Gangräder

  • Ein Gangfenster oder ein Vorhausgeländer zur sicheren Verwahrung des Fahrrades findet sich in jedem Haus. Aber der Rauchfangkehrer ...
    foto: derstandard.at/ham

    Ein Gangfenster oder ein Vorhausgeländer zur sicheren Verwahrung des Fahrrades findet sich in jedem Haus. Aber der Rauchfangkehrer ...

Der Nachbar schüttelt den Kopf. Dann kettet er sein Rad doch am Gangfenstergitter an

Der Nachbar schüttelt den Kopf. Er könne, sagt er, Radfahrer nicht verstehen. Weniger, erklärt der Nachbar, weil Radfahrer Sport- und Freizeitgerät mit Verkehrsmitteln verwechselten. Viel mehr, sagt der Nachbar, weil mittlerweile alle Alltagsradler im Haus ihre Räder bis vor die Wohnungstüren ganz oben im Dachgeschoß mitnähmen - und dort an Ganggitterfenster und Stiegengeländer fesselten.

Wozu, fragt der Nachbar, gäbe es im Hof denn einen Radraum? Ein paar Stufen ins Souterrain. Zwei versperrte Türen. Sein Rad stehe dort. Und zwar seit fünf Jahren. So wie die Räder aller älteren Mieter. Und die ihrer - meist lange ausgezogenen - Kinder. Allein von seinen, sagt der Nachbar, müssten drei Rad-Wuchs-Generationen ... - er unterbricht sich selbst: Eigentlich, sagt er, könnte er dort ja wieder mal Nachschau halten.

Am nächsten Tag hängt sein altes Puch Clubman am Gangfenstergitter im vierten Stock: Gut 30 Fahrräder, erzählt der Nachbar, habe er im engen Kammerl gezählt. Viele verfallen. Alle verstaubt. Keines fahrtüchtig. Seines habe er von unter zwei Schichten verkeilter, quer liegender Wracks ausgegraben. Positiv formuliert: Das schütze die hier nirgendwo ankettbaren Räder vor Dieben. Ins Kammerl käme man nämlich per Haustorschlüssel - und den Wiener Universal-Schlüssel habe fast jeder: Dass der Hof deshalb ein Selbstbedienungslager sei, sei ja lange bekannt.

Jetzt, sagt der Nachbar, sei er gespannt auf den Rauchfangkehrer. Den stören nämlich sogar Blumentöpfe: Fluchtweg und Oleander? Keine gute Kombi. Ergo ... Und so weiter. Dann schüttelt der Nachbar wieder den Kopf. (Thomas Rottenberg/DER STANDARD/Automobil/01.04.2011)

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Abgesehen von den netten Nachbarn, die ihr Schrottrad neben ein funkelnagelneues MTB hängen, dabei nicht aufpassen und Kratzer in den Lack machen... ("Eh wurscht - ist eh nicht meins...")

diese fahrradklauerei sollte verboten werden.

schon eher asozial, das verdreckte rad in den gang ketten, oder?

Bei mir im Hof gibt es zwar einen Fahrradraum, aber da müsste man immer das Rad auf einen Bügel raufhaben was ziemlich umständlich und anstrengend sein kann. Blöd ist es auch noch dazu, dass man das Rad dann nur am Vorderrad an dem Bügel anschließen kann. Das Vorderrad hat aber einen Schnellspanner was das stehlen dann auch einfach macht. Also steht mein Rad erst Recht wieder im Keller.

Jetzt würde mich eines interessieren.

All die Leute, die ein teures Rad fahren und dementsprechend darauf aufpassen, es also z.B. in die Wohnung stellen, sodass es nicht gestohlen wird.

Was macht ihr mit dem Rad, wenn ihr damit unterwegs seid und es dann irgendwo lassen müsst, also z.B. zum Heurigen gefahren seid. Wo bleibt dann das Rad?

Meiner Meinung nach ist es da noch viel wichtiger, auf das Radl aufzupassen.

Mit dem FAHRRAD zum Heurigen? Und dann SCHIEBEN Sie es nach Hause? Oder trinken Sie nur Mineralwasser?

Meiner Erfahrung nach...

...hilft ein gutes Bügelschloss (85€ aufwärts) und die Sicherung des Rades an einem festen Gegenstand (mit Hinterrad und Rahmen).
Da passiert im Normalfall nichts, weil man so einen Diebstahl erst vorbereiten müsste, was aber nicht geht wenn das Rad nur für relativ kurze Zeit dort steht.
Wenn aber ein teures Rad lange Zeit (also über Tage oder Wochen) auf der Straße steht, weckt man Begehrlichkeiten.

