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Mit dem Schweizer Autor und Soziologen sprach Georges Desrues.
Standard: Warum wurden Sie als Eröffnungsredner der Salzburger Festspiele ausgeladen?
Ziegler: Meine Vermutung ist, dass Sponsoren Druck auf die Landeshauptfrau gemacht und ihr gesagt haben: Was? Ihr wollt unseren Feind, den Ziegler, einladen?
Standard: Mit einem Preis, den Ihnen Gaddafi verliehen haben soll, hat das also nichts zu tun?
Ziegler: Das ist eine Verleumdungskampagne, die das American Jewish Committee seit meinem Bericht über den Hunger in Palästina aus dem Jahr 2004 führt. Ich habe diesen Preis nie akzeptiert. Das hätte Burgstaller leicht überprüfen können, etwa indem sie unseren gemeinsamen Freund Wolfgang Petritsch befragt.
Standard: Burgstaller unterstellt Ihnen gar nicht, den Preis angenommen zu haben, sondern sie argumentiert, dass die Diskussion darüber die Festspiele überschattet hätte und dass es in Ihrem Interesse sei, wenn sie dort nicht sprechen.
Ziegler: Blödsinn! Natürlich kann sie nicht sagen, dass Verleumdung dahintersteht. Österreich ist ein demokratisches Land, das Festspielpublikum hätte sich sein Bild schon gemacht. Burgstaller kennt meine Haltung. Doch sie wurde von Sponsoren wie Nestlé, Credit Suisse und UBS unter Druck gesetzt. Wir sprechen von der Schweizer Oligarchie: Die besteht aus äußerst verklemmten Menschen, die mich oft verklagt haben, aber mich nicht unterkriegen können. Diese Zürcher Geldsäcke wollten nicht gezwungen werden, mir bei den Festspielen zuzuhören.
Standard: Hat Burgstaller Sie persönlich ausgeladen?
Jean Ziegler: Ja. Sie hat mir geschrieben, dass ihr es leidtäte und diese lausigen Vorwände aufgelistet. Es fehlt ihr an Mut - deshalb hat sie dem Druck nachgegeben.
Standard: War es Burgstallers Idee, Sie einzuladen?
Jean Ziegler: Sie hat mich geradezu gedrängt. Sie hat auch den Titel "Der Aufstand des Gewissens" vorgeschlagen. Und nun tut sie so, als hätte sie gerade erst entdeckt, dass ich ein Querdenker bin.
Standard: Und wieso wollten Sie überhaupt zu den Festspielen?
Jean Ziegler: Sie sind ein fantastisches Podium. Ich wollte über die kannibalische Weltordnung sprechen und über die bewusstseinserweckende Rolle der Kunst. Es braucht ein kollektives Gewissen, um das Massaker des Hungers zu stoppen. (DER STANDARD, Printausgabe, 1.4.2011)
Reaktionen
Protest von Jelinek, Turrini und Scharang
Zum Weiterlesen die ausführliche Agenturmeldung mit Postings:
Salzburger
Festspiele laden Festredner aus
Jean Ziegler sei wegen angeblicher Nähe zu
Gaddafi als Eröffnungsgast "nicht sinnvoll" - Druck von Sponsoren vermutet - Grüne planen Gegenveranstaltung
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Mit Herbst 2014 scheidender Intendant "beste Wahl für die Scala"
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Der Festspiel-Intendant rechnet bei vorzeitigem Abgang mit einem Künstler-Exodus und droht mit Abzug von Sponsoren
Das Kuratorium der Salzburger Festspiele hat entschieden: Der Vertrag mit Pereira wird vorzeitig 2014 aufgelöst
Kuratorium will vorzeitige Auflösung des Vertrags mit Pereira
Kuratoriumsbeschluss: Bechtolf und Rabl Stadler leiten die Festspiele 2015 und 2016
Sven-Eric Bechtolf und Helga Rabl-Stadler werden mehrfach ins Gespräch gebracht
Helga Rabl-Stadler ist eine konsequente, harte Arbeiterin - seit Anbeginn
Thielemann über Einstand "überaus glücklich" - 88 Prozent Auslastung
Der Intendant der Salzburger Festspiele wird Nachfolger von Stéphane Lissner
Christian Thielemann dirigiert Brahms, Beethoven, Henze
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Landeshauptfrau mahnt den Intendanten dere Salzburger Festspiele zur Besonnenheit
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Will sich im Konflikt mit dem Kuratorium "nicht wie einen Schulbuben behandeln" lassen
Festival 2013 mit BesucherInnen- und Einnahmenrekord: 13.450 BesucherInnen aus 43 Ländern kauften Karten um 1,3 Millionen Euro
Festspiel-Programm 2013 mit Finanzierungslücke von 2,3 Millionen Euro
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Salzburg: Pereira muss noch 2,3 Millionen auftreiben
Der Brite setzte sich gegen den Chinesen Yu Lu und den Spanier Antonio Mendez durch
Antonio Mendes, Ben Gernon und Lu Yu sind die Anwärter für den Young Conductors Award 2013
Der Chef des Teatro Real analysiert den Musiktheaterbetrieb in Österreich, kritisiert die Staatsoper - und lobt Pereiras Weg
Bekannter Wiener Filmschauspieler ergänzt Domplatz-Besetzung
Wechsel von den Münchner Kammerspielen nach Salzburg mit 1. Oktober
Die Festspielhomepage sagt ja schon alles. Überall sieht man das Nestle-Logo. Wenn man dann noch weiß wie hart Ziegler auch mit Nestle ins Gericht geht, wird sehr schnell alles klar.
