Google-Mitgründer Larry Page nimmt ab Montag wieder auf dem Chefsessel Platz - Er meint: weniger ist mehr
Dampfplaudereien sind nicht Larry Pages Sache: Schon Wochen bevor der Google-Mitbegründer diesen Montag das Zepter von dem langjährigen CEO Eric Schmidt übernimmt, waren die Google-Manager aufgefordert, ihm ihre laufenden Projekte zu beschreiben - in 60 Wörtern oder noch weniger.
Neu Zeiten
Auch sonst stehen firmenintern einige Änderungen an. Während Besprechungen wird es den Mitarbeitern nicht mehr gestattet sein, an ihren Laptops oder Tablets zu arbeiten. Ein umso erstaunlicher Ukas für einen Mann, der einst nicht von seinem Handheldcomputer aufblickte, um mit dem schwerreichen Internetunternehmer Barry Diller (USAi) zu reden - mit der Begründung, er könne viele Dinge gleichzeitig tun.
Vergangenheit
Auch wenn der 38-Jährige, der im September 1998 mit seinem Stanford-Kommilitonen Serge Brin die Suchmaschine gründete und dort bis 2001 CEO war, als Tausendsassa gilt - eines scheint er mittlerweile gelernt zu haben: Manchmal ist weniger mehr. Nachdem Google im vergangenen Jahrzehnt zig Unternehmen aufgekauft und unzählige Projekte gestartet hat, will Page Berichten zufolge sich auf weniger Vorhaben konzentrieren. Das Google Personals Health Record (Portal, auf dem Nutzer ihre Gesundheitsdaten sammeln können) soll deshalb etwa zurückgefahren werden, um Ressourcen für gewinnbringendere Projekte freizuschaufeln.
Erfindungsgeist
Bei allem Erfolg des Internetriesen (beinahe 30 Mrd. Dollar Umsatz im Vorjahr), sind Investoren von Google derzeit nur mäßig inspiriert. Die Google-Aktie hinkte im Vorjahr dem Durchschnitt der Technologiewerte an der Nasdaq um zehn Prozent hinterher.
Seinen Erfindungsgeist wird Page jedenfalls weiterhin brauchen. Zum Beispiel dafür, im Bereich sozialer Netze sich ebenso einen weitreichenden Namen zu "ergoogeln" wie Mark Zuckerberg mit Facebook. (kat\DER STANDARD, Printausgabe; 2. April 2011)