Grüner Druck auf Europa

1. April 2011, 21:58

Hochstimmung und Petitionen bei Tagung in Budapest

Die Grünen sind in Hochstimmung. Den etwa 300 Menschen, die zum 14. Kongress der europäischen Grünen an diesem Wochenende nach Budapest gereist sind, ist anzumerken, dass sie ihre Partei gerade europaweit im Aufwind sehen.

In den Reden fällt dann auch öfter das Wort "good human being" , denn Menschen, die gegen Atomkraft sind, sind gute Menschen. Und die Grünen waren schon immer gegen Atomkraft, also sind Grüne gute Menschen. Das ist die Rechnung, die jedenfalls für die Anwesenden aufgeht, die gekommen sind, um sich einmal gegenseitig kräftig auf die Schulter zu klopfen. Es ist eine gewisse Selbstzufriedenheit wahrnehmbar, die sich hier in den Räumen des Hotels Marriott breitmacht. Die Stimmung ist prächtig.

Der Reaktorunfall in Japan vor einigen Wochen hat den europäischen Grünen zu einem Hoch verholfen. Gekrönt wurde das vom Wahlsieg im deutschen Bundesland Baden-Württemberg, wo die Grünen mit der SPD in Koalitionsverhandlungen um ihren ersten Ministerpräsidenten überhaupt stehen.

Was den Ausstieg aus der Atomkraft angeht, haben die Grünen die Themenhoheit - und die anderen Parteien das Nachsehen. Wie das Beispiel Deutschland beweist: Wenn die CSU/CDU-FDP-Regierung ihren Standpunkt in der Atompolitik nach der Katastrophe korrigieren will, wirkt das für die Bevölkerung trotz besten Willens unglaubwürdig.

Wenig überraschend steht der grüne Kongress unter dem Motto: "Wie kann man den europaweiten Ausstieg aus Atomkraft organisieren?" Denn für die Grünen hat der Reaktorunfall in Fukushima ein Zeitfenster geöffnet, in dem sie Handlungsspielraum sehen. Statt praktische, brauchbare und realisierbare Alternativmodelle auf den Tisch zu legen, dominieren aber Initiativen und Petitionen.

Österreich hat mit einer Unterschriftensammlung für einen europaweiten Atomausstieg begonnen, wie auch Frankreich und Belgien. Im Laufe des Kongresses soll der Beschluss einer europaweiten Petition gefasst werden.

Das sei aber nur die inhaltliche Basis, sagt Grünen-Chefin Eva Glawischnig. Es gebe "Tonnen von Studien, in denen konkrete Ausstiegsmöglichkeiten durchgerechnet würden". (Saskia Jungnikl aus Budapest/DER STANDARD, Printausgabe, 2.4.2011)

eze eze
 
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nur 5 Minuten: 8.55 bis 13.55

und danach wissen wir wieder mehr:

http://www.youtube.com/watch?v=5SAxP63Y7M0

Aus der 2007 veröffentlichten und im obigen Youtube-Link erwähnten KiK-Studie geht eindeutig hervor, dass die Leukämierate von Kleinkindern, die im Umkreis von 50 km (nicht nur von 5 km!) um Atomkraftwerke leben, massiv erhöht ist.
Das Risiko steigt statistisch signifikant mit der Nähe des Wohnortes zu einem Reaktor an.

Ein 12-köpfiges damals hinzugezogenes ExpertInnen-Gremium betonte ausdrücklich, dass ein ursächlicher Zusammenhang keineswegs ausgeschlossen werden kann!

Nachzulesen hier:
http://www.bfs.de/de/bfs/pr... r07/pr0712

Der ausführliche Abschlussbericht der Studie wurde dem Dt. Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit übergeben.

märchenonkel
00
26.4.2011, 21:50
Kannst du den Link in Klartext posten?

3dGeist
50

Wie sieht denn die alternative zu AKW´s aus?

Windenergie und Solarenergie sind nur zeitlich begrenzt verfügbar und ohne massive Förderung nicht wirtschaftlich. Das Potenzial von Biomasse ist auch nur begrenzt und konkuriert um Anbaufläche für Nahrungsmittel.
Österreich ist mit seinem hohen Wasserkraftanteil ja in einer relativ guten Lage, aber wie sollen Frankreich, Deutschland, USA usw. mit Ökostrom versorgt werden?
Der enorme Energiebedarf unseres Lebensstandards kann im Moment nur durch konventionelle Kraftwerke gedeckt werden, Kohle und Ölkraftwerke schaden der Umwelt mehr als AKW´s.
Niemand ist dazu bereit seinen Lebensstandard einzuschränken oder mehr für Strom zu bezahlen.

nix fir unguad
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Weltweit haben die AKWs bis heute 62 Milliarden MWh an Elektrizität erzeugt

Als diese AKWs gebaut wurden gab es Alternative nichts anderes als Kohle. Nach einem OECD Bericht entstehen durch die Kohle vom Abbau bis sich die Rauchgase des kraftwerkes Niederschläge Externe Kosten zwischen €20 & 60/MWh. Im Durchschnittalso €40. Die Externen Kosten enthalten keine Kosten für die mögliche Erderwärmung. Externe Kosten für AKWs wurden auf €5/MWh errechnet
Alle AKWs haben also der Menschheit externe Kosten von über €2000Milliarden erspart.
Im übrigen schlägt das Ökoinstitut Deutschland vor die Kernkraft durch erhöhter Nutzung von Kohle- & Gaskraftwerke zu ersetzen. Selbst das Ökoinstitut glaubt nicht dass EE einen wesentlichen Beitrag leisten kann.
http://www.oeko.de/oekodoc/1... 008-de.pdf

tramtatam
01

wieviel an "externen Kosten" bringt ein für Jahrtausende kontaminiertes Land?

kann man die ersparten Kosten in einem kontaminierten Land auch ausgeben? - bzw was macht man so mit EUR 2000 milliarden in einem radioaktiv verseuchten Land?

Erstversuch
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Wo genau ist denn das für Jahrtausende kontaminierte Land?

atomkraft neindanke
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Kassandra war tieftrauig, weil sie recht hatte.

Angesichts der menschlichen Tragödien in Japan bin ich und viele andere Grüne nicht in Hochstimmung.

Wenn die Welt uns erst Glauben schenkt, wenn es bereits zu spät ist, haben wir alle nichts mehr davon.

Natürlich wollen wir das Zeitfenster nützen um den neuen, sicheren, grünen Weg in der Energiepolitik endlich umzusetzen, aber glauben Sie mir, das Wort Hochstimmung trifft es sicherlich nicht.

Wir sind zutiefst betroffen!

Erstversuch
30
Ach Sie Guter, sogar in der Trauer übertrefft ihr uns

fast übermenschlich.

Erstversuch
10
Nun der Kromp hat m INterview in der ZIB aber

recth vergnügt gewirkt

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