"Japanische Geduld reicht nicht mehr"

4. April 2011, 13:39

Erdbeben, Tsunami, Atomkatastrophe - acht junge JapanerInnen berichten über ihren Umgang mit den Ereignissen der vergangenen Wochen

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foto: privat

Ayaka: "Ich arbeitete gerade bei dem Nachrichtensender NHK in Tokio, als das Erdbeben kam. Viele meiner Kollegen sollten dann für zehn Tage nicht mehr nach Hause kommen. Mein Respekt gilt all jenen Menschen, die trotz ihrer Angst vor Nachbeben und ihrer Sorge über Familienmitglieder weiter zur Arbeit gingen, um das System aufrecht zu erhalten. Ich habe recht bald versucht, mit meinem Leben weiter zu machen. Ich habe zuerst zwei von drei Urlauben abgesagt, viele meiner Freunde sind in den Westen gefahren, doch langsam kehrt Normalität ein. Die Angst vor der radioaktiven Wolke - gerade weil so etwas über unsere Vorstellungskraft reicht - und die ständigen Stromabschaltung und -einsparungen, sowie Lebensmittelknappheiten verändern das tägliche Leben."

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Posting 1 bis 25 von 51
1 2
immer schön freundlich
00
11.4.2011, 15:49

armer Hiroki!

NiNGeN
00
Atomkraft, Nein danke?

Ein paar Infos: wir beziehen in Österreich Atomstrom, und zwar von genau den AKWs, die wir kritisieren. Ein deutscher Politiker hat das ganz nett formuliert: Wir österreicher sind eigentlich ziemlich clever. Des nächtens beziehen wir billig Strom aus den AKWs, nutzen ihn um das Wasser in unseren Staukraftwerken nach oben zu pumpen und verkaufen dann am Tag den Strom als teuren Öko-Bio-Strom nach Bayern...
Ausserdem, wenn Atomausstieg (und ich möchte hier nochmals anmerken, ich bin dafür!) dann Europaweit. Nutzt nix wenn in AUT und D kein AKW mehr steht, aber dafür das in F oder sonst wo hoch geht - der Strahlung ist egal ob wir "Atomfrei" sind oder nicht.

der erleuchtete
130
JAPAN BRENNT

leute, sucht's euch eine andere insel zum überleben.

CC79
13
Vollkomme übertrieben

Der Großteil von Japan ist noch vollkommen intakt. Sogar die betroffene Stadt Sendai ist großteils unbeschädigt (bis auf Randbezirke).

marcopolo1971
 
31

Ja, unkontrollierte Kernschmelzen werden ohnehin überbewertet.

CC79
11
Es sind teilweise und temporäre Kernschmelzen

und mal abgesehen davon sind die Reaktoren seit dem Erdbeben ABGESCHALTET (mittels Steuerungsstäben). Es besteht also nicht annähernd die Gefahr einer so unkontrollierten (d.h. explosiven) Katastrophe wie in Tschernobyl. Die Kernschmelze war teilweise, sowie temporär.

Ich finde, gerade Atomkraftgegner sollten sich einigermaßen drüber informieren und bilden wie Atomenergie wirklich funktioniert.

Aber zurück zum Originalposting: Japan ist wesentlich größer als die 30km Evakuierungszone um Fukushima. In Kyoto merkt man z.B. überhaupt nichts davon.

Mal abgesehen davon ist die größere unmittelbare Katastrophe der Tsunami. Der wird im Gegensatz unterbewertet - aber es sind 100000e immer noch obdachlos!

hast1
00
25.4.2011, 00:50
"Die Kernschmelze war teilweise, sowie temporär. "

teilweise: wer hat das wie herausgefunden?
danke für die info.

temporär, haha: na was denn sonst? ewig können sie ja nicht schmelzen.

nicht so unkontrolliert: sondern anders unkontrolliert

NiNGeN
01
Endlich mal wer, der das Wesentliche nicht aus den Augen verliert

Mit all der Panikmache und dem Angstgeschrei um Fukushimia und seine möglichen Auswirkungen vergisst man schon mal schnell die tausenden Toten und zig-tausenden, die ihre Existenz verloren haben.

Aber so eine reisserische, überzogene, falsche und uninformierte Überschrift wie "JAPAN BRENNT!" könnte man vielleicht wirklich in der Krone oder in "Österreich" finden...

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
01
Nur nix ändern?

Unkontrollierbare atomanlagen in unkontrollierbaren erdbeben- u. tsunamiregionen sind eine zu grosse belastung für immer!
Dieses zerstörerische system zu unterstützen bedeutet selbstaufgabe u. verantwortungslosigkeit der lebendigen umwelt gegenüber!
Change!

