Als ganz Indien quasi Kopf gestanden ist

3. April 2011, 17:46
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Indien gewann im Wankhede-Stadion von Mumbai durch einen Sieg gegen Koveranstalter Sri Lan­ka zum zweiten Mal nach 1983 den WM-Titel im Cricket. Die Menschen lagen einander in den Armen und tanzten.

Mumbai - Die Straßen waren fast leer. Busse und Taxis beschränkten sich auf Nottouren, nur bei Public-Viewing-Partys herrschte großes Gedränge. Weite Teile des öffentlichen Lebens kamen am Samstag, während Indien das WM-Finale gegen Sri Lanka gewann, zum Erliegen. Eine Milliarde Menschen am asiatischen Subkontinent verfolgten die Mega-Party im Fernsehen.

Nach Spielschluss strömten in der Hauptstadt Neu-Delhi und in zahlreichen anderen Orten Hunderttausende auf die Straßen. Die Menschen lagen einander in den Armen und tanzten. Es gab Feuerwerk, Autokorsos und Hupkonzerte. Am Sonntag strahlten die indischen Nachrichtenkanäle Sondersendungen aus. Die Zeitungen hatten nur diesen einen Aufmacher. "Jeden hat dieses einmalige Gefühl der Liebe für unser Land erfasst", sagte ein Rechtsanwalt aus Neu-Delhi dem Sender NDTV. Die Spieler wurden von Staatspräsidentin Pratibha Patil empfangen.

Selten zuvor wurde die Dominanz der asiatischen Teams so deutlich wie bei der diesjährigen WM. In Indien, Sri Lanka und Pakistan stellte der bevölkerungsreichste Kontinent drei Halbfinalisten. Nur Neuseeland mischte im Konzert der Großen mit, schied aber gegen Sri Lanka aus. Indiens Sachin Tendulka (37), der als weltbester Werfer gilt, trug maßgeblich zum ersten Titelgewinn seit 1983 bei. In seinem Heimatland war er schon vorher wie eine Gottheit verehrt worden.

Auch im Nachbarland Sri Lanka wurde gefeiert. Tausende Menschen jubelten am Straßenrand, als die Mannschaft in einem dreistündigen Autokorso vom Flughafen in die Hauptstadt Colombo fuhr. "Wir müssen uns bei der Nation entschuldigen, dass wir den Titel nicht gewonnen haben", sagte der Kapitän des Weltmeisters 1996, Kumara Sangakkara. (red, DER STANDARD Printausgabe, 4.4.2011)

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    Ausnahmezustand in Mumbai.

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    Werfer Sachin Tendulkar mit dem Pokal, der mehr als eine Milliarde Menschen entzückt.

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