"Post-Katrina": Mehr Infarkte nach Katastrophe

4. April 2011, 13:31
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"Post-Katrina Stress-Syndrom" auch Jahre nach Hurrikankatastrophe - Auch psychische Probleme nahmen zu

New Orleans - Naturkatastrophen können noch lange Zeit danach die Gesundheit von Betroffenen beeinträchtigen: Nach einer Studie der Tulane University von New Orleans erlitten die Einwohner der US-Küstenstadt auch Jahre nach der Hurrikankatastrophe drei Mal so viele Herzinfarkte wie zuvor. "Das hat uns selbst erstaunt, dass die Infarktrate selbst nach vier Jahren nicht zurückging", sagte Herzspezialist Anand Irimpen auf einer Konferenz des American College of Cardiology. Gleichzeitig habe bei den Patienten die Zahl psychischer Probleme wie etwa Depressionen, Schizophrenie und Angstzustände zugenommen, berichtete Irimpen. Er bezeichnete das Phänomen als "Post-Katrina Belastungssyndrom".

Keine Zeit für die Gesundheit

New Orleans war im August 2005 ebenso wie die umliegende Golfregion durch den Wirbelsturm "Katrina" schwer verwüstet worden. Etwa 1.600 Menschen kamen damals ums Leben. Das Krankenhaus der Tulane Universität liegt mitten in New Orleans, es nahm fünf Monate nach den schweren Verwüstungen wieder seinen Betrieb auf. Für ihre Studie nutzen Irimpen und seine Kollegen die Daten von Herzpatienten des Krankenhauses zwei Jahre vor und vier Jahre nach der Katastrophe.

Dass die Infarktrate nach so langer Zeit immer noch deutlich höher liegt als vor "Katrina", führt der Experte darauf zurück, dass die Menschen in der Region mit dem Wiederaufbau ihres alten Lebens zu sehr beschäftigt seien, um sich um ihre Gesundheit zu kümmern. "Viele sind immer noch ohne feste Bleibe und ohne Job und zu gestresst, um auf ihre Gesundheit zu achten. Sie rauchen mehr, trinken mehr und werden sich kaum an Therapien zur Minderung des Infarktrisikos halten". Eine Lektion könnte sein, nach ähnlichen Katastrophen stärker auf Gesundheitsvorsorge zu setzen. (APA)

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