Dakar brach wegen angeblicher Waffenlieferungen Beziehungen zum Iran ab
Dakar - Der senegalesische Staatspräsident Abdoulaye
Wade hat an die Separatisten-"Bewegung der Demokratischen Kräfte der
Casamance" (MFDC) ein neues Friedensangebot gerichtet. In einer
TV-Rede zum 51. Unabhängigkeitstag appellierte er am Montag an die
Aufständischen, "auf den Weg des Friedens, der Einheit und der
nationalen Aussöhnung" zurückzukehren. Die Regierung habe alle
notwendigen Maßnahmen getroffen, um die Sicherheit der Rebellen zu
gewährleisten, wenn sie ihre Waffen niederlegen, sowie um ihre
wirtschaftliche und soziale Integration zu ermöglichen, betonte Wade.
Bei der Verteidigung der nationalen Souveränität und territorialen
Integrität könne es aber keine Konzessionen geben, unterstrich der
Präsident. Seit Dezember sind mindestens 19 senegalesische
Regierungssoldaten in Kämpfen mit den Rebellen getötet worden. Dakar
hat den Iran beschuldigt, der MFDC Waffen geliefert zu haben, und im
Februar die diplomatischen Beziehungen zu Teheran abgebrochen.
Waffenstillstandsabkommen
Der seit 2000 amtierende Wade hatte mit der MFDC Kontakt
aufgenommen, nachdem zwischen seinem Amtsvorgänger Abdou Diouf und
den Separatisten mehrere Waffenstillstandsabkommen vereinbart, jedoch
nicht eingehalten worden waren.
Die Casamance grenzt im Norden an Gambia und im Süden an
Guinea-Bissau. Die Fläche der Region macht ein Siebentel der
Gesamtfläche Senegals aus. Die Casamance wird hauptsächlich von der
Volksgruppe der Diola bewohnt, während die Wolof, die größte
Volksgruppe Senegals, nur etwa fünf Prozent der Bevölkerung der
Region stellen.
Die MFDC wurde bereits in der Zeit der französischen
Kolonialverwaltung im Jahr 1947 gegründet. 1990 startete sie mit
Unterstützung der Armee Guinea-Bissaus Angriffe auf militärische
Einrichtungen. Die Rebellion hat bisher mehrere Tausend Menschenleben
gekostet. Ein 2004 geschlossenes Abkommen mit der Regierung in Dakar
ist ständig gebrochen worden. (APA)