EU-Kommission ruft zum Schutz der Bevölkerung auf

4. April 2011, 16:50
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Eindringlicher Appell an die Konfliktparteien

Brüssel/Abidjan - Die Europäische Union hat die Bürgerkriegsparteien in der westafrikanischen Republik Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste) zum Schutz der Zivilbevölkerung aufgerufen. Der abgewählte, aber an seinem Amt festhaltende Präsident Laurent Gbagbo und der international anerkannte Wahlsieger Alassane Ouattara müssten das Land davor bewahren, "weiter in einen Bürgerkrieg" abzurutschen, erklärte die EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe, Kristalina Georgieva, am Montag in Brüssel. Sie appellierte an Gbagbo und Ouattara, Zivilisten zu schützen und die Hilfe durch humanitäre Organisationen zuzulassen.

Internationale Organisationen berichteten in den vergangenen Tagen von Massenmorden im Westen des Landes, bei denen Anfang der vergangenen Woche bis zu tausend Menschen getötet worden sein sollen. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich sorgt sich um die Sicherheit ihrer über 12.000 Landsleute in Côte d'Ivoire. Sie sollen nun an sichere Orte im Land gebracht werden. "Es handelt sich um keine allgemeine Evakuierung, sondern eher eine Sicherung", erklärte am Montag der französische Botschafter Jean-Marc Simon dem TV-Sender BFM. Allein 11.800 Franzosen leben in der derzeit heftig umkämpften Wirtschaftsmetropole Abidjan. Französische Truppen hatten in Abstimmung mit der UNO-Mission UNOCI die Kontrolle über den Flughafen übernommen. Ihr Stützpunkt befindet sich nur einige wenige hundert Meter von der Landebahn entfernt. (APA)

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