitergespielt werden. Der Strafsenat der Bundesliga wird sich voraussichtlich am kommenden Montag (11. April) mit den Vorfällen befassen.

Sicherheitsnetze und zusätzliche Ordnungskräfte

Als Sofortmaßnahme will man in Graz nun bis zum nächsten Heimspiel gegen Salzburg am 16. April vor den Sektoren 7 bis 15 in der UPC-Arena Sicherheitsnetze anbringen, die Kosten dafür veranschlagen die Steirer bei zwischen 10.000 und 15.000 Euro. Zudem sollen weitere Ordnungskräfte entlang des Spielfelds sowie bei den Sektoreneingängen postiert werden.

"Jeder Becherwerfer wird vom SK Sturm ausnahmslos angezeigt und des Stadions verwiesen - bei Dauerkartenbesitzern wird zusätzlich auch die Dauerkarte eingezogen", erklärte der Verein. Becher werden ab der nächsten Heimpartie außerdem nicht mehr von Jugendspielern nach dem Spiel aufgelesen, sondern zentral in Tonnen bei den Ausgängen eingesammelt.

Der Verein betonte allerdings, dass es sich nur um eine kleine Gruppe von Unruhestiftern handle. "Wir möchten uns auf diesem Wege bei allen Besuchern, Medienmitarbeitern und vor allem beim Schiedsrichterteam für diese Vorkommnisse entschuldigen." Bruno Hütter, Sicherheitsverantwortlicher von Sturm, resümierte desillusioniert: "Überall in den Stadien Europas werden Zäune und Absperrungen weniger, wir müssen jetzt wieder zusätzliche Netze aufbauen - eine sehr traurige Entwicklung, aber wir werden versuchen, diesem negativen Trend entgegen zu wirken." (APA)

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    Sturmspieler durch das Tornetz hindurch betrachtet. Eine ähnliche Sichteinschränkung ist durch Sicherheitsnetze zu erwarten.

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