Katastrophale Hygienezustände auf Lampedusa

1. April 2011, 13:19
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Die hygienischen und sanitären Bedingungen der Migranten auf der italienischen Insel Lampedusa seien inakzeptabel, so die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" (Medecins Sans Frontieres - MSF) am Freitag. MSF fordert Unterstützung für die Migranten. Derzeit müssten sich am Hafen der Insel Lampedusa 3.000 Migranten 16 Container-Toiletten teilen. Es stünden nur zwei Wassertanks bereit, und die Behörden stellten anderthalb Liter Wasser pro Tag und Migrant zur Verfügung. Diese sanitären Bedingungen seien unter den humanitären Standards.

"Es ist kaum zu glauben, dass das in Italien passiert - in einem G-8-Land. Die Lebensbedingungen auf der Insel sind schlimmer als jene in Flüchtlingslagern auf der ganzen Welt, in denen Ärzte ohne Grenzen im Einsatz ist" beklagte Kostas Moschochoritis, Geschäftsführer der italienischen Sektion von Ärzte ohne Grenzen. "Diese Aufnahmebedingungen sind inakzeptabel und dürfen nicht anhalten, denn sie verletzen die Würde dieser Menschen" sagte Moschoritis. Seit dem 14. Februar leistet Ärzte ohne Grenzen eigenen Angaben zufolge gemeinsam mit lokalen Behörden medizinische Hilfe für auf der Insel ankommende Migranten und Asylwerber. Nach den Umwälzungen und den gewaltsamen Zusammenstößen in der arabischen Welt seien über 18.000 Menschen auf Lampedusa gelandet.

"Die schlechten hygienischen Bedingungen können das Entstehen von Infektionskrankheiten begünstigen. Für bessere Aufnahmebedingungen und einen besseren Zugang zu medizinischer Behandlung in den Zentren, wohin die Migranten transferiert werden, muss gesorgt werden" erklärt Barbara Maccagno, medizinische Verantwortliche für die Projekte von Ärzte ohne Grenzen in Italien. (APA)

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