NiNGeN
00
Ich hoffe nur, dass sie eine tragbare Alternative für die Atomkraft bereit haben...

Immerhin, 55 AKWs sind in Japan am Netz - wenn jedes sagen wir mal 3 GW Leistung produziert, so kommt man auf 165 GW. Windkraftwerke schaffen - wenns hoch kommt - 2 MW Leistung, also 0.002 GW. Und das auch nur solange der Wind weht. KWs mit fossilen Brennstoffen kommen aufgrund des dabei entstehenden CO2-Ausstosses schon mal nicht in frage (mal abgesehen von den horrenden Kosten für kauf+anlieferung von Kohle oder Öl). Es ist leicht zu sagen "Hört auf damit!", aber man braucht auch eine vernünftige Lösung um die dadurch fehlende Leistung kompensieren zu können.

Heinz Anderle
 
211
Wacht auf! Laßt euch nicht länger belügen und für dumm verkaufen!

Ihr lebt auf Vulkanen? Sie spenden euch den Dampf, der eure Turbinen antreibt und eure Häuser heizt.

Bei euch läßt der Wind niemals nach? Fangt seine Kraft ein, mit riesigen Propellern!

Ebbe und Flut branden an eure Küste? Nützt ihren nie versiegenden Strom!

Tausende von Dämmen und Stauseen liefern euch Trinkwasser? Auch viele kleine Kraftwerke beleuchten zusammen eure großen Städte.

Aber jagt die Lügner und Betrüger zum Teufel, die in ihrer Ignoranz, Hybris und Gier jene elementarste Naturgewalt entfesselt haben, die gerade euer Land nie wieder vergiften darf.

Ihr wißt, wie man mit dem Verstand der Natur trotzen kann. Ihr werdet auch wissen, wie man der (un)menschlichen Schwäche trotzt.

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

NiNGeN
00
Teil 2

Nachtrag:

@Gezeiten-KWs: Meiner Meinung die einzig sinnvolle Möglichkeit an Energie zu gelangen, auch wenn dabei Zig Kilometer Strand drauf gehen (in GB baut man gerade das größte Gezeitenkraftwerk aller Zeiten - 216 geplante Turbinen sollen dabei 8.5 GW Strom liefern. Zum Vergleich: der havarierte Fukushima-Reaktorkomplex lieferte mit 6 Reakoren ca. 3.2 GW). Ich hoffe nur, dass dann die Umweltaktivisten sich nicht über die Kraftwerke beschweren, die dann ewig lange Küstenteile in Anspruch nehmen werden. Oder den dafür notwendigen Leitungsausbau.

NiNGeN
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Noch ein Experte...

Ich bin ja wirklich nicht Pro-Atom, aber so einfach wie sich das vielle Leute vorstellen ist das nun mal auch nicht. Japan HAT nun mal keine natürlichen Ressourcen um die Basislast genügend Abzudecken.
@Dampf: Lösung = Problem: Aktiver Vulkanismus auf Verwerfungslinien als Hitzequelle zu nutzen: Entweder ist das KW beim nächsten Ausbruch hin oder durch Erdbeben versiegt
@Wind: 1 Wort: Taifun. Wer noch keinen Erlebt hat - unsere Sommerstürme sind dagegen ein Witz...
@Wasser: Besonders Trinkwasser ist in Japan eher rar. Erdbeben und Staudämme vertragen sich auch nicht so gut...
@Viele kleine Kraftwerke: Ja, aber da braucht es wirklich viele, viele, viele... und SEHR SEHR VIELE Leitungen um die vielen, vielen KWs zu verbinden...

Heinz Anderle
 
00
Tepco soll selbst eine Studie an der Universität Tokio...

... in Auftrag gegeben und unter Verschluß gehalten haben, daß Japan sehr wohl in der Lage wäre, sich mit erneuerbaren Energien zu versorgen.

Und wenn ein Erdwärme-Kraftwerk durch ein Erdbeben ausfällt, zischt vielleicht heißer Dampf aus dem Loch, der ein bißchen nach Schwefel stinkt, mehr nicht.

Wir haben ein Gehirn - fangen wir selbst zu denken an.

