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Die ganze Welt schaut auf Libyen, Côte d'Ivoire liegt im toten Winkel. Dabei müsste die Staatengemeinschaft dort erst recht eingreifen. Im westafrikanischen Staat gilt es nicht nur weitere Angriffe auf Zivilisten zu verhindern, sondern die Demokratie zu verteidigen. Denn es gibt einen rechtmäßig gewählten Präsidenten, Alassane Ouattara. Der Verlierer der Wahl, Laurent Gbagbo, weigert sich aber seit November, sein Amt an den international anerkannten Wahlsieger zu übergeben. Ouattara fleht die internationale Gemeinschaft seit Monaten an, auch mit militärischen Mitteln einzugreifen.
Nach Schilderungen von Mitarbeitern ansässiger Hilfsorganisationen und der Brüsseler Expertengruppe "International Crisis Group" tobt in dem Land bereits ein Bürgerkrieg: Wie in Libyen klammert sich ein Herrschender an die Macht, er setzt Kampfhubschrauber und Granaten gegen Zivilisten ein. Er kündigte an, "bis zum Ende kämpfen" zu wollen. Die Kämpfe bezeichnete er im Übrigen als "vom Ausland gesteuert" . Argumente, wie sie auch Muammar al-Gaddafi verwendet.
Aber auch den Truppen Ouattaras werden Plünderungen, Entführungen und Misshandlungen von Zivilisten vorgeworfen. Nach Einschätzung der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wird ein Szenario wie in Ruanda, wo binnen weniger Wochen 800.000 Menschen in Pogromen umkamen, nicht mehr ausgeschlossen. Damals hieß es, so etwas dürfe nicht wieder passieren. Aber auch in Côte d'Ivoire wird geschlachtet, vergewaltigt, eine Million Menschen sind auf der Flucht. Unter ihnen auch viele Gastarbeiter, die plötzlich zu Freiwild erklärt wurden und gejagt werden.
Zwar hat die Uno nach monatelangen Debatten in der Nacht zum Freitag Sanktionen gegen Gbagbo verhängt. In der UN-Resolution 1975 wird wie in 1973 (die sich mit Libyen beschäftigt) der Schutz der Zivilbevölkerung gefordert. Es ist eine UN-Truppe vor Ort, die "alle notwendigen Maßnahmen" zur Erfüllung ihres Mandats ausüben dürfe. Aber die inzwischen auf 10.000 Soldaten aufgestockte Blauhelm-Truppe war schon in den vergangenen Monaten völlig überfordert, am Freitag wurde bei Kämpfen eine UN-Mitarbeiterin getötet. Die Blauhelm-Soldaten dürfen nicht aktiv kämpfen und sind überdies schlecht ausgerüstet. Zwar will sich die aus rund tausend Soldaten bestehende französische Truppe stärker in der ehemaligen Kolonie ihres Landes engagieren, aber notwendig ist vielmehr eine konzertierte militärische Aktion der Staatengemeinschaft. Dafür kommt nur die Nato infrage. Die Afrikanische Union, die bisher zu vermitteln versucht hat, ist nicht stark genug.
Die gleichen Argumente, die für ein Eingreifen der internationalen Allianz in Libyen gegolten haben, gelten auch für Côte d'Ivoire: Es gilt Menschenleben zu retten. Warum dies nicht geschieht? Nach Libyen werden sich so rasch keine Staaten mehr finden, die Menschen und Gerät für ein Eingreifen zur Verfügung stellen. Außerdem gibt es in dem westafrikanischen Land kein Erdöl, sondern nur Kakao. Und die ivorischen Flüchtlinge bringen zwar ihre Nachbarländer in Schwierigkeiten, halten sich aber außerhalb des westlichen Wahrnehmungsradius auf. Sie bedrohen nicht die Festung Europa. Humanitäres Völkerrecht darf nicht selektiv angewandt werden, sonst verliert die internationale Staatengemeinschaft ihre Glaubwürdigkeit. (Alexandra Föderl-Schmid /DER STANDARD, Printausgabe, 2.4.2011)
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... gibts schon lange nichts mehr zu verlieren. Aber darum gehts ja auch gar nicht. Es geht eher darum gerecht zu erscheinen ohne gerecht handeln zu müssen. Und da die Sieger die Geschichte schreiben, kann das bequem nach der jeweiligen Machtergreifung erledigt werden.
ahh ja richtig - Serbien hatte ja auch eine ganze menge erdöl. das erdöl in libyen wird mit oder ohne gaddaffi von westl. ländern ausgebeutet. ausserdem wenn sarko könnte wär er wahrscheinlich militärisch schon längst in der elfenbeinküste... klar das libyen im zuge der ganzen umstürze mehr aufmerksamkeit bekam. gerecht is das nicht, aber wegen dem öl ists auch nicht
"neutral bleiben bitte!"
