Nadal lässt Federer alt aussehen

2. April 2011, 13:23
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Keine Chance für den Schweizer bei Zweisatz-Niederlage im Halbfinale von Miami - Weltranglisten-Erster im Endspiel erneut gegen Djokovic

Miami -  Rafael Nadal hat überraschend mühelos das Endspiel des ATP-Masters-Turniers in Miami erreicht. Der spanische Weltranglisten-Erste besiegte am Freitagabend im Halbfinale den absolut chancenlosen Roger Federer aus der Schweiz in nur 79 Minuten mit 6:3, 6:2. Für Nadal war es im 23. Duell mit dem Weltranglisten-Dritten der 15. Erfolg.

Im Endspiel der mit 4,5 Millionen Dollar dotierten Hartplatz-Turniers steht der 24-Jährige am Sonntag dem Serben Novak Djokovic gegenüber. Der Zweite der Weltrangliste hatte sein Vorschlussrunden-Match gegen den US-Amerikaner Mardy Fish mit 6:3, 6:1 für sich entscheiden und somit seine imposante Siegesserie auf 23 Erfolge nacheinander ausgebaut. Nadal und Djokovic hatten bereits vor zwei Wochen das Finale des ATP-Masters im kalifornischen Indian Wells bestritten, damals gewann der Serbe in drei Sätzen. In der Gesamtbilanz führt Nadal jedoch mit 16:8-Siegen.

Der erwartete Klassiker Nadal gegen Federer wurde vor 14.500 Zuschauern zu einer Machtdemonstration des Spaniers. Es war der zweitdeutlichste Erfolg des Spaniers nach jenem im French-Open-Finale 2008 (6:1,6:3,6:0). "Er hat ein paar mehr Fehler als üblich gemacht. Roger wird aber bis zum Jahresende ein ernsthafter Konkurrent im Rennen um die Nummer eins sein", sagte der Weltranglistenerste.

Nadal schaffte früh das erste Break zum 2:1, blieb bei eigenem Aufschlag den ganzen Durchgang absolut ungefährdet (Federer holte nur zwei Punkte) und beendete den Durchgang mit einem zweiten Break. Auch im zweiten Satz agierte der 29-jährige Federer phasenweise erschreckend schwach und konnte auch die wenigen Chancen - einen Breakball und ein 0:30 bei Aufschlag von Nadal - nicht nützen. Symptomatisch für den durchwachsenen Auftritt waren drei Vorhand-Fehler im letzten Game, der 31. unerzwungene Fehler beim Matchball.

"Ich habe in der Offensive viel zu schwach gespielt. Rafa war solide, aber längst nicht unglaublich, das musste er auch nicht. Das war heute leider nichts", resümierte Federer. "Es ist enttäuschend, wenn man zwei Wochen hier verbracht hat und dann das Timing in diesem Spiel so nicht findet", fügte der Schweizer hinzu. Federer freut sich nach einer durchaus zufriedenstellenden Hartplatz-Serie nun schon auf die Sandplatzsaison, die für ihn in etwas mehr als einer Woche in Monte Carlo beginnt.

Djokovic: "Bestes Tennis meines Lebens"

Djokovic hatte gegen Fish genauso wenig Mühe und baute seine imposante Siegesserie auf 23:0 (mit Davis Cup gar 25) aus. Zwei Erfolge fehlen dem Serben nun nur mehr auf Ivan Lendl, der 1986 mit 25 Siegen in die Saison gestartet war. Die Bestmarke von John McEnroe (39 Siege/1984) ist noch etwas weiter entfernt.

Nach den Triumphen bei den Australian Open, in Dubai und zuletzt Indian Wells steht der 23-Jährige vor seinem vierten Titelgewinn in Folge sowie dem 22. insgesamt. "Ich fühle mich auf dem Platz zwar nicht unschlagbar, aber ich habe großes Selbstvertrauen, da ich derzeit das beste Tennis meines Lebens spiele", sagte Djokovic, der das Turnier 2007 schon einmal gewonnen hat.

Dessen ist sich auch Nadal bewusst. "Er hat seine Matches alle ziemlich einfach gewonnen und spielt fantastisches Tennis", lobte der Spanier seinen Finalgegner. Unabhängig davon werde er alles versuchen. "Ich muss sehr gut und aggressiv spielen, um eine Chance zu haben", meinte Nadal, der in seinem dritten Miami-Finale auf seinen ersten Sieg hofft.  (APA/red)

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