Visionsarbeit in der Garage

2. April 2011, 19:11
  • Garage als Ort für Kreativität?
    foto: derstandard.at/lichtl

    Garage als Ort für Kreativität?

Werner Böhm (48) studierte Raumplanung und Raumordnung - Seit März ist er Geschäftsführer der Wipark Garagen und des Städtischen Parkraummanagements (STPM)

STANDARD: Haben Sie ein Parkpickerl?

Böhm: Nein. Ich lebe in einem Bezirk, wo man noch keines braucht.

STANDARD: Aber auch Sie haben sicher viel Zeit mit der Parkplatzsuche verbracht. Sind Sie der aufbrausende oder der gelassene Typ?

Böhm: Ich fahre seit 30 Jahren Auto, auch viel in Ballungszentren und bin entsprechend viel im Kreis gefahren. Ich bin ein eher ungeduldiger Parkplatzsucher.

STANDARD: Als Chef der Wipark und STPM sind Sie Herr über 18.000 Stellplätze. Da erübrigt sich die Parkplatzsuche ...

Böhm: Ja. Ich fahre Stellplätze in unseren Garagen an, aber ich schaue mir auch gerne die Garagen der Mitbewerber an - und zahle dafür gerne ein Ticket.

STANDARD: Ein Garagenplatz schont nicht nur das Auto, sondern auch die Umwelt ...

Böhm: Das ist eine einfache Formel: Je mehr Garagenstellplätze, umso weniger Verkehr und umso sicherer die Straßen. Und: Die dadurch freigewordene Oberfläche kann den Radfahrern oder Fußgängern zurückgegeben werden.

STANDARD: Die Garage ist auch ein Ort für Kreativität. Viele Dinge sind dort erfunden worden, es wird Musik in Garagen gespielt. An welchem Eck beflügelt Sie die Garage?

Böhm: Besonders im Bereich der Mobilitätsstrategien einer Stadt oder eines Konzerns. Wir denken über die Möglichkeit nach, am Garagenstellplatz sein Elektro-Auto auftanken zu können und den Strom dafür über Fotovoltaikanlagen in den Gebäuden selbst zu produzieren. Wir denken über die Schaffung von grünem Lebensraum nach, etwa indem wir unsere Garagendächer begrünen. (Heidi Aichinge, DER STANDARD, Pritnausgabe, 2./3.4.2011)

Hm, ein bisschen Wischi-Waschi...

Lachen musste ich aber bei diesem Zitat:

"Je mehr Garagenstellplätze, umso weniger Verkehr und umso sicherer die Straßen."

Im Ernst: Wie funktioniert diese Logik? Die Leute stellen ihr Auto ja nicht in die Garage, um es auf ewig dort stehen zu lassen. (Das wäre weniger Verkehr.)

aber es werden weniger runden auf der parkplatzsuche gedreht

weil die leute ja direkt die garage ansteuern. ergibt in summe also weniger verkehr - und v.a. in kleineren seitengassen wahrscheinlich ein erheblicher unterschied. ich brauch ja nur am abend bei mir aus dem fenster schauen, wieviele pkw da kreisen - wenn ich nicht selbst in diesem kreisel stecke, was gottseidank nur selten vorkommt...

Hm, guter Punkt.

Ich habe vor allem daran gedacht, dass eine Garage ja sicher auch Verkehr anzieht (leichte Parkmöglichkeit).

Dieser Verkehr lässt sich aber dann wahrscheinlich zielgerichteter lenken und die Straßen dementsprechend ausbauen.

Auch das ist wohl nicht unrichtig. Aber:

Ich sehe das Grundproblem darin, dass die Garage tendenziell zu mehr Autoverkehr führt. Da ist dann zwar nett, wenn dieser Mehrverkehr gut geführt wird, aber das Grundproblem bleibt: Mehr Autoverkehr, und somit mehr Lärm, Abgase, etc...

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