Demonstranten forderten Aliyevs Rücktritt
Baku/Moskau - Bei Protesten in Aserbaidschan gegen die
autoritäre Regierung von Präsident Ilham Aliyev (Alijew)hat die
Polizei des Kaukasus-Staates mindestens 30 Menschen festgenommen.
Mehrere Dutzend Oppositionelle versammelten sich am Samstag trotz
Verbots im Zentrum der Hauptstadt Baku. Sie riefen "Freiheit" und
forderten Aliyevs Rücktritt, wie Medien aus der Ex-Sowjetrepublik
berichteten.
Menschenrechtler beklagen Unterdrückung Andersdenkender in
Aserbaidschan sowie Übergriffe auf die Opposition. Proteste sind
wegen des hohen Sicherheitsaufgebotes im Land sehr selten.
Aserbaidschan wird seit fast zwei Jahrzehnten von einer Familie
regiert: 1993 kam der Sowjet-Veteran Heydar Aliyev an die Macht, die
er zehn Jahre später an seinen Sohn Ilham weitergab. Er könnte
Präsident auf Lebenszeit bleiben, nachdem im Vorjahr per Referendum
eine Verfassungsänderung erfolgt ist: Demnach ist die Amtszeit des
Staatschefs nicht mehr auf zwei Fünf-Jahres-Perioden beschränkt.
Europa sieht in Aserbaidschan einen wichtigen Partner als
künftigen maßgeblichen Gaslieferanten, um die Abhängigkeit von
Russland zu reduzieren. So soll unter Federführung der OMV die
geplante Nabucco-Pipeline eines Tages Gas aus Aserbaidschan und der
umliegenden Region nach Europa bringen. (APA)