Hepatitis: Erhöhte Leberwerte als Hinweis

4. April 2011, 11:15
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Falsche Ernährung, Übergewicht, Alkoholmissbrauch und eine Hepatitis-Infektion sind Ursachen für eine Leberentzündung

Hannover/Berlin - Rund 25 Prozent der Erwachsenen in Deutschland haben erhöhte Leberwerte, in anderen Ländern Europas sieht die Situation ähnlich aus. Ein solcher erhöhter Wert kann auf eine Lebererkrankung, wie zum Beispiel eine Infektion mit Hepatitisviren, hinweisen. "Diese Infektionen können chronisch werden und folglich zu Leberzirrhose und Leberzellkrebs führen", sagte Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung anlässlich der Internationalen Lebertagung EASL in Berlin. Die Stiftung hat das Ziel, die Patientenversorgung zu verbessern und die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen zu steigern.

Fettleber und Alkoholmissbrauch

Weltweit sind nach Expertenschätzungen rund 500 Millionen bereits chronisch mit dem Hepatitis B (HBV) oder Hepatitis C Virus (HCV) infiziert, jährlich sterben weltweit etwa 1,5 Millionen Menschen dadurch. Viele wissen nicht um ihre mögliche Erkrankung, weil eine kranke Leber nicht schmerzt und erst spät relativ unspezifische Symptome zeigt. Falsche Ernährung, Übergewicht und die damit oft verbundene Fettleber gelten heute als eine der Hauptursachen für eine Leberentzündung. Aber auch Alkoholmissbrauch und eine Infektion mit Hepatitis-Viren sind für einen großen Teil der Erkrankungen verantwortlich. In rund 40 Prozent der Fälle waren Alkohol oder Übergewicht die Ursache für den Leberkrebs.

Eine kleinere, aber wichtige Rolle spielen Autoimmun-Erkrankungen der Leber, genetisch bedingte Erkrankungen wie die Eisenspeicherkrankheit, Nebenwirkungen von Medikamenten oder andere Infektionen der Leber, beispielsweise durch Bakterien.

Nord-Süd-Gefälle in Europa

In Europa liegen vor allem hohe Infektionszahlen mit viralen Hepatiden aus Südosteuropa, dem Balkan, Spanien, Süditalien sowie der Türkei und der ehemaligen Sowjetunion vor. Experten schätzen, dass in Skandinavien nur etwa 0,1 Prozent der Menschen mit Hepatitis B infiziert sind, in Ost- und Südeuropa hingegen fast acht Prozent. Auch bei den Infektionen mit Hepatitis C gibt es ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. In ganz Europa sind rund vier Millionen mit dem Hepatitis C Virus infiziert. Wird eine solche Infektion nicht rechtzeitig behandelt, so kann daraus Leberzellkrebs entstehen. Der Leberzellkrebs gehört weltweit zu den fünf häufigsten Karzinomen des Mannes. In ganz Europa ist ein dramatischer Anstieg von Leberkrebs zu beobachten. "Deshalb ist es so wichtig, Lebererkrankungen in einem frühzeitigen Stadium zu diagnostizieren", so Manns.

Viele mit Migrationshintergrund betroffen

In Deutschland, so schätzen Experten, haben etwa 50 bis 65 Prozent der chronisch mit einer Hepatitis B infizierten Menschen einen Migrationshintergrund. "Es ist deshalb besonders wichtig, dass die Aufklärungsarbeit und die Informationen über die Erkrankung in der jeweiligen Landessprache geleistet wird", betont Manns. Die Deutsche Leberstiftung verfügt über Informationsfaltblätter zum Thema Hepatitis B und Hepatitis C in unterschiedlichen Sprachen. Ebenso sollten gezielte Impfprogramme besonders Migranten ansprechen, die aus Ländern mit einer hohen Hepatitis B Rate stammen. Dazu gehören unter anderem die Türkei, Italien, Asien und die ehemalige Sowjetunion.

Die Hepatitis B ist im kostenlosen Kinderimpfprogramm Österreichs vorgesehen, doch ab dem Erwachsenenalter sieht es mit dem Durchimpfungsgrad deutlich schlechter aus. Nur etwas mehr als ein Drittel der Österreicher ist gegen Hepatitis B geimpft. Ärzte- und Apothekerkammer starteten daher eine neue Kampagne zur Propagierung von Impfungen gegen Hepatitis A und B. Von 1. April bis zum 31. Mai sind die Impfstoffe um ein Drittel billiger erhältlich. In diesem Zeitraum liegen Gutscheine in allen öffentlichen Apotheken und bei Ärzten auf. Eine frühe Diagnose einer Lebererkrankung über zu hohe Leberwerte könne die steigende Zahl der Fälle von Leberzirrhose und Leberzellkrebs minimieren. (red)

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