US-Aufsicht dementiert, BP wieder Genehmigungen für Tiefseebohrungen erteilt zu haben
London - Die US-Aufsichtsbehörden haben einen Bericht zurückgewiesen, wonach dem Ölkonzern BP die Fortsetzung von Tiefseebohrungen im Golf von Mexiko gestattet worden sei. "Es gibt keine solche Vereinbarung", sagte eine Sprecherin.
BP will laut Medienberichten wieder im Golf von Mexiko nach Öl bohren, hatte es zuvor geheißen. Knapp ein Jahr nach der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" habe das Unternehmen von den US-Behörden die Erlaubnis erhalten, ab Juli seine existierenden Bohrinseln wieder in Betrieb zu nehmen, berichteten Financial Times und Sunday Times. Im Gegenzug habe sich BP verpflichtet, den Behörden jederzeit Zugang zu den Bohrinseln zu gewähren. Außerdem habe das Unternehmen in einer Vereinbarung zugesichert, nach der Katastrophe, bei der 780 Millionen Liter Rohöl ins Meer strömten, seine Notfallpläne verbessert zu haben.
Keine Bestätigung
Ein Sprecher von BP wollte die Meldungen nicht kommentieren. US-Präsident Barack Obama hatte aber in der Vergangenheit mehrfach daraufhingewiesen, dass es generell wieder Genehmigungen für Tiefseebohrungen im Golf von Mexiko geben werde.
BP ist den Berichten zufolge mit 20 Ölfeldern der größte Lizenznehmer für Tiefseeölfelder im Golf von Mexiko. Bisher gilt die Vereinbarung laut Financial Times für die zehn bestehenden Bohrinseln. Die Sunday Times schrieb, dass BP später im Jahr versuchen könnte, auch Genehmigungen für neue Bohrlöcher zu bekommen.
Katastrophe kostete 41 Milliarden Dollar
Die Katastrophe im Golf von Mexiko hatte BP in eine schwere Krise gestürzt. Die Kosten für das Öl-Desaster im Golf von Mexiko bezifferten die Briten insgesamt auf knapp 41 Milliarden Dollar (28,8 Milliarden Euro). Das Geschäftsjahr 2010 endete für das Unternehmen unterm Strich mit einem Minus von 4,9 Milliarden Dollar. (APA)