Jetzt entdecken plötzlich alle den "bösen" Gaddafi als Schreckgespenst der Weltgeschichte wieder. Vorher war halb Kärnten zu Besuch (z.B. auch der Minister Gorbach) und jetzt ist er gaaanz Pöse und alle die ihn kennen sind pfui (wenns grad passt)!
Darum:
Aus gegebem Anlass: "Die neuen Herrscher der Welt" von Jean Ziegler http://amzn.to/fY5fbZ
sarkozy war der erste präsident der gaddafi empfangen hat, milliardengeschäfte wurden ausgemacht. jetzt zerstören französische mirages französische mirages und "rebellen" unter der führung des ehemaligen innenministers (!) der diktatur werden unterstützt. widerlich.
es gibt doch Gründe um auf Österreich stolz zu sein: http://oe1.orf.at/artikel/273459
30 September 2003
Oberhaupt der koptischen Kirche erhält Gaddafi-Menschenrechtspreis
Das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche in Alexandria (Ägypten) Papst Shenuda III Papst von Alexandrien und Patriarch des Stuhls des Heiligen Markus (ursprünglich Nazir Gayed und 1923 in Ägypten geboren) hat den mit 192.000 US-Dollar dotierten Gaddafi-Menschenrechtspreis erhalten. Er wurde für seine nationales und humanitäres Engagement für die Verständigung der Religionen ausgezeichnet. Shenuda III. traf sich in Tripolis mit Revolutionsführer Muammar el Gaddafi. Der koptischen Kirche gehören 5,8 Millionen Menschen in Ägypten an.
http://tvthek.orf.at/programs/... burg-heute
O-Ton: Gegenüber diesen "Gadaffi"-Vorwürfen will "ich ihn persönlich schützen"!
So eine Pharisäerin!
Der Kerl ist um einiges älter als Sie & wohl auch um einiges Schlauer: Den Schutz dieser Provinzpolitikerin braucht der zu 100% nicht! So ein Quatsch!
Ich würde sagen: Wir haben es mit einer Facette von Korruption zu tun, von voreiligem Gehorsam, von Mangel an Zivilcourage!
Es wird einem Übel, Burgstaller zuzuhören, wie Sie die Dinge verdreht und sich selbst "nach oben täuscht"!
So eine Tussi! Ist ja unglaublich!
Ziegler ist durchaus engagiert, aber ein äußerst einseitiger Denker. Ich persönlich finde seine Werke über Personen, mit denen ich mich besser auskenne, extrem tendenziös, wie z.B. über Thomas Sankara.
Meiner Ansicht nach wird Ziegler weit überschätzt.
Soros? Tatsächlich?
Was Sie "tendenziös" nennen, ist wohl einfach Zieglers klare Haltung. Er laviert nicht herum, sondern spricht die Dinge sehr direkt an. Das gefällt jenen, die er kritisiert, natürlich nicht - was aber deren Problem ist, nicht seines.
Wenn Sie in verschiedenen der Länder gelebt hätten, über die und deren Politik Ziegler geschrieben hat, dann würden Sie vermutlich auch besser verstehen, was ich meine. Wenn bei irgendeiner Bewegung das Schlagwort Revolutionär auftaucht, kann sie sich sicher sein, von Ziegler einhellig positiv beurteilt zu werden, wie z.B. die vergangene Regierung von Madagascar, von der Ziegler schwärmte, auch wenn sie das Volk extrem ausbeutete. Ziegler ist - vielleicht bewusst - extrem naiv. Aus seinen Beschreibungen revolutionärer Persönlichkeiten lassen sich kaum Rückschlüsse auf die Realität in den betreffenden Ländern ziehen.
"Im Schweizer Imperium geht - wie im Reich Karls V. - die Sonne nicht unter. Seine Macht beruht darauf, dass es Fluchtkapital hehlt, aber auch und vor allem darauf, dass es Drogengeld wäscht. Dieses Geld korrumpiert die Menschen und ruiniert ihre Institutionen. Dieