In die Breite surfen

3. April 2011, 16:36
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Österreichs Verband bildet internationale Surflehrer aus

Wien - Die weltbesten Surfer läuteten Anfang März an der australischen Gold Coast die Saison ein. Gegen den 39-jährigen US-Amerikaner Kelly Slater, den zehnfachen Weltmeister der Profi-Vereinigung ASP, war wieder nichts zu holen. Österreichische Wellenreiter waren erst gar nicht dabei. "Da sind wir ein Stückerl davon entfernt", sagt Johnny Nesslinger vom österreichischen Verband Austrian Surfing.

Dennoch schmücken auch Surfer mit österreichischem Pass regelmäßig internationale Contests. Mit dem gebürtigen Südafrikaner Chris Schnitzer, dem aus Teneriffa stammenden Ladislaus Rüdegger, Tipi Jabrik aus Indonesien und Carolina Thun aus Peru starten derzeit vier österreichische Wellenreiter bei einer internationalen Profi-Tour. Der Letzte, der trotz des Startnachteils, ohne Meer vor der Haustüre aufgewachsen zu sein, Erfolge feierte, war der Grazer Martin Roll. 2003 war er die Nummer 17 Europas und weltweit 152. von 700 Profis.

Das Ziel von Austrian Surfing ist es aber eher, den Breitensport zu forcieren und Know-how weiterzugeben. So werden 90 Prozent der gesamten deutschsprachigen Surflehrer derzeit von Austrian Surfing ausgebildet. Unter den 92 Teilnehmern im Jahr 2010 waren zudem auch Surfer aus England, Frankreich, Portugal, Polen, Japan, Neuseeland, Brasilien, den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten. "Unser Verband finanziert sich durch Ausbildungen", sagt Nesslinger.

450 Mitglieder zählt Austrian Surfing, insgesamt schätzt Nesslinger die Zahl der regelmäßigen österreichischen Wellenreiter auf knapp 1000. Die besten von ihnen matchen sich ab 20. Juni im französischen Seignosse um den Staatsmeistertitel. Höhepunkt des Jahres wäre die Teilnahme an den World Surfing Games in Panama (ab 25. Juni). "Noch fehlt das Geld. Aber vielleicht können wir noch ein paar Sponsoren auftreiben", sagt Nesslinger. (krud, DER STANDARD Printausgabe, 4.4.2011)

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