Münzbetrüger puzzelten

3. April 2011, 20:01
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Euro-Münzschrott soll aus Südeuropa stammen

Frankfurt - Der Münzschrott, mit dem Betrüger die Deutsche Bundesbank um Millionen erleichtert haben, könnte aus Südeuropa stammen. Diesem Verdacht gehen die Frankfurter Ermittler nach Informationen des Nachrichtenmagazins Der Spiegel nach. Auffällig viele der bei einer Razzia am vorigen Mittwoch sichergestellten Münzteile stammten aus Ländern wie Italien oder Griechenland.

Für diese Version spräche, dass beschädigte Euro-Münzen in Deutschland seit Jahren nicht mehr in ihre Bestandteile zerlegt, sondern durch Walzen entwertet werden. In anderen Euro-Ländern werden bei den Ein- und Zwei-Euro-Stücken die gold- oder silberfarbene "Pille" vom jeweils andersfarbigen "Ring" getrennt. Die Betrüger könnten diese Teile wieder zusammengesetzt haben.

Sechs Millionen Euro Schaden

Die Frankfurter Ermittler hatten in der vergangenen Woche einen spektakulären Millionenbetrug mit 29 Tonnen gefälschter Münzen aufgedeckt. Eine Bande soll verschrottete Münzen in China wieder zusammengesetzt und bei der Deutschen Bundesbank wieder zu Geld gemacht haben. Schaden: sechs Millionen Euro.

Bei der Razzia im Rhein-Main-Gebiet waren sechs Männer (vier davon Chinesen) fest- und in U-Haft genommen worden. Drei von ihnen sind Flugbegleiter. Insgesamt halfen nach Erkenntnissen der Ermittler vier Flugbegleiter der Lufthansa beim Transport des Falschgeldes nach Deutschland.

Was die mutmaßlichen Betrüger ausgenützt haben: Die Deutsche Bundesbank tauscht beschädigte Münzen kostenfrei ein und erstattet deren vollen Wert zurück. Ein Tatverdacht gegen Mitarbeiter der Bundesbank bestehe nicht, haben die Ermittler mitgeteilt. (APA, dpa)

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