30 Festnahmen bei Protesten gegen den Präsidenten

2. April 2011, 12:52

Demonstranten forderten Aliyevs Rücktritt

Baku/Moskau - Bei Protesten in Aserbaidschan gegen die autoritäre Regierung von Präsident Ilham Aliyev (Alijew)hat die Polizei des Kaukasus-Staates mindestens 30 Menschen festgenommen. Mehrere Dutzend Oppositionelle versammelten sich am Samstag trotz Verbots im Zentrum der Hauptstadt Baku. Sie riefen "Freiheit" und forderten Aliyevs Rücktritt, wie Medien aus der Ex-Sowjetrepublik berichteten.

Menschenrechtler beklagen Unterdrückung Andersdenkender in Aserbaidschan sowie Übergriffe auf die Opposition. Proteste sind wegen des hohen Sicherheitsaufgebotes im Land sehr selten.

Aserbaidschan wird seit fast zwei Jahrzehnten von einer Familie regiert: 1993 kam der Sowjet-Veteran Heydar Aliyev an die Macht, die er zehn Jahre später an seinen Sohn Ilham weitergab. Er könnte Präsident auf Lebenszeit bleiben, nachdem im Vorjahr per Referendum eine Verfassungsänderung erfolgt ist: Demnach ist die Amtszeit des Staatschefs nicht mehr auf zwei Fünf-Jahres-Perioden beschränkt.

Europa sieht in Aserbaidschan einen wichtigen Partner als künftigen maßgeblichen Gaslieferanten, um die Abhängigkeit von Russland zu reduzieren. So soll unter Federführung der OMV die geplante Nabucco-Pipeline eines Tages Gas aus Aserbaidschan und der umliegenden Region nach Europa bringen. (APA)

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