Neues Friedensangebot an Casamance-Rebellen

4. April 2011, 15:03
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Dakar brach wegen angeblicher Waffenlieferungen Beziehungen zum Iran ab

Dakar - Der senegalesische Staatspräsident Abdoulaye Wade hat an die Separatisten-"Bewegung der Demokratischen Kräfte der Casamance" (MFDC) ein neues Friedensangebot gerichtet. In einer TV-Rede zum 51. Unabhängigkeitstag appellierte er am Montag an die Aufständischen, "auf den Weg des Friedens, der Einheit und der nationalen Aussöhnung" zurückzukehren. Die Regierung habe alle notwendigen Maßnahmen getroffen, um die Sicherheit der Rebellen zu gewährleisten, wenn sie ihre Waffen niederlegen, sowie um ihre wirtschaftliche und soziale Integration zu ermöglichen, betonte Wade.

Bei der Verteidigung der nationalen Souveränität und territorialen Integrität könne es aber keine Konzessionen geben, unterstrich der Präsident. Seit Dezember sind mindestens 19 senegalesische Regierungssoldaten in Kämpfen mit den Rebellen getötet worden. Dakar hat den Iran beschuldigt, der MFDC Waffen geliefert zu haben, und im Februar die diplomatischen Beziehungen zu Teheran abgebrochen.

Waffenstillstandsabkommen

Der seit 2000 amtierende Wade hatte mit der MFDC Kontakt aufgenommen, nachdem zwischen seinem Amtsvorgänger Abdou Diouf und den Separatisten mehrere Waffenstillstandsabkommen vereinbart, jedoch nicht eingehalten worden waren.

Die Casamance grenzt im Norden an Gambia und im Süden an Guinea-Bissau. Die Fläche der Region macht ein Siebentel der Gesamtfläche Senegals aus. Die Casamance wird hauptsächlich von der Volksgruppe der Diola bewohnt, während die Wolof, die größte Volksgruppe Senegals, nur etwa fünf Prozent der Bevölkerung der Region stellen.

Die MFDC wurde bereits in der Zeit der französischen Kolonialverwaltung im Jahr 1947 gegründet. 1990 startete sie mit Unterstützung der Armee Guinea-Bissaus Angriffe auf militärische Einrichtungen. Die Rebellion hat bisher mehrere Tausend Menschenleben gekostet. Ein 2004 geschlossenes Abkommen mit der Regierung in Dakar ist ständig gebrochen worden. (APA)

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