Griechen ist Spiellaune vergangen

1. April 2011, 16:46
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Die Krise hat sich auf die Zockerlaune der Bevölkerung und damit auf die Auslandtochter der Casinos Austria ausgewirkt

Wien - Die Wirtschaftskrise in Griechenland hat sich auf die Zockerlaune der örtlichen Bevölkerung deutlich ausgewirkt und damit direkt auch auf die dort tätige Auslandtochter der Casinos Austria. "Aufgrund der geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als Folge der Krise des Staatshaushalts in Griechenland wurden buchmäßige Wertminderungen in Höhe von 6,6 Mio. Euro erfasst", schreibt das Unternehmen in seinem Freitagnachmittag veröffentlichten Finanzbericht. Von den Abschreibungen seien 1,5 Mio. Euro im betrieblichen Segmentergebnis enthalten und der Rest im Finanzergebnis erfasst.

Der Anteil am griechischen Unterhaltungskomplex Loutraki, bei dem auch der österreichische Geschäftsmann Martin Schlaff über eine Holding im Boot ist, wirft seit der Griechenlandkrise bei weitem nicht mehr so viel ab wie früher.

Ungeklärte Rechtsfrage

Für Gesprächsstoff wird das Thema Loutraki bei der CAI in den nächsten Monaten aber noch weiter sorgen: "Im Jahr 2010 hat der Mehrheitseigentümer des Clubhotel Loutraki, des größten Casinoresorts Griechenlands, eine Put-Option geltend gemacht, derzufolge die CAI die Finanzbeteiligung an Loutraki von fünf auf 14 Prozent erhöhen müsse", schreibt das Unternehmen in seinem Finanzbericht. "Kein wirkliches Problem", so Casinos-Austria-Sprecher Martin Himmelbauer. "Wenn wir nicht müssen, tun wir es aber nicht." Dies sei ein Geschäft im Rahmen des Verkaufs der Casino-Belgrad-Anteile gewesen. Es sei aber noch eine "ungeklärte Rechtsfrage" ob die CAI zur Aufstockung verpflichtet sei. Wie lange die Klärung dauern werde, sei noch nicht abzuschätzen, so Himmelbauer.

Die Einspielergebnisse in Griechenland in den ersten Monaten 2011 entsprechen den Erwartungen, so die CAI. Es könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass eine weitere Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds in Griechenland oder weitere Rückstufungen von Ratingagenturen zusätzliche Vorsorgen notwendig machen.

Die gesamten Spielerlöse der Casinos Austria International stiegen im Geschäftsjahr 2010 im Vergleich zum Jahr davor leicht um 0,5 Prozent auf 218 Mio. Euro. Wie bereits berichtet stürzte das Konzernergebnis auf Minus 35 Mio. Euro ab. Die Eigenkapitalquote verringerte sich von 35,4 Prozent auf 28,7 Prozent. Die Eigenkapitalrentabilität betrug Minus 21,3 Prozent. (APA)

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