Die Radkeller und Radräume in Wien...

...sind größtenteils ganz erbärmlich. Ein Auto bekommt ganz selbstverständlich einen großen Parkplatz, aber hundert Räder sollen in einen winzigen Raum gestopft werden. Warum?

Vielleicht weil für 10m² Garage plus Zu- und Abfahrt

70 - 100€ Miete bezahlt werden müssen.
Für Fahrradräume ist mir da nichts bekannt...

Die Errichtungs- und Erhaltungskosten für Garagen sind aber im Normalfall wesentlich höher als für Radabstellräume.

Niemand hindert Sie,

Ihr Rad auf der Straße abzustellen - das dürfen Sie nämlich im Unterschied zum Auto auch ohne für Parkraumbewirtschaftungsabgabe, Mineralölsteuer, Versicherungssteuer, NoVA, motorbezogene Versicherungssteuer, Versicherungssteuer und MWSt. beim Kauf, Service, Tanken, Pickerl oder Maut zu bezahlen.

mei, oam.

die welt wäre wohl wirklich schöner, wenn autofahren gratis wäre...

und warum?

weil hier das Verursacherprinzip zum Tragen kommt...keine Emissionen, geringerer Straßenverschleiss, und teure Autobahnen brauchen Radler auch keine!

Gangräder

Ich hatte sogar früher ein 3-Gang-Rad.

jo, des worn no zeitn...

Die "Highriser" mit der Gangschaltung auf dem Oberrohr!!

Bananensitz und eben den namensgebenden Lenker - sowas war als G`schrapp immer mein Traum! ;)

hahaha! herrlich!

Mein Cannondale ...

... ist am Balkon geparkt. Da kriegen wenigstens die Nachbarn was Gscheites zu sehen!

Und mein "Stadtrad" klaut eh niemand!

richtig sicher ist es nur, wenn Du es auch am balkon fährst.

Einem Bekannten wurden in einem Monat 2Räder gestohlen.

Wert 25 und 40EUR.

Würde sagen ab einem Gspritzten besteht die Gefahr.

Einem Bekannten wurden in einem Monat 2Räder gestohlen.

immerhin hat er ja noch den Rahmen.

Damit könnte er ein schönes Bild über die Couch hängen.

Ich habe mir mangels Alternativen (kein Fahhradabstellraum, ungeeignete, kleine Kellerabteile und die Geländer sind alle bereits mit Fahrrädern besetzt, die vielleicht 1-2x pro Jahr verwendet werden) am Gang neben unserer Wohnungstür einen massiven Eisenring montiert, an dem ich mein Rad anhängen kann. Die Nachbarn haben dankenswerterweise Verständnis dafür. AUs dem Keller sind uns schon mindestens drei abgesperrte Räder gestohlen worden, meist unter Tags. Die Polizei meint, das sei halt so...

Unsere zwei Mountainbikes stehen in der Wohnung

Im Arbeitszimmer. Zwar im Weg und auch lästig, aber wenn einem mal so teure Räder geklaut werden, lernt man halt auch dazu. Im Gang wärs mir auch zu unsicher weil im Endeffekt dort auch jeder hinkann, der in den Radkeller kann, und bei der "Zivilcourage" die man von Nachbarn erwarten kann ... wenn da irgendwo Lärm am Gang ist, steht deswegen noch lange niemand vom Fernsehsessel auf.

Was hat das jetzt mit Zivilcourage zu tun, wenn man seine Nachbarn nicht ausspioniert. Ich gebe Ihnen ja recht, dass es bedenklich ist, wenn man nicht reagiert, wenn beispielsweise jemand um Hilfe ruft. Aber wenn ich jedes Mal, wenn meine Nachbarn am Gang Krach machen, zur Türe renne, wohne ich bald am Gang.

's is zwar scho lang her, viel geändert wird sich trotzdem ned haben:

Hab vorübergehend bei einem Freund am Getreidemarkt in Wien gewohnt - also ned "substandard".

Am 3. od. 4. Tag, die Nachbarn haben mich also sicher no ned kennt,
hab i mi aus der Wohnung ausgsperrt.

Beim "Werkzeugtandler" vis-a-vis einen Schraubenzieher
& a Kombizangl ausborgt um "einzubrechen".

Da i ka Profi bin hab i sicher 10min rumgewerkt,
3 bis 4 Parteien haben mi im Vorbeigehen zwar gsehn,
aber weggschaut.

Keine Fragen, keine Polizei, nix.

Warum i wohl nimmer in Wien wohnen will?

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