Isovoltaic-Aktien kosten 16 bis 21 Euro

4. April 2011, 13:17
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Zeichnungsfrist startet schon heute - Volumen von bis zu 378 Millionen Euro

Wien/Lebring - Der Verpackungsindustrielle Stanislaus Turnauer will bis zu 45 Prozent seines Photovoltaik-Zulieferunternehmens Isovoltaic AG über die Börse verkaufen. Eine Kapitalerhöhung gibt es im Zuge des Börsengangs nicht, "weil wir keine brauchen", wie Isovoltaic-CEO Thomas Rossegger am Montag bei der Präsentation der Details des geplanten Börsengangs erklärte. Turnauer wolle durch den Verkauf die Finanzkraft anderer Bereiche seines Konzern stärken.

Stanislaus Turnauer ist derzeit über seine Beteiligungsgesellschaften CIAG-Beteiligungen GmbH und TIBAG Beteiligungen GmbH Alleineigentümer der Isovoltaic, die damit ein Schwesterunternehmen der Constantia Industries ist. Der Hauptaktionär wolle auch künftig mindestens 55 Prozent an der Isovoltaic behalten, sagte Rossegger. Auch künftig werde es zwei Namensaktien geben, deren Inhaber den Aufsichtsrat bestimmen können, dem derzeit drei Mitglieder angehören - nach dem IPO sollen es vier werden.

Kaum Mitspracherecht für Kleinaktionäre

Zwar werden die Kleinaktionäre bei der Isovoltaic kaum Mitspracherechte haben, dennoch sei das Investment attraktiv, sagte Rossegger. "Der Umsatz ist bis auf 2009 immer stark zweistellig gewachsen. Wir gehen davon aus, dass sich dieses Wachstum fortsetzen wird und wir die Margen stabil halten können."

Die Isovoltaic erzielte 2010 einen Umsatz von 201,4 Mio. Euro (+67,5 Prozent). Der operative Gewinn (EBIT) verdoppelte sich beinahe auf 57,3 Mio. Euro (nach 29,5 Mio. Euro), die EBIT-Marge betrug 28,5 Prozent. Unterm Strich blieb ein Jahresüberschuss von 42,5 Mio. Euro, der Gewinn je Aktie betrug 1,06 Euro. Medienberichte über eine "vermeintlich" hohe Dividendenausschüttung müsse er relativieren, sagte Finanzchef Christoph von Lutz. Man habe zwar für 2010 eine Dividende in Höhe von 51 Mio. Euro ausgeschüttet, der Großteil davon - 39 Mio. Euro - sei jedoch als Kapitalerhöhung wieder in das Unternehmen zurückgeflossen: Das Grundkapital wurde von 1 Mio. Euro auf 40 Mio. Euro erhöht "um das Unternehmen börsefähig zu machen, so Lutz. Die Ausschüttungsquote solle künftig 20 bis 30 Prozent betragen.

Die Zeichnungsfrist für die Isovoltaic-Aktie beginnt heute (4. April) und endet voraussichtlich am 14. April, erster Handelstag soll der 15. April sein. Die Preisrange geht von 16 bis 21 Euro je Aktie, erklärte der Finanzchef der Erste Group Bank AG, Franz Hochstrasser. Die Erste Group ist einer der Koordinatoren und Bookrunner. Das Transaktionsvolumen wird somit zwischen 288 und 378 Mio. Euro (inklusive Mehrzuteilungsoption) betragen. Wann der genau Preis festgesetzt wird, ist noch nicht bekannt.

Angeboten werden in Österreich und im europäischen Ausland bis zu 17,995 Mio. Aktien der CIAG-Beteiligungen GmbH und TIBAG Beteiligungen GmbH - zunächst bis zu 15,65 Mio. Stück sowie bis zu 2,345 Mio. Stück als Mehrzuteilungsoption. Das Angebot richtet sich in Österreich an private und institutionelle Anleger und europaweit an institutionelle Anleger. Das Transaktionsvolumen ohne Mehrzuteilungsoption bezifferte das Unternehmen mit 250 bis 329 Mio. Euro, inklusive Mehrzuteilungsoption sind es bis zu 378 Mio. Euro. Es besteht eine Mehrzuteilungsoption im Ausmaß von 2,345 Mio. Aktien aus dem Besitz der TIBAG.

Rückseitenfolien für Photovoltaik-Module

Isovoltaic ist nach Eigenangaben Weltmarktführer bei Rückseitenfolien für Photovoltaik-Module, mit einem Marktanteil von 35 Prozent. Dabei werden mit den fünf wichtigsten Kunden 65 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet. Der in Asien erzielte Umsatzanteil ist in den letzten Jahren auf fast 70 Prozent gestiegen, darum hat die Isovoltaic im Dezember 2010 eine Verkaufsniederlassung in Changzhou (China) mit acht Mitarbeitern gegründet. Der Hauptsitz des Unternehmens ist im steirischen Lebring, wo rund 220 Mitarbeiter mit der Entwicklung und Produktion beschäftigt sind. Am Standort Eisenstadt gibt es 30 Stammmitarbeiter.

Ab 2012 soll es in China auch eine Endfertigung geben, eine Verlagerung von Produktionsteilen, die höheres Know-how erfordern, sei jedoch nicht geplant, "weil man es dort nicht schützen kann", sagte Rossegger. Laut Technik-Vorstand Manfred Schlögl hat die Isovoltaic weltweit über 80 Patente angemeldet und auch die eigens entwickelten Produktionsmaschinen schützen lassen. Der Anteil des Personalaufwands am gesamten Aufwand betrage unter 5 Prozent, es gebe daher keinen besonderen Kostendruck aus Billiglohnländern. Der Kostenanteil einer Rückseitenfolie am ganzen Photovoltaik-Modul beträgt 4 bis 7 Prozent, der Preis 6 bis 8 Euro je Quadratmeter Folie. (APA/red)

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    Der Vorstandvorsitzende des österreichischen Photovoltaik-Zulieferers Isovoltaic AG, Thomas Rossegger (v.l.), und die Mitglieder des Vorstandes, Manfred Schlögel und Christoph von Lutz.

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