Al-Kaida bekennt sich zu Geisel-Massaker in Tikrit

2. April 2011, 12:01
6 Postings

"Antwort auf Verbrechen an sunnitischen Gefangenen"

Kairo - Die Extremistenorganisation Al-Kaida im Irak hat sich zu einer blutigen Geiselnahme am vergangenen Dienstag im nordirakischen Tikrit mit 65 Toten bekannt. Der Angriff auf den Sitz des Provinzparlaments in der Stadt 180 Kilometer nördlich von Bagdad sei die "Antwort auf Verbrechen" gewesen, die "die Sicherheitskräfte der Provinz Salaheddin an sunnitischen Gefangenen begangen haben", hieß es in einer Botschaft des Terrornetzes, die am Samstag in islamistischen Internet-Foren auftauchte.

Extremisten hatten am Dienstag das Provinzparlament in Tikrit gestürmt und die dort tagenden Abgeordneten in ihre Gewalt gebracht. Irakische Sicherheitskräfte stürmten wenige Stunden später das Gebäude, um die Geiseln zu befreien. Zahlreiche Geiseln starben dabei, unter ihnen drei Abgeordnete des Provinzparlamentes, zahlreiche Beamte, Regierungsangestellte, Polizisten und zwei Journalisten. Insgesamt waren 65 Menschen getötet und 95 weitere verletzt worden.

Die Al-Kaida im Irak versteht sich als lokaler Ableger der Al-Kaida von Osama bin Laden. Sie rekrutiert sich aus der sunnitischen Minderheit im Land und will mit Mitteln des Terrors einen sunnitisch-islamischen Staat errichten. Ihr Einfluss unter der sunnitischen Bevölkerung im West- und Nordirak ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. (APA)

Share if you care.