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

chaoslilly1
14
Respekt vor diesen Leuten!

kein gejammer, kein gesuder. würde auch nix helfen. nach vorne schauen! bravo!

der erleuchtete
40
augen zu und durch... nach hiroshima

wie dumm muss man sein, um solchen durchhalteschwachsinn wie sie zu schreiben?
sie müssen ein spambot sein

NiNGeN
02
Nur weil die Japaner wirklich nicht so Suderanten sind

wie viele meiner Landsleute hier hat das mit "Durchhalteschwachsinn" herrlich wenig zu tun. Ich war vor einigen Jahren in Japan, hab' dort auch ein paar "kleinere" Naturkatastrophen und einen der größten Taifune aller Zeiten mitbekommen - viele Leute sind dort wirklich so - "Shou ga nai!" und weiter gehts. Und SIE sagen so etwas ist Durchhalteschwachsinn? Im Gegensatz zu vielen Raunzern hier, die ihren Ar*** vor lauter Jammern nicht hoch kriegen und sowieso alles besser wissen packen die Leutchen dort auch an...

KammerlExperte
141
Wieviel zahlt eigentlich die Atomlobby f. soche Berichte?

Erinnert irgendwie an Bezirksblätter und deren so
glaubhaften Umfragen.

yokozuna
05

Japan beschäftigt sich momentan nicht nur mit Atomunfall in Fukushima, wobei dieses Problem schon schwer genug ist! Niemand scheint im diesen Forum etwas außer Atomkatastrophe zu interessieren.

KammerlExperte
24
Das ist mir schon klar,

nur die Beiträge könnten aus irgend einer Sunshine-
Zeitung sein.

Ca. 20.000 Tote lassen es mich nicht an Mitgefühl
fehlen, jedoch werden x 100.000 in den nächsten
Jahren wegen des AKW-Unglücks folgen und nur ein
kleiner Teil wird sich auf Grund des Reatorunfalles
beweisen lassen.

Ja das Leben geht weiter, aber junge Japaner
so oberflächlich dazustellen will ich einfach
nicht glauben.

CC79
25
Vielleicht liegt's daran

dass es bisher keinen einzigen Toten wegen Fukushima gab, aber 20000 Tote und Hunderttausende Obdachlose doch eine drastischere und direktere Folge sind?

Die von Ihnen kolportierten 100.000 Toten die folgen werden auf die AKW-Katastrophe sind derzeit noch immer reines Hirngespinst. Und das sag ich als vehementer Atomkraftgegner, bzw muß man das als seriöser Atomkraftgegner definitiv sagen, denn solche Hirngespinste verletzen eigentlich das Anliegen der Atomkraftgegner indem sie ihnen die Seriösität nimmt.

KammerlExperte
00
In Zusammenhang mit dem AKW-Debakel

von Seriosität zu schreiben lässt mich mein
unwissenschaftliches Bauchgefühl gleich auf das
Doppelte anheben.

Hier noch so etwas unseriöses ;-):
http://www.finanznachrichten.de/nachricht... ft-030.htm

Tschernobyl brachte 500t Tote so ist 100t absolut
realistisch und es ist überhaupt nicht absehbar
welche Folgen die Wasserentsorgung in den Pazifik
hat. Leider gibt es darüber keinerlei Forschungs-
ergebnisse.....was ist schon der Hausverstand.

CC79
00
Also

erstens: zeigen Sie mir bitte die Unterlagen die tatsächlich von 500t Toten bei Tschernobyl sprechen. Laut einem UN-Paper sinds nämlich um die 7000 tatsächlich erwiesene. Natürlich ist die tatsächliche Zahl höher - aber man kann dann nicht mehr sagen dass Tschernobyl der ausschließliche Todesgrund war (Krebs hat viele Risikofaktoren, eben nicht nur einen).

Die 500t Toten sind leider eine Mutmaßung.

KammerlExperte
00
Ich darf annehmen Sie wissen wofür die UNO steht?

Weiters empfehle ich
http://de.wikipedia.org/wiki/Kata... schernobyl

ab Absatz "Folgen".

Einen schönen Tag noch.

CC79
10
Der Artikel

bestätigt genau was ich sagte: um die 5000-7000 sind eindeutig zuweisbar, die weiteren Zehntausenden Fälle sind diffus, und nur rein statistisch/probabilistisch anhand von Vergleichsdaten von den Atombombenabwürfen (soviel wußte ich davor auch schon).

Und natürlich dass eben Langzeitkrebserkrankungen dadurch, dass Krebs meistens nicht nur eine singuläre Ursache hat, nicht mehr eindeutig Tschernobyl zuweisbar sind, sowie es in den nationalen Statistiken kaum nachweisbare Erhöhungen gibt.

Also, statt Statistik-Schmarrn (den die Atomlobbyisten genauso gut können), könnt ma mal ein wirkliches Argument gegen Atomkraft diskutieren: die Atommüllendlagerung. Da hat die Atomlobby auch keine Ausreden mehr.

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