Schwarzer-Peter-Spiele

4. April 2011, 20:40
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Pro- und Kontrahenten der Alphatiere - Von Andrea Schurian

Peter ist derzeit ein brandgefährlicher Name für Alphatiere der hiesigen Museumsbranche. Befeuert von Pro- und Kontrahenten, bekriegen einander gerade Joaneums-Boss Peter Pakesch und Neue Galerie-Chef Peter Weibel. Beim Schwarzer-Peter-Spiel spalten sie nebstbei auch fast die steirische ÖVP.

Oder: Peter Noever, mit dem SP-Kulturministerin Claudia Schmied einst gern speiste und verreiste, sich an ihm als sicheren Felsen in der notorisch unruhigen Kunstbrandung festklammerte. Nach seinem Rücktritt attestierte sie ihm flugs hohe kriminelle Energie: harte Worte, die das ehemalige Vorstandsmitglied der Kommunalkredit nach dem Bankdebakel partout nicht über die Lippen bringen wollte. Dabei wäre zumindest dazumal eine Analyse über Hierarchien der Unfähigen vulgo "Peterprinzip" (benannt nach dessen Erfinder L. J. Peter) im Banken- und/oder Polit(un)wesen spannend gewesen.

Der Ex-Mak-Direktor sollte jedenfalls seinen aufgekündigten Vertrag genau studieren. Gut möglich, dass er für Ausstellungskuratierungen Extrahonorare kassieren hätte dürfen. Inklusive der Design-Beratung für das Schmied-Büro könnten dabei in Summe leicht höhere Gesamtbeträge herauskommen als bei den inkriminierten Abendessen. Sollte man nicht gegenrechnen, aber: Wer hat denn dann den schwarzen Peter? (Andrea Schurian/DER STANDARD, Printausgabe, 5. 4. 2011)

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