Poker und Roulette auf dem Asphalt

6. April 2011, 16:44
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Sommerreifen 2011: Regelmäßige Reifentests der Konsumentenschützer und Autoklubs bringen zutage, dass man keinem vorgefassten Urteil trauen darf

Während in Österreich jedermann und jedefrau irgendwann einmal vor dem Problem steht, Winterreifen kaufen zu müssen, ist das bei Sommerreifen mitunter anders: Wer wenig fährt und alle paar Jahre ein neues Auto kauft, kommt möglicherweise gar nie in die Situation. Denn die Laufleistung eines guten Sommerreifens kann durchaus 40.000 km erreichen. Bei entsprechend rüder Fahrweise aber auch nur die Hälfte.

Und nicht nur das: Auch unter den verschiedenen Produkten gibt es enorme Unterschiede in der Lebensdauer - bei gleicher Fahrweise. Damit ist man nun doch spätestens konfrontiert, wenn der zweite Satz Sommerreifen fällig wird. Und mit vielen weiteren Fragen: Können Reifen beim Spritsparen helfen? Was ist überhaupt ein sicherer Reifen? Kann man sich auf die Reputation der bekannten großen Herstellernamen verlassen?

Um all diese Fragen ständig im Blickfeld zu haben und die Antworten darauf auch aktuell zu halten, führen europäische Konsumentenschutzorganisationen und Automobilclubs (für Österreich VKI - Konsument und ÖAMTC) permanent das ganze Jahr über und über Kontinente hinweg Sommer- und Winterreifentests durch und veröffentlichen die Ergebnisse in zwei Tranchen, Winterreifen naturgemäß im Herbst, Sommerreifen im Frühling.

Die wichtigsten Erkenntnisse im diesjährigen Frühling: Die Frage, ob große Namen halten, was sie versprechen, ist gleich einmal mit Nein zu beantworten, jedenfalls nicht unbedingt. Immer öfter kommt es vor, dass weniger glorreiche Namen in der Wertung nach vorn rücken. So geschah es diesmal, dass relativ preisgünstige Pneus von Hankook und Barum hochpreisige Markenware von Firestone, Pirelli, Dunlop und Goodyear in der Bewertung hinter sich ließen (bei der schmaleren Dimension 175/65 R 14). Bei den breiteren Reifen (195/65 R 15) lauteten die Namen auf den ersten drei Plätzen der Konsument-Wertung Vredestein, Maloya und Nokian.

Was man aber heute noch mit Sicherheit sagen kann: Bei einem chinesischen Reifen ist das Risiko hoch, noch mit 50 km/h dahinzuschlittern, während ein anders bereiftes Auto schon steht. Doch Überraschung: Diesmal tauchte auch ein indisches Fabrikat auf und schnitt gar nicht schlecht ab: Apollo, ein Traktorreifenspezialist, drang ins gute Mittelfeld vor.

Einen wichtigen Kostenfaktor eines Reifens stellt auch der Rollwiderstand dar. Umgerechnet auf den Verbrauch des Wagens kann dieser bis zu einem halben Liter mehr je 100 km ausmachen. Wollte ein Autohersteller so einen Verbrauchsvorteil erreichen, müsste er beispielsweise das ganze Auto um 300 kg leichter machen. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/01.04.2011)

  • Rollwiderstand beeinflusst 
direkt den Verbrauch, damit kann man gleich einmal einen halben Liter 
Sprit auf 100 km einsparen. Ein echtes Argument in Zeiten wie diesen.
Informationen:ÖAMTC
Konsumentenschutz
    foto: dunlop

    Rollwiderstand beeinflusst direkt den Verbrauch, damit kann man gleich einmal einen halben Liter Sprit auf 100 km einsparen. Ein echtes Argument in Zeiten wie diesen.

    Informationen:
    ÖAMTC
    Konsumentenschutz

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