Vieles neu im Jüdischen Museum

1. April 2011, 17:09

Chefkuratorin geht, neue Dauerausstellung kommt

Wien - Felicitas Heimann-Jelinek, Chefkuratorin des Jüdischen Museums Wien (JMW) verlässt, wie sie betont, das Museum auf eigenen Wunsch, ihr Dienstvertrag wurde per 31. März in beiderseitigem Einverständnis aufgelöst.

Heimann-Jelinek, die sich seinerzeit auch für die Leitung des JMW beworben hatte, galt als interne Widersacherin ihrer neuen Chefin Danielle Spera. Als 21 Hologramme - Kernstücke der bisherigen, von Heimann-Jelinek kuratierten Dauerausstellung - im Zuge von Renovierungsarbeiten am Standort in der Dorotheergasse zu Bruch gingen, eskalierten die Meinungsverschiedenheiten.

Heimann-Jelinek habe, so Spera, in den vergangenen Jahren die Positionierung des Museums maßgeblich geprägt.

Nun aber will die Direktorin mit einem erneuerten Team lieber in die Zukunft blicken. Die Umbauarbeiten in der Dorotheergasse werden plangemäß im Juni abgeschlossen sein. Wien. Jüdisches Museum. 21. Jahrhundert wird dann die neue Dauerausstellung heißen, deren einzelne Entwicklungsschritte auch Teil der Präsentation sein sollen. Außerdem wird es eine Publikation und ein Symposium zum Thema geben.

Das Konzept dazu hat Werner Hanak-Lettner, langjähriger JMW-Kurator, entwickelt. Der international renommierte Ausstellungsmacher wird auch die erste große Wechselausstellung kuratieren, mit der das Haus wieder eröffnet werden soll: Bigger than life. 100 Jahre Hollywood. Eine jüdische Erfahrung. (asch, DER STANDARD - Printausgabe, 2./3. April 2011)

Nachlese (mit Postings)

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14 Postings
Kunstfreund
00
und jetzt

Schwamm drüber und in die Zukunft blicken. Mir tut es leid um Peter Menasse und die auch sicher verdienstvolle Chefkuratorin. Aber wir Besucher wollen in erster Linie ein funktionierendes Museum und Frau Spera wird das schon hinkriegen. Der erste Titel im neuen Haus ist vielversprechend.

Speranza
40
Spera soll gehen.

In nicht einmal einem Jahr das Museum halb und seinen Ruf zur Gänze zerstört. Darf's noch ein bisschen mehr sein?

Lord Schaumloeffel
16
also, meine unmaßgebliche meinung:

frau spera geht mir am toches vorbei, weil zu orf-zeiten als nebenerwerbs-ehrgeizigste ("wieviel krieg ich?") kennengelernt.

die frau kuratorin mag fachlich kompetent sein, aber über ihren umgang mit anderen leuten habe ich so viele übereinstimmende geschichten gehört, dass ich - sollte nur die hälfte stimmen - nicht mal im selben zugabteil mit ihr sitzen, geschweige denn, zusammenarbeiten wollte.

da sind halt zwei töchter der finsternis und des schreckens aufeinandergekracht und haben sich öffentlichkeitswirksam das leben zur hölle gemacht. eine ist auf der strecke geblieben. so ist das leben.

eigentlich wollte ich diesen intrigantenstadel künftig meiden. aber diese hollywood-sache schau ich mir vielleicht doch noch an. mal sehen.

Thomas Rothschild
 
70
Alles alt

Und was, bitteschön, wäre da neu? Dass man Mitarbeiterinnen wegekelt? Das ist doch Wiener Alltag! Und zum Thema der "ersten großen Wechselausstellung" gibt es längst Filme und Bücher, meist mit antisemitischem Unterton. Es wird wieder einmal geklappert - aber wo bleibt das Handwerk?

Kunstfreund
01
Herr Thomas Rothschild,

Ich kann nicht verstehen, wie ein kompetenter und hochgebildeter Mensch wie Sie sich zu so unqualifizierten Meinungen hinreißen lässt. Hollywood und die Filmwelt hat den aus Österreich jüdischen Vertriebenen nahezu alles zu verdanken. Es ist höchst an der Zeit, dass man sich in Österreich wieder an sie erinnert, auch daran, warum sie Österreich verlassen mussten und auch, warum der österreichische Film fast bis heute gebraucht hat, diesen Verlust zu überwinden.

Die Aufklärung
 
34
Na ja

Na ja Th. R., das ist soo wohl sehr parteiisch und unfair gesagt.

Die Kampagne, die die nicht zum Zug gekommene Angestellte entfacht hat, war illoyal und so richtig rachelüstern, zudem auch noch falsch.

Thomas Rothschild
 
11
Bitte um Aufklärung, Aufklärer

Mag sein. Ich kenne keine von den beiden Antagonistinnen persönlich. Wenn Sie aber recht haben, wüsste ich gerne, wofür sich die "nicht zum Zug gekommene Angestellte" gerächt hat, inwiefern ihre Kampagne falsch war und vor allem: ob der eingeforderten Loyalität auch eine in angemessener Form erfüllte Fürsorgepflicht gegenüber stand. Wenn Loyalität Schweigepflicht bedeutet, ist sie ein antidemokratisches Disziplinierungsinstrument. Bloße Andeutungen erschweren die Meinungsbildung. Das gilt grundsätzlich, in der Dorotheeegasse nicht anders als in der Grazer Neuen Galerie. Ich bin tatsächlich parteiisch: für Transparenz und gegen Machtausübung und Nepotismus.

steve low
01
Und wo sehen Sie in diesem Falle Machtausübung und Despotismus?

Speranza
52
Freunderlwirtschaft

und nichts anderem hat Spera ihre Position zu verdanken. Hat man sich halt wiedermal international blamiert, wurscht.
Der Verlust von Heimann-Jelinek ist für das Museum nicht hoch genug zu bewerten. Fünf von neun wissenschaftlichen MitarbeiterInnen sind weg. Und runter geht's den Bach.
Brauner und Mailath halten Spera wegen was auch immer.

Die Aufklärung
 
00
Lobbying

Lobbying und Mobbing, mehr ist nicht anzumerken.

Dr. Lari and Mr. Fari
 
00
in unserer hektischen Zeit

könnte man das ja als "Mobbying" zu einem neuen Wort zusammenziehen, oder?

;-)

double standard
00

soll das jetzt heißen spera hätte die hologramme zerderpern lassen um ihre ehemalige mitbewerberin raus zu beissen?

Viper001
53
wie immer es auch

gewesen sein mag, die Spera war ne absolute Fehlbesetzung..

die hat den Horizont einer ORF ZIB 1 Moderatorin....aber auch nicht mehr..

steve low
03
Die Lobby von Heimann-Jelinek postet munter weiter...

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