"nato hier rein! wir aber net!"
kurzum: als neutraler hat man auch keine forderungen zu stellen wohin natoländer IHRE soldaten hinzuschicken haben; auch emöprung ist nicht angebracht.
zur elfenbeinküste selbst:
die konflikte sind verschieden wie tag und nacht:
1. in der EFBK gabs wahlen wo niemand weiss wie es ausgegangen ist - in lybien gabs einen dikator und forderung nach freiheit
2. BEIDE seiten sind bewaffnet und laufen mordend herum (EFBK) - in lybien kämpft eine söldnerarmee gegen das lybische volk
3. EFBK gäbe es nur "optionen": beide seiten wegbomben ? besetzen? nationbuilding zw. zwei "führern" die gleichermaßen agieren? - in lybien wollen die rebellen nur gadaffi hängen sehen und net die opposition
Die "Rebellen" sind genau so wenig "das Volk" wie es die Armee Gaddafis ist. Schon gar nicht sind sie Zivilisten. Siehe auch den Artikel über die Aktivitäten der CIA in Libyen ("vor Wochen schon").
und kriege gelten bald als "normal" wie das gruppenfoto am G8-gipfel. dabei kann es doch nicht so schwer sein, die versorgung der elfenbeinküste mit waffen zu boykottieren, schliesslich stammt der großteil der waffen aus dem westen, der sich hier als demokratiebringer aufspielen soll, wenn es nach frau föderl-schmid geht. auch würde das regime dort nicht lange überleben, wenn der zivile ungehorsam und die verweigerung der bevölkerung eine kritische masse erreicht. da könnte der westen zur abwechslung mal wirklich etwas sinnvolles tun und zb die streikkassen der ivoirischen arbeiter auffüllen, damit sie solange streiken können, bis das regime zusammenbricht. aber wozu sinnvolles tun, wenn man auch einfach nur krieg! schreien kann?
http://www.europarl.europa.eu/sides/get... XML+V0//DE
Die Waffe,die als Standardwaffe in afrikanischen Kriegen gilt, ist die russische AK47.Die wird heutzutage in vielen Ländern gebaut, einschliesslich afrikanischer Länder wie Libyen.Oder wird billig von China geliefert.Nachdem Schwellenländer(China,Indien,Brasilien,Südafrika...)beginnen, immer hochwertigere Waffen zu bauen,werden wir diese billigen Waffen mit hoher Zerstörungskraft immer häufiger sehen.Jetzt zb sehen wir brasilianische Radpanzer in Libyen.Ein Waffenembargo des Westen wäre sinnlos.
"die verweigerung der bevölkerung"
Die Bevölkerung besteht aus mehr als 60 Ethnien mit genauso vielen Sprachen,zwischen denen es auch Spannungen gibt.
Die Elfenbeinküste ist der größte Kakaoproduzent der Welt.
Und sogar im Standard gab es schon einen interessanten Artikel:
http://derstandard.at/129782210... -Uebergang
Zitate daraus:
"... - und darüber hinaus die Kakaoplantagen im Süden. Diese werden weitgehend von den Franzosen kontrolliert.
Gbagbo versuchte vor ein paar Monaten, die für die Landeswirtschaft so wichtige Anbaukultur zu verstaatlichen. "
Und natürlich darf ein Konzern nicht fehlen:
http://www.greenpeace-magazin.de/index.php... 0af052ad35
...wird er heute mit Demokratie und Menschenrechten begründet.
Und das Völkerrecht geht vor die Hunde. Es war schon immer ein Recht des Stärkeren, aber nun scheinen die letzten Schranken zu fallen.
Um seine eigene Meute zurückzuhalten?
http://derstandard.at/129782212... Zivilisten
Auch hier haben die "Guten" durch einseitige und frühzeitige Parteinahme für die ihnen genehme Partei die Situation verschlimmert.
Empfehlenswerter Link:
http://www.jungewelt.de/2011/04-02/051.php
Aber sogar:
http://derstandard.at/129782210... -Uebergang
Da regen sich heimatliche Journalisten auf, warum andere Länder ihre Truppen nicht überall dort einsetzen, wo es Menschenleben zu retten gibt....das fettgefressene Tortenparadies gibt Ratschläge zum Abnehmen....noch nie hat ein einziger Österreichischer Soladt irgendwo in der Welt auch nur seinen kleinen Finger gerührt, um in einem Krisengebiet helfend einzugreifen.
http://www.boerse-go.de/Kakao/Kakaopreis
Kakao: 1900 GBP/T
das schon, nur wird vom Öl halt wesentlich mehr benötigt.
Ich glaube auch, dass die Welt einen Totalausfall irgendwie verkraften könnte auch wenn ich persönlich es als sehr tragisch ansehen würde, wenn es keine Schoko mehr gäbe.
... besteht doch aus mehr als nur aus europa und den usa.
die nachbarn der elfenbeinküste haben auch armeen - und einige sind unter un-mandat auch dort. für deren unfähigkeit bzw. unwillen entsprechend durchzugreifen den westen wieder mal verantwortlich zu machen, ist zwar bequem aber auch lächerlich.
die situation ist ausserdem kaum vergleichbar - in d. elfenbeinküste gibts b.d. auseinandersetzungen kaum schweres gerät - d.h. luftschäge bringen wenig bzw. würden sehr viele zivile opfer fordern.
alternative - massiver bodeneinsatz, dauernde truppenpräsenz. das haben wir dzt. in afghanistan und die zustimmung der dortigen bevölkerung dafür geht gegen null.
unsere linken träumer ignorieren halt jede realität.
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