Verwirrung um Rolle von Armeechef

4. April 2011, 08:07
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Mangou traf sich offenbar doch wieder mit abgewähltem Präsidenten Gbagbo

Abidjan - Im blutigen Machtkampf in Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) hat Armeechef Philippe Mangou für Verwirrung gesorgt. Nachdem sich der General ursprünglich in die südafrikanische Botschaft abgesetzt hatte, traf er sich am Sonntag überraschend doch wieder mit dem ivorischen Machthaber Laurent Gbagbo. Ein Sprecher der Gbagbo-Regierung sagte am Abend, Mangou habe auch mit anderen führenden Militärs gesprochen. Allerdings wusste selbst der Sprecher nicht zu sagen, ob der General wieder die Führung der Gbagbo-Truppen übernehmen wollte.

Mangou hatte sich am vergangenen Mittwoch mit seiner Familie in die südafrikanische Botschaft in Abidjan abgesetzt. Dies war als starker Schlag gegen Gbagbo gewertet worden. Mangous Aktion erfolgte inmitten einer Offensive der Truppen des international anerkannten Präsidenten Alassane Ouattara auf Abidjan. Diese wurde aber zunächst von Gbagbo-Getreuen zurückgeschlagen. Ein von Ouattara kontrollierter Fernsehsender begründete die Rückkehr von General Mangou zu Gbagbo am Sonntagabend damit, dass der Armeechef "erpresst" und "seine Familie vom Gbagbo-Lager als Geisel genommen" worden sei.

In Cote d'Ivoire tobt seit den umstrittenen Präsidentschaftswahlen im November ein Machtkampf zwischen dem international als Wahlsieger anerkannten Ouattara und Gbagbo, der die Macht nicht abgeben will. (APA)

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