"Echte Gefahr einer Altersarmut"

15. Mai 2003, 12:49
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Petrovic: Reform der Regierung "sozial unausgewogen" - Reform auch Thema Nummer 1 am Servicetelefon der SPÖ-Wien

St. Pölten - Die von der Regierung vorgeschlagene Pensionsreform sei "sozial unausgewogen" und stoße daher bei den Grünen auf Ablehnung, sagte Madeleine Petrovic, Klubobfrau im NÖ Landtag, am Donnerstag. Sie traf diese Feststellung im Vorfeld der Sitzung des Landesparlaments, in der auf Antrag der SPÖ eine Aktuelle Stunde zum Thema "Die Auswirkungen der aktuellen Maßnahmen des Bundes auf die NÖ Bevölkerung und das NÖ Landesbudget" auf dem Programm stand. Die Reform würde große Bevölkerungsgruppen, vor allem auch Frauen, überproportional treffen, sagte Madeleine Petrovic, Klubobfrau im NÖ Landtag, am Donnerstag. Sie sehe eine "echte Gefahr einer Altersarmut". Die Neo-Klubobfrau im NÖ Landtag erinnerte auch daran, dass die Grünen in der Frage Pensionsreform "ein Grundsicherungsmodell ausgearbeitet und in die Diskussion eingebracht" hätten.

Die Pensionsreform war heute auch Thema Nummer 1 bei den AnruferInnen am Servicetelefon der SPÖ-Wien. "Besonders Frauen um die 50 waren es, die sich große Sorgen um ihre Pension machen, wenn diese Reform zum Tragen kommt. Sie fürchten nicht nur in die Altersarmut gedrängt zu werden, sie fürchten auch um die Zukunft ihrer Töchter, weil von einer Sicherung der Pension in der Zukunft keine Rede sein kann, vielmehr sind massive Kürzungen zu erwarten", sagte die Leopoldstädter Gemeinderätin Ursula Lettner. Die schrittweise Ausweitung des Durchrechnungszeitraumes treffe Frauen besonders stark, Frauen, die wegen der Kinderbetreuung teilzeitbeschäftigt seien, würden benachteiligt.

"Bereits jetzt ist die Versorgung von Frauen im Alter sehr niedrig. Mit einer durchschnittlichen Alterspension von Frauen von 647 Euro bei den Neuzugängen ist die Pensionshöhe um 63 Prozent niedriger als jene von Männern. Vor diesem Hintergrund bedeutet die Kürzung der Pensionshöhe eine massive Belastung niedriger Pensionen", unterstrich Lettner. "77 Prozent aller Frauen zwischen dem 25 und 49. Lebensjahr sind berufstätig, in diesen Jahren bekommen die Frauen ihre Kinder. Die Regierung ist aber nicht in der Lage auf die Bedürfnisse berufstätiger Mütter einzugehen. Die Frauen haben Angst, Angst um ihre Zukunft und die Zukunft ihrer Kinder und sie haben das berechtigte Gefühl von dieser Regierung massivst benachteiligt zu werden", sagte die SPÖ-Gemeinderätin abschließend. (APA/red)

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    Leider keine unbegründete Angst: Altersarmut
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