Gegessene Ikonen

13. Mai 2005, 11:45
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Schokolade, Käse, Bündner Fleisch, die drei Säulenheiligen der Schweizer Genuss-Kultur. Zumindest laut Alphorn-Klischee

Uhren kann man nicht essen, Safes auch nicht, Schokolade, Käse und Bündner Fleisch aber schon. Nach wie vor ist die Schweiz ein Zentrum der internationalen Schokolade-Industrie, zu den aktuellen Schoko-Trends hat man seitens der Schweiz aber wenig beizutragen. Die Alpenmilch-Idylle ist eher im Klischee-Bereich anzusiedeln, Frankreich, Italien und Spanien geben momentan den Ton in der Schoko-Avantgarde an, nach Top-Produzenten aus der Schweiz muss man suchen.

Probleme auch beim Bündner Fleisch: Seit dem BSE-Skandal herrscht laut Gerhard Urbanek in Österreich kaum Nachfrage nach dem luftgetrockneten Oberschenkel des Rindes aus Graubünden, italienische Bresaola indes "ist der Hit". Wobei für das Echtheitszertifikat nur die Herstellung in Graubünden garantiert sein muss, woher die Rinder kommen, ist egal. 1850 Tonnen werden pro Jahr hergestellt, tausend davon in der Schweiz verzehrt.

Bleibt noch der Käse. Und der ist natürlich nach wie vor der berühmteste der Welt, und in Sachen Hartkäse auch das Beste wo gibt. Laut Herbert Schmid vom Steirereck tat sich in den vergangenen Jahren in Sachen Innovation überhaupt nichts mehr, "und irgendwann einmal wird dir der Appenzeller und der Gruyere halt auch fad". Und vom Meinl erfährt man: Der Ruf des Schweizer Käses ist zwar hervorragend, die Nachfrage jedoch gering. (floh; DER STANDARD, rondo/17/05/2003)

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