Photovoltaik-Fördertöpfe sind geöffnet

4. April 2011, 16:11
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Die Regierung fördert die Sonnenenergie heuer mit zwei Aktionen und rund 35 Millionen Euro, die Opposition wünscht sich 100 Millionen

Wien - Die Regierung fördert die private Gewinnung von Strom aus Sonnenenergie heuer mit zwei Aktionen, die mit Geldern aus dem Klima- und Energiefonds finanziert werden. Zum auch 2011 (wie im Vorjahr) mit 35 Mio. Euro gefüllten Photovoltaik-Fördertopf kommen 650.000 Euro hinzu, die ausschließlich für die Unterstützung von gebäudeintegrierten Photovoltaik-Anlagen in Fertighäusern gedacht sind.

Die beiden Programme sollen Österreich unabhängiger von fossiler und importierter Energie machen. "Unser Energiekonsum muss nachhaltig werden und für alle Österreicher leistbar bleiben", teilte Umweltminister Niki Berlakovich (ÖVP) am Montag in einer Aussendung mit.

1.100 Euro pro KWpeak

Im Rahmen der Förderaktion "Photovoltaik 2011" werden Aufdach-Anlagen bis zu einer Dimension von 5 kWpeak gefördert. Die Unterstützung ist mit 30 Prozent der Investitionskosten gedeckelt - die Förderpauschale beträgt 1.100 Euro pro KWpeak. 2010 seien rund 5.000 private Photovoltaik-Anlagen gefördert worden, heuer sollten es "an die 7.000" werden, so der Minister. Damit würde neue Leistung im Ausmaß von rund 30 Megawatt geschaffen. Für die Wirtschaft bedeute dies zusätzliche Umsätze in Höhe von rund 120 Mio. Euro.

Bei den gebäudeintegrierten Photovoltaik-Anlagen, die heuer mit 1.450 Euro je kWpeak gefördert werden, dienen die Solar-Module beispielsweise als Fassade, Dach oder Sonnenschutz. Gefördert werden maximal 5 kWpeak - die Anlagen müssen "überwiegend privat genutzt" werden. Die Aktion läuft bis 31. November 2011. Bundesländerstart in Oberösterreich, Tirol und Vorarlberg ist am 4. April (Montag) um 18 Uhr. Am Dienstag (5.4.) folgen Kärnten, Salzburg und die Steiermark, am Mittwoch das Burgenland, Niederösterreich und Wien.

Die Einreichfrist endet für alle Bundesländer am 30. April um 18 Uhr. Es gilt das "First come, first served"-Prinzip.

Opposition will mehr

Kritik an der Aktion kam am Montag von der FPÖ und den Grünen. "Wenn man bedenkt, dass Österreich mehr als 3,6 Millionen Haushalte hat, ist es nicht einmal ein Tropfen auf dem heißen Stein", sagt Christiane Brunner, Umweltsprecherin der Grünen. "Österreich ist damit von Unabhängigkeit so weit entfernt wie Alaska von Südafrika."

Wer eine Sonnenstromanlage auf seinem Dach will, soll diese auch gefördert bekommen, lautet das Credo der Grünen. "Wenn Berlakovich die Energiewende ernst nimmt, muss er die Bundesfördermittel für die kleine Photovoltaikanlagen (Häuslbauer-Anlagen) von 18 auf 100 Mio. Euro aufstocken. Damit könnten auch mehr als 800 grüne Arbeitsplätze geschaffen werden und für die heimische PV-Industrie wäre das ein wichtiger Impuls."

FPÖ-Energiesprecher Norbert Hofer stößt ins selbe Horn: Er schlägt vor, das Fördervolumen auf 100 Millionen Euro zu erhöhen und jede Anlage mit maximal 25 Prozent statt 30 Prozent der Investitionskosten zu fördern. Bei der Vergabe will er "das bisherige Windhundprinzip" entschärft wissen, damit die Förderungen nicht nur "jenen Förderwerbern zugute kommen, die über einen schnellen Internetzugang und den sprichwörtlichen schnellen Finger verfügen". (red/APA)

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