In der APOtheke: Was wir lesen

7. April 2011, 11:11
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Die Leseliste-Shortlist des Außenpolitik-Ressorts

Ein regelmäßiger Bestandteil unseres Ressortblogs werden Buch- und Leseempfehlungen sein. Unter dem Titel "Was wir lesen" präsentieren wir in einen kurzen Überblick, welche Bücher wir gerade in Arbeit haben.

  • Historische Bildungsambitionen: „Söldner für den Anschluss: Die Österreichische Legion 1933-1938" von Hans Schafranek. Die „Österreichische Legion" war eine paramilitärische Einheit, gegründet von nach Deutschland geflüchteten österreichischen Nationalsozialisten. In Bayern trainiert, sollten sie einen eventuellen deutschen Einmarsch in Österreich militärisch unterstützen. Schafranek nimmt sich einem bisher kaum erforschten Thema an: detailliert, fundiert - gerade deswegen aber oft trocken und eher an ein Fachpublikum gerichtet. Bisher rund hundert Seiten gelesen. Ich habe den Verdacht, es könnten länger kaum mehr werden. (mka)
  • Ein Buch über Journalisten ohne Heldengeschichten und Aufdeckerstories: Tom Rachman erzählt in „The Imperferctionists" die Geschichte einer englischsprachigen Tageszeitung mit Sitz in Rom - und die Geschichten ihrer Redakteure: der abgewrackte Korrespondent in Paris, die einsame Wirtschaftsredakteurin, die eitle Chefredakteurin, der besserwisserische Textchef. Alltagsgeschichten über Menschen, die zufällig auch Journalisten sind - die Unperfekten eben. (mka)
  • Hochstilisiert zum Manifest der Revolution: Stéphane Hessels "Empört Euch!" wird bejubelt. Der mittlerweile 93-jährige Franzose erklärt in seinem nur wenige Seiten dünnen Essay, warum es wichtig ist, sich zu engagieren, zu protestieren. Hessels Geschichte - er war Kämpfer in der Résistance und später Sekretär der UN-Menschenrechtskommission, schrieb an der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte mit - ist es, was seine Schrift glaubwürdig macht. Trotzdem bleibt der Text ambivalent; nach ein paar Seiten denkt man sich auf Österreichisch "jo, eh", aber nur, um mit einem schlechten Gewissen bestraft zu werden. Nichts desto weniger waren die letzten beiden Seiten, der wirkliche Aufruf Hessels, nachzudenken und zu handeln, Schuld an einer Gänsehaut, die länger anhielt als ein paar Minuten. (flog)
  • In "Operación Jaque: La Verdadera Historia" (von Juan Carlos Torres) erzählt der Planer der Militäroperation, bei der am 2. Juli 2008 fünfzehn Geiseln aus der Gewalt der FARC-Guerilla befreit wurden. Torres berichtet, wie es gelang, die Kommunikationsstruktur der Aufständischen zu unterwandern, falsche Befehle zu übermitteln und die Geiselnehmer schließlich in die Falle zu locken. Obwohl das Buch ausschließlich die Seite der kolumbianischen Armee zeigt, ermöglicht es dennoch einen höchst interessanten Einblick in die Hintergründe des Bürgerkriegs. (bed)
  • Hübsch gemacht ist Barack Obamas Kinder- wie Bilderbuch "Of Thee I Sing: A Letter To My Daughters", welches ohne die Illustrationen von Loren Long nur halb so spannend wäre. Der US-Präsident stellt über den dramaturgischen Umweg als Brief an seine Töchter 13 große Amerikaner wie Abraham Lincoln oder Martin Luther King vor - im gewohnten Obama-Pathos, den man lieben oder hassen kann. Ein feines Buch - auch wenn man kein Kind mehr ist. (flog)


Und was lesen Sie gerade? (red)

  • In unserem Ressortblog "APOtheke - Außenpolitik im Fokus" wollen wir die sehr verehrte Leserschaft hinter die Kulissen blicken lassen. Was erwarten Sie sich vom Blog? Haben Sie Wünsche, Anregungen, Beschwerden? Einfach unterhalb posten!
    foto: standard/corn

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