Prozess um Silvestermord beginnt

1. April 2011, 09:52
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Im Wiener Straflandesgericht startet am Freitag der Prozess um den sogenannten Silvestermord. Der 35-jährige Harald W. wurde am 31. Dezember 2009 in seiner Wohnung in Wien-Floridsdorf erschossen. Der Täter war laut Anklage ein 21-jähriger Lehrling, der damit die angebliche Vergewaltigung seiner Freundin durch den Profi-Billardspieler rächen wollte.

Der junge Mann kundschaftete das Opfer aus, suchte sich drei - nun mitangeklagte - Helfer und setzte das Komplott in die Tat um, während seine Freundin auf einer Silvester-Party auf ihn wartete. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen den Billard-Spieler Ermittlungen geführt, weil der Verdacht bestand, er habe ein 19-jähriges Mädchen - die Verlobte des nunmehr Hauptangeklagten - mit K.o.-Tropfen außer Gefecht gesetzt und sie in diesem Zustand missbraucht. Der Verdacht ließ sich allerdings nicht erhärten, die Anklagebehörde stellte das Verfahren ein. Der Installateur-Lehrling soll von diesem Zeitpunkt an begonnen haben, Rachepläne zu wälzen, die schließlich in der nun inkriminierten Bluttat endeten.

Der Prozess hätte bereits am Mittwoch beginnen sollen, doch bei der Ladung der Geschworenen war es zu einer Panne gekommen. Die zuständige Kanzlei hatte übersehen, dass zwei der vier Angeklagten zum Tatzeitpunkt das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet hatten und daher vom Gesetz als junge Erwachsene anzusehen sind. Für diese Gruppe ist ebenso wie für jugendliche Angeklagte zwingend die Beiziehung von vier Jugendgeschworenen vorgesehen, die aus pädagogischen Berufen - etwa Lehrer oder Sozialarbeiter - kommen müssen. (APA)

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