Verlängerung der Lehrer-Arbeitszeit größter Streitpunkt

5. April 2011, 08:37
385 Postings

Lehrergewerkschafter Quin: "Verlängerung kommt nicht in Frage" - Verhandlungen starten heute

Im Vorfeld der am heutigen Dienstag um 9 Uhr startenden Verhandlungen zum neuen Lehrerdienstrecht, äußerte sich der Vorsitzende der Gewerkschaft der AHS-Lehrer, der Christgewerkschafter Eckehard Quin am Montag "gespannt" darüber, "welche Pläne das Ministerium hat". Während Unterrichtsministerin Claudia Schmied für eine Verlängerung der Arbeitszeit bei einer flacheren Gehaltskurve eintritt, wehren sich die Lehrer nach wie vor gegen eine Ausweitung der Arbeitszeit: "Das kommt selbstverständlich nicht in Frage", sagte Quin im Ö1-Morgenjournal. 

Lehrer würden ihr Arbeitspensum genauso erfüllen wie andere Arbeitnehmer mit einer 40-Stunden-Woche und fünf Wochen Urlaubsanspruch. Die von Schmid geplante Einführung der Leistungsanreize begrüßt Quin hingegen:"Das ist eine Forderung, die die Gewerkschaft seit mindestens 15 Jahren erhebt." Über diesen Punkt würde man sich sehr schnell einigen.

"Eine dumme Idee an sich"

Die Idee, dass Direktoren die Lehrer selbst aussuchen könnten, "sei eine dumme Idee an sich". Eine faire Verteilung von Lehrern, gerade in Mangelfächern könne man nur dann gewährleisten, wenn es eine überregionale Planung gebe. Für Rektoren könne er sich höchstens "ein verstärktes Mitspracherecht" vorstellen.

Von den Verhandlungen sind die Lehrergewerkschafter ausgeschlossen, die Arbeitnehmerseite vertreten wird der Chef der Gesamtgewerkschaft Öffentlicher Dienst, Fritz Neugebauer. Morgen, Dienstag,  wird vermutlich ein Verhandlungsfahrplan festgelegt, ins Detail wird man vermutlich erst nach Ostern gehen. Quin hofft jedenfalls auf "sozialpartnerschaftlich orientierte Gespräche". 

Neugebauer: "Auch Sachfragen sind Machtfragen"

Fritz Neugebauer hat am Montag beim Gewerkschaftstag der AHS-Lehrervertreter die Lehrervertreter dazu aufgefordert, über die Parteigrenzen hinweg Stärke zu zeigen.  "Auch Sachfragen sind Machtfragen", sagte er und rief die Personalvertreter der AHS-Lehrer dazu auf, die seiner Meinung nach "etwas vereinfachte" mediale Darstellung bei den Kollegen zurecht zu rücken.

Er selber wolle in die Verhandlungen mit Schmied, Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) und VP-Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka nur eingreifen, wenn es "quietscht" - auch wenn er sich durchaus zu Verhandlungen in der Lage fühle, so Neugebauer. Bei Bedarf werde er aber natürlich mit dem "Schmiernipperl" zur Stelle sein. (red, derStandard.at, 4. April 2011)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Neugebauer wird die Arbeitnehmerseite bei den Verhandlungen vertreten.

Share if you care.