Erholung der Leitindizes dauert an

1. April 2011, 15:08
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Ein Kommentar aus dem Equity Weekly der Erste Group von Hans Engel

Die Erholung der US-Leitindizes dauert an. Der S&P stieg in der vergangenen Woche um 1,2%, ebenso der Dow Jones. Der Nasdaq Composite und der Russell 2000 stiegen noch stärker an (1,6% bzw. 3,24%). Das QE2-Programm wurde auch in dieser Woche fortgesetzt.

Die größten Anstiege waren in den Bereichen Telekom Services (+5,1%), Immobilienaktien (+2,7%), Chemie (+2,6%), Transport (+2,5) sowie Biotechnologie (+2,5%) zu beobachten. Der schwächste  Sektor war jener der Baumaterialien (-1,6%). Auch Halbleiteraktien (-0,7%) sowie Computertitel entwickelten sich unterdurchschnittlich (-0,6%).

Die Lage am Arbeitsmarkt bleibt nach wie vor sehr angespannt. Die regelmäßig veröffentlichten Arbeitsmarktdaten sind zur Darstellung der tatsächlichen Situation nahezu untauglich und werden trotzdem von vielen Anlegern beachtet. Wir wollen kurz erklären, welche Sachverhalte diesbezüglich tatsächlich relevant sind. Zuerst aber ein paar Worte zu den Arbeitslosenzahlen und deren Problematik. Die ausgewiesene Zahl von Arbeitslosen spiegelt die reale Situation aus zwei wichtigen Gründen nicht richtig wider. Erstens fallen nach einer gewissen Zeit der Anspruchsberechtigung (99 Wochen) die weiterhin Unbeschäftigten aus der Statistik, d.h. wenn alles andere gleich bleibt, sinkt die Zahl der als arbeitslos Gemeldeten automatisch. Zweitens melden sich aufgrund der Aussichtslosigkeit der Bemühungen viele Arbeitsfähige gar nicht mehr als arbeitslos.

Der Anteil der Beschäftigten an der arbeitsfähigen Bevölkerung hingegen ist ein weit sinnvolleres Maß zur Einschätzung des Arbeitsmarktes. Die oben genannten Probleme werden dadurch vermieden und man bekommt ein klares Bild der Lage. Zur Illustration der aktuellen Situation des US-Arbeitsmarktes haben wir im nachstehenden Chart eine langjährige Zeitreihe der US-Beschäftigungsquote abgebildet. Man erkennt, dass die Maßnahmen der FED (QE1, QE2) keine positiven Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hatten. Auf Inflation, Energie- und Rohstoffpreise hingegen schon. Gegen Ende des Quartals sind wichtige Unternehmensergebnisse eine Rarität. In zwei Wochen startet die neue Berichtssaison.

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