Mathematiker-Standardprogramm in der elften Version neu aufgelegt

13. Mai 2003, 10:29
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Mathcad bietet umfassende Funktionen für technische Anwendungen

Als Rechner wird der Computer nur noch selten benutzt. Der in Windows integrierte Bildschirm-Taschenrechner und die Tabellen-Software Excel sind meist die einzigen Programme, die für mathematische Berechnungen zum Einsatz kommen. Wenn mit Variablen oder komplexeren Funktionen gerechnet werden soll, müssen anspruchsvollere Programme her wie Mathcad, das als Standardsoftware für Berechnungen aller Art gilt.

Neues

Für die soeben vorgelegte Version 11 wurden die Menüs und Symbolleisten um neue Funktionen ergänzt. Beim Speichern für das Internet hat man die Wahl zwischen der Web-Darstellung mathematischer Berechnungen als Bild (jpg oder png) oder im Format der standardisierten XML-Fachsprache MathML.

Features

Bei den mathematischen Berechnungsverfahren sind unter anderem neue Funktionen für partielle Differenzialgleichungen hinzu gekommen, wie sie häufig bei technischen Problemstellungen auftreten. Ingesamt sind es 333 Funktionen, die Mathcad bereitstellt. Wenn Verfahren wie "kumzins" zur Berechnung von Zinsen und Zinseszinsen, "Radau" zur Lösung von Differenzialgleichungen oder "spinxyz" zur Umwandlung der Raumkoordinaten eines Punktes nicht den gewünschten Lösungsweg bahnen, können auch eigene Funktionen erstellt und in das Programm eingebunden werden.

Um Mathcad zu nutzen, muss man dem Hersteller zufolge kein Mathematiker sein. Techniker aller Fachrichtungen, Wirtschaftswissenschafter oder Studenten können die Software für ihre eigenen Problemstellungen nutzen. Mathcad "funktioniert wie ein Notizblock und ein Bleistift", heißt es im Einstieg zum Lernprogramm.

Aktualisierung

Gleichungen oder Diagramme werden bei Änderungen einzelner Variablen automatisch aktualisiert. Daher können Techniker mit Hilfe von Mathcad die Auswirkungen solcher Änderungen simulieren und auf aufwendige echte Versuchsreihen verzichten. Einzelne Variablen können so lange angepasst werden, bis das optimale Ergebnis offenkundig ist. Die von Mathcad berechneten 3D-Diagramme lassen sich mit der Maus verschieben und von allen Seiten betrachten. Auf diese Weise könne man auch eine Animation erstellen und als Film abspeichern, hieß es.

Für eine Vielzahl gängiger Berechnungen und Analysen stellt Mathcad bereits fertige Vorlagen bereit, die als "QuickSheets" bezeichnet werden. Das reicht von einfachen Aufgaben der Arithmetik und Algebra über komplexe Differenzialberechnungen bis zu komplexen Datenanalysen. Im Internet gibt es mehrere hundert weitere QuickSheets, darunter auch eine große Auswahl an ingenieurtechnischen Anwendungen. Anregungen für den Einsatz der Software bieten darüber hinaus mehrere englischsprachige "E-Books", die heruntergeladen und installiert werden können.

Anforderungen

Mathcad 11 ist für Windows (ab 98) entwickelt. Die Komplettinstallation belegt 240 MB auf der Festplatte, beim Arbeitsspeicher werden 256 MB empfohlen. Da die Software des amerikanischen Herstellers Mathsoft für den professionellen Einsatz bestimmt ist, fordert Mathcad einen entsprechenden Preis - 1.159 Euro sind es etwa bei der deutschen Software-Vertriebsfirma Softline in Offenburg. (APA)

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