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Die Onychomykose ist eine chronische Pilzinfektion die langsam zur Zerstörung der Nagelplatte führt.
Foto: Hamfel/www.pixelio.de
Meist beginnt es harmlos: ein kleines Knötchen, ein Bläschen oder eine Rötung, leichte Schuppungen. Es sind die ersten Anzeichen für eine Hautpilzinfektion, die sich unbehandelt kontinuierlich ausbreitet. Häufig jucken die befallenen Stellen nicht einmal, daher gehen viele Betroffene erst relativ spät zum Dermatologen. "Im Frühjahr und besonders in der Badesaison kommen die meisten Pilzpatienten", sagt Gabriele Ginter-Hanselmayer, leitende Oberärztin an der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie der Med-Uni Graz.
Ausgelöst wird eine Pilzinfektion meist durch Fadenpilze, sogenannte Dermatophyten. Doch auch Hefepilze können eine Pilzinfektion, insbesondere auf den Schleimhäuten, verursachen. Pilze kann man sich vielerorts holen. Ob sie sich in der Haut oder dem Nagel festsetzen und dort eine Infektion auslösen, hängt unter anderem von der Immunabwehr ab. "In Österreich sind circa 90 Prozent der Pilzinfektionen auf prädisponierende Faktoren zurückzuführen, nur zehn Prozent hängen von der Virulenz des Erregers ab", so Ginter-Hanselmayer.
Jeder Fünfte
Pilzinfektionen gehören nach Akne und Ekzemen zu den häufigsten Hautkrankheiten. Besonders verbreitet ist Fußpilz, nach jüngsten Schätzungen leidet in Europa jeder Fünfte daran. "Tatsache ist, dass Pilzinfektionen weltweit zunehmen", sagt Ginter-Hanselmayer, "es ist eine Zivilisationskrankheit." Je älter Menschen sind, desto anfälliger sind sie für Nagelpilzinfektionen. Abgesehen von der zunehmenden Brüchigkeit der Haut und der Nägel spielen Durchblutungsstörungen und Stoffwechselstörungen wie Diabetes, aber auch Übergewicht, eine Rolle. Lebensstil ist ein Faktor. In Industrieländern stecken die Füße den ganzen Tag in Schuhen: Die Feuchtigkeit, die durch Schwitzen entsteht, bildet ein ideales Milieu für die Pilzinfektion. Bei vielen Sportarten verursachen Erschütterungen minimale Verletzungen an Füßen und Nägeln, die Pilzsporen eine Eintrittspforte schaffen. Und schließlich spielt die genetische Veranlagung eine Rolle. Das ist mit ein Grund, weswegen Nagelpilzinfektionen schon im Kindesalter heute wesentlich öfter vorkommen als noch vor 30 Jahren. Auch Kopfpilzinfektionen steigen bei Kindern stark an. "95 Prozent aller Kopfpilze werden durch Erreger von Tieren übertragen. Das zeigt die Statistik der Uniklinik Graz", sagt Ginter-Hanselmayer.
Kopfpilz wird oft spät diagnostiziert, da er - verdeckt von den Haaren - meist gar nicht bemerkt wird. Stellt sich ein Jucken ein, wird der Kopfpilz häufig mit einem Ekzem verwechselt und mit Kortison behandelt. Grundsätzlich ist eine Pilzinfektion meist nur durch eine Untersuchung von Schuppen, Haarwurzeln oder Nagelfragmenten unter dem Mikroskop in Kombination mit Kultivierungsmethoden von einem Ausschlag oder einem Ekzem zu unterscheiden. "In allen Fällen mit Verdachtsmoment sollte dieser Befund gemacht werden", sagt Ginter-Hanselmayer. Denn eine frühe Diagnose erhöht die Heilungschancen. Im Frühstadium könne eine äußerliche Lokalbehandlung ausreichen, bei Nagelpilzinfektionen helfe meist nur eine zusätzliche innerliche Therapie. Pilzinfektionen sind äußerst hartnäckig, werden häufig chronisch und belasten die Lebensqualität. Lebensbedrohlich sind sie hingegen fast nie. "Es gibt eine Diskussion, ob Pilze Giftstoffe, so genannte Mykotoxine, absondern, das ist aber nicht gesichert", sagt Ginter-Hanselmayer. Höchstens nach Transplantationen, bei Patienten mit reduzierter Immunabwehr, könnten Hefepilze als auch Schimmelpilze Infektionen auslösen, die Organe befallen.
Lavendel-Abwehr
Traditionelle Ansätze bei der Behandlung von Pilzinfektionen erforschen portugiesische Wissenschafter, die Forschungsergebnisse wurden im Journal of Medial Microbiology veröffentlichtet. Bei In-vitro-Versuchen konnten die Forschergruppe um Lígia Salgueiro von der Universität in Coimbra die fungizide Wirkung von ätherischem Öl aus grünem Lavendel nachweisen. Bereits in geringen Mengen soll es Faden- und Hefepilze abtöten. Laut der Studienleiterin Salgueiro könne Lavendelöl eine günstige und effiziente Alternative im Kampf gegen Haut- und Nagelpilz sein, die auch Medikamentenresistenzen die Stirn biete. "Es gibt keine validierte Behandlungserfahrung", warnt Ginter-Hanselmayer, "daher kann man den Einsatz von Kräuterextrakten fachärztlich nicht empfehlen. Eine Verbesserung ist erzielbar, Heilung unwahrscheinlich." Heilung sei bei Nagelpilzinfektionen außer im Kindesalter ohnehin nicht bei allen Betroffenen erreichbar, so Ginter-Hanselmayer, "bei Erwachsenen liegen die Heilungschancen bei 50 bis 70 Prozent."
Dabei kann sich jeder vor Pilzinfektionen schützen. Pilzsporen lieben Feuchtigkeit, Badeschlapfen sind eine Schutzbarriere. Nach dem Füßewaschen sollten Zehen und Zehenzwischenräume gut abgetrocknet werden. "Anfällige können einmal pro Woche einen pilzwirksamen Nagellack verwenden und sollten im Urlaub oder in der Therme vor dem Schlafengehen eine pilzwirksame Creme auftragen", rät Ginter-Hanselmayer. Auch der Hautkontakt mit infizierten Menschen ist zu vermeiden. Handtücher oder Wäsche sollten nicht geteilt werden. Bei der Ernährung auf bestimmte Lebensmittel wie Weißmehl und Zucker sowie auf Alkohol zu verzichten lohnt sich im Kampf gegen Hautpilz nicht. "Bei Dermatophyten hat die Ernährung überhaupt keinen Einfluss", sagt Ginter-Hanselmayer, "höchstens bei Hefepilzen kann sie eventuell eine gewisse Rolle spielen." (Konstanze Wagenhofer, DER STANDARD Printausgabe, 18.04.2011)
Wissen
Dermatophyten sind Faden- pilze, die sich von Keratin ernähren und 75 Prozent aller Pilzinfektionen verursachen, sogenannte Dermatophytosen. Deren wichtigste Gruppe wird als Tinea, lateinisch für "Motte", bezeichnet. Nisten sich die Dermatophyten in der Haut oder den Nägeln ein, ist eine Infektion unausweichlich. Wie ein Mottenloch breiten sie sich kontinuierlich nach außen aus. Erste Anzeichen sind Rötungen, häufig mit einer Schuppung am Rand. Eine Diagnose ist nur mit Mikroskop möglich.
Hefepilze, auch Sprosspilze genannt, sind für rund ein Viertel aller Pilzinfektionen der Haut und Schleimhäute verantwortlich. Viele Hefepilzarten sind für den Menschen harmlos oder sogar nützlich. Der wichtigste schädliche Hefepilz ist der Candida albicans. Hefepilze gelten als opportunistische Erreger: Eine Kolonisation löst nicht zwingend eine Infektion aus. So haben Schätzungen zufolge 50 Prozent aller Menschen Hefepilze in der Mundhöhle und zehn bis 20 Prozent aller Frauen im geschlechtsreifen Alter in der Scheide. Treten keine Beschwerden auf, muss nicht behandelt werden.
Schimmelpilze verursachen selten Hautpilz. Dabei handelt es sich um medizinische relevante Schimmelpilze, die mit dem Schimmel auf Käse oder auch dem Schimmel auf verdorbenen Speisen nichts zu tun haben. (kowa)
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mit einer gestörten Darmflora zu tun. Das bedeutet: So wichtig lokale Behandlung, egal ob mit Teebaumöl oder mit einem pharmakologischen Pilzhemmer, auch ist: an der Sanierung der Ursache, des Darms, kommt niemand herum.
Darmsanierung kann unterschiedlich ausfallen - von Fasten über Zufuhr spezieller Darmbakterien bis hin zu vorübergehend sehr bewusster Ernährung. Wichtigster Faktor aber ist Stressreduktion: der Erkrankte muss wirkliche Entspannung erlernen - und damit auch das Loslassen belastender Situationen. Der Darm ist das Zentrum (Nabel) der Verdauung - und das betrifft physische Nahrung ebenso wie seelische Befindlichkeit.
Wenn stressige Erlebnisse nicht verdaut werden können, werden sie auf die nächst tiefere Ebene verlagert.
auf tiefsten ebene gibts fuß(sohlen)pilz. aufpassen, daß sich ein problem nicht auf die höchste ebene verlagert! gefahr von kopfschuppen und ekzemen auf der kopfhaut.
Oje, oje.
Also wer beim Arbeiten an schimmelpilzbelasteten Objekten krank wird, hat "stressige Erlebnisse nicht verdaut" und hat "eine gestörte Darmflora".
Aha. Und mit "Entspannung" braucht er dann auch gar keinen Mundschutz und Handschuhe beim Arbeiten mehr.
Interessant.
Wo genau liegt Ihr Informationsdefizit: auf biologischer oder auf medizinischer Seite?
Die ist schon gut so, wie sie ist. Fasten, "Entschlacken" und alles andere haben auf die Darmflora keinen Einfluss - zum Glück! Und diese magischen Joghurts die angeblich die Darmflora beeinflussen sind ja absoluter schwachsinn. Diese Food-Claims sind in anderen Ländern verboten.
http://www.taz.de/1/zukunft... on-danone/ - klar regts bei vielen - vorallem mit Laktoseunverträglichkeit - die "Darmaktivität" an.
Und den Zusammenhang von Fuß- bzw. Nagelpilz und der Darmflora würd ich auch gern sehen, weil wie soll der Pilz vom Darm auf die Nägel kommen? ausser, sie ka**** sich auf die Füße...
Genau, wenn z.B. ein Archivar sich dauernd mit völlig verschimmelten Akten beschäftigen muss und dann eine Pilzerkrankung bekommt, ist sicher seine gestörte Darmflora schuld. Wahrscheinlich hat er den seelischen Schock beim Anblick der schlechten Aktenlagerung nicht verkraftet...
Was hier t.w. für Schwachsinn gepostet wird, ist abenteuerlich.
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