Teenie-
Schwangerschaften häufiger, wenn...

16. Mai 2003, 11:38
2 Postings

... Mädchen vaterlos aufwachsen - Studie konnte Zusammenhang nachweisen - Tiefere Ursachen noch unklar

London - Junge Mädchen, die ohne Vater aufwachsen, werden öfter schon im Teenager-Alter schwanger als andere. Diese Beobachtung bestätigt die Langzeitstudie eines PsychologInnen-Teams um Bruce Ellis von der Universität Canterbury in Christchurch (Neuseeland), wie das britische Magazin "New Scientist" (Nr. 2395, S. 13) berichtet.

Fehlender Vater nicht unbedingt ursächlich

Grund ist demnach aber nicht psychosozialer Stress, wie bisher häufig vermutet. Eine eindeutige Ursache konnten die PsychologInnen nicht ausmachen. Sie stellten zwar einen Zusammenhang zwischen der Abwesenheit des Vaters und dem Sexualverhalten der Töchter fest. Der fehlende Vater sei aber nicht zwingend die Ursache für die sexuelle Risikobereitschaft, betont Ellis.

Keine Verhaltensänderung bei finanzieller Hilfe

Die PsychologInnen begleiteten 700 Mädchen in Neuseeland und den USA vom Vorschulalter bis zum 17. oder 18. Geburtstag. Sie stellten fest, dass Mädchen, die nur bei ihren Müttern aufwachsen, eher in die Pubertät kommen, eher sexuell aktiv und auch öfter bereits als Teenager schwanger werden. Bisher sei vermutet worden, dass der Hauptgrund dafür psychosozialer Stress wegen einer oft schwierigen familiären und wirtschaftlichen Situation sei. Allein erzogene Mädchen litten stärker darunter und hätten mehr Probleme in der Schule. Ellis fand jedoch heraus, dass das "frühreife" Verhalten auch nicht verschwindet, wenn der Mutter finanziell und sozial geholfen wird.

Flirt-Verhalten von der Mutter abgeschaut?

Das Team um den Psychologen gibt als möglichen Grund stattdessen an, dass allein erzogene Mädchen früher als andere "Flirt"-Verhalten von ihren Müttern abschauen. Die Persönlichkeit von Mädchen, die ohne Vater aufwachsen, scheine sich bereits in einem frühem Alter zu ändern, so dass sie sich eher mit Männern beschäftigten. Ellis betont, dass seine Studien nur Zusammenhänge zeigten, nicht Ursachen und Wirkungen. Möglicherweise seien abwesende Väter gar nicht das Problem: Manche Mädchen könnten die sexuelle Risikobereitschaft auch aus ihrem sozialen Umfeld übernommen haben.(APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
    PsychologInnen haben Zusammenhang zwischen der Abwesenheit des Vaters und dem Sexualverhalten der Töchter festgestellt.
Share if you care.