UN-Sprecher

"Keine Seite respektiert die Menschenrechte"

3. April 2011, 18:47
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    foto: reuters/emmanuel braun

    Truppen des international anerkannten Präsidenten Quattara in Abidjan.

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Massaker-Vorwürfe gegen Ouattaras Truppen – Kämpfe in Abidjan

Abidjan - In Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste) wächst die Kritik an den Truppen des international anerkannten Wahlsiegers Alassane Ouattara. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK)berichtete am Wochenende von einem Massaker an Zivilisten, das Anfang der Woche in der westlichen Stadt Duékoué stattgefunden habe. Dabei seien mindestens 800 Menschen getötet worden. Die Caritas sprach von mehr als 1000 Toten.

Auch die UN-Mission Unoci machte Ouattaras Truppen für zahlreiche Tote verantwortlich. Die Mission sprach zunächst von 330 Menschen, die bei Duékoué umgekommen seien - der Großteil sei durch Ouattaras Anhänger getötet worden. Mehr als 100 Menschen seien durch Söldner der Truppen des bisherigen Präsidenten Laurent Gbagbo umgebracht worden. Derzeit respektiere keine der beiden Seiten die Menschenrechte, sagte ein Vertreter der Mission zu Journalisten.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon forderte eine Untersuchung des Blutbads und die Bestrafung der Verantwortlichen.

Ouattara wies die Anschuldigungen umgehend zurück und lud im Telefonat mit Ban eine internationale Kommission zur Untersuchung ein. Kurz nachdem das IKRK das Massaker bekanntgemacht hatte, hatte das Ouattara-Lager erklärt, man habe an anderen Orten "zahlreiche Massengräber" entdeckt. Diese seien in Toulepleu, Blolequin und Guiglo im Westen des Landes gefunden worden. Dafür seien die "Söldner und Milizen" Gbagbos verantwortlich.

Blutige Schlacht um Abidjan

In der Wirtschaftsmetropole Abidjan gingen die Kämpfe am Wochenende weiter. Hintergrund des Machtkampfs ist die Präsidentenwahl vor vier Monaten: Ouattara hatte sie laut internationalen Beobachtern gewonnen, Gbagbo weigert sich zurückzutreten. Bisher sind alle Versuche zu einer Vermittlung gescheitert.

Die Streitkräfte Gbagbos verteidigten bis Sonntag den Präsidentenpalast und die Residenz. Gbagbos Anhänger hatten am Samstag auch das Gebäude des staatlichen Fernsehens zurückerobert.

Bei einem Angriff von Spezialkräften Gbagbos wurden nach UN-Angaben am Samstag in Abidjan vier Blauhelmsoldaten schwer verletzt, als sie zwischen die Fronten gerieten. Nach der EU und den USA hatte in der Nacht auf Samstag auch UN-Chef Ban Ki-moon den abgewählten Präsidenten aufgefordert, die Macht an seinen Nachfolger abzugeben. Auch die USA forderten Gbagbo erneut zum Rücktritt auf. Am Sonntag übernahmen französische Soldaten die Kontrolle über den internationalen Flughafen.

In der Uno wächst unterdessen angesichts von 130.000 Flüchtlingen die Sorge um die Stabilität im Nachbarland Liberia. Das Land brauche etwa 147 Millionen Dollar (103 Millionen Euro) an internationaler Hilfe, um mit dem Ansturm fertig zu werden. Bisher stünden aber erst 35 Mio. zur Verfügung. (AFP, dpa, Reuters, red/DER STANDARD, Printausgabe, 4.4.2011)

Kommentar posten
20 Postings
Malkaye
00
kennt sich jemand mit den abzeichen an barretten aus?

wäre ja interessant zu erfahren, dass der söldner ouattaras ein geschenk eines französischen ausbilders auf dem kopf trägt... :)

Gunnar Sturm
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Marionette

Ouattara ist doch nur eine Marionette Frankreichs. Er ist doch gar nicht in der Lage mit seinen siegestrunkenen Rebellen zu regieren.

Zudem, die Wahlen wurden von den Rebellen zu plump manipuliert (obwohl die UNOCI kräftig weggeguckt hat) ist es zu offensichtlich:

http://www.ivoireleaks.de

mkdigital
 
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warum gibts hier kein nato eingreifen, keine bomben auf panzer wie in Libyen? hat vl was mit einem gewissen fossilen brennstoff zu tun?

brennessel
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Wieso sollte man denn sonst Millionen von Euros/Tag verpulvern, wenn es dafür keine Gegenleistungen gäbe?
Bzw. wer sollte so etwas bezahlen?

Analyser
00

es wird schwierig sein die genauen ziele zu bestimmen, in lybien ist das einfach: alles was fliegt oder an der front richtung osten fährt/zielt

hackler
01

sobald die kakaoplantagen der franzosen in mitleidenschaft gezogen werden, kann sich das dann schnell ändern.

Johannes Benn
11
.

irgendwas an dem menschenrechtsvorwurf ist schief. wenn in wien jemand aufgrund seiner abstammung nicht in ein lokal gelassen wird schallt es durch die lande: menschenrechtsverletzung. wenn in lampedusa das mittagessen fünf minuten zu spät bereitet ist genau so.
und hier werden zivilisten ermordet und es bleibt nichts als der gleiche vorwurf. durch zu häufige verwendung wurde dem vorwurf die schärfe genommen er wurde abgestumpft. dabei bräuchte man die worthülse für die vorgänge in der elfenbeinküste nicht einmal. da ist blanker mord

hackler
01
du hast nicht nur das menschenrecht nicht abgeknallt zu werden, sondern auch weiter - freu dich

wenn jemand in wien aufgrund seiner herkunft (die mir bekannte fälle, hatte stets mit der hautfarbe zu tun) nicht in ein lokal gelassen wird, dann nennt sich so was rassismus. das ist nicht oke und soll nicht vorkommen.

wenn in lampedusa ein mittagessen zu spät kommt (eine derartige beschwerde hab ich noch nie gehört), dann dürfte es mit einem unterfinanzierten und auf "sicherheit" konzentrierten hilfssystem für asylwerberInnen zu tun haben. aber essen kommt ab und zu zu spät und das ist wohl das geringste problem im asylbereich.

wenn in der cote d´ivoire bewaffnete milizen und Militärs wehrlose zivilisten umbringen, dann sind das kriegsverbrechen. die verantwortlichen gehören zur verantwortung gezogen. bis zur spitze der Befahlskette

parapente
00
Menschenrechte im Krieg?

Ja, wo lebt ihr denn?

klar kent
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die wissen..

...ja nicht mal was menschenrechte sind. das ist ein anderer "planet".

Danuselli
00

genau so hinterweltler in den USA

Raptor Jesus
04
Man schießt sich die Wählermasse zurecht

70% sollen's sein?

Vincent_Vega
16
"Keine Seite respektiert die Menschenrechte" - Manipulative Berichterstattung!!!

1) outarras söldner haben das massaker angerichter - das ist "eine" seite

2) gbagbo ist lt. ivorischen gesetz "rechtmäßiger" president. outarras wird massiver wahlbetrug vorgeworfen, mehr stimmen in manchen wahlkreisen als überhaupt wahlberichtigt waren, etc....

3) verhandlungen gescheitert, ja weil outarras verhandlungen kategorisch abgelehnt hat und eine "entführung" gbagbos von der uno fordert.

4) usa und frankreich haben outarra mit waffen versorgt (über liberia und nigeria)

5) frankreich schaut bei seinen schützlingen wie in ruanda schon wieder beim massenmord zu...

6) ist outarra trotz uno resolution und abmachungen vom norden her in gbagbo gebiet eingefallen....

christianp
00
einseitiger posting ebenfalls

weiterführende berrichterstattung über die vorfälle in duekoue: http://bit.ly/eRd4sw

gbagbo weigert sich seit jahren vom thron herunterzusteigen .. hat durch die übernahme des konzepts der ivorite großes unheil über das land gebracht. bei der rolle fra geb ich ihnen recht, deren einmischungen sind zum kotzn.

Mariamari
00
naja

"Ouattara hat übrigens in seiner Regierungszeit [als Ministerpraesident] noch unter Boigny die ersten "Ausländergesetze" erlassen, nämlich eine Ausländeraufenthaltsbescheinigung"

Quelle: www.ivoireleaks.de

Jürgen Rembremerding
25
"frankreich schaut bei seinen schützlingen wie in ruanda schon wieder beim massenmord zu... "

Musst Dich schon entscheiden. In Libyen ist Dir das frz. Engagement ja wieder nicht recht!

Vincent_Vega
03
wiso?

libyen:

frankreichs schützlinge: die rebellen

meschenrechtsverletzungen wärend des angezettelten bürgekrieges zu 90% von den rebllen...

also mien weltbild bricht nicht zusammen... :D

Hans Vogel
10
In Afrika

tritt ein Politiker nicht zurück. Dort wird er umgebracht.

_Mickey_
02
In Österreich

tritt ein Politiker nicht zurück. Dort gilt die Unschuldsvermutung.

Protheus
 
11
Und wenn das nicht ausreicht

wird er nach Brüssel befördert.

@Topic: Scheißsituation. Im Moment geht echt die Post ab, wenn man sich den Erdball mit all seinen Problemzonen mal ansieht. Was ist los? Neumond? Hat Nostradamus doch endlich mal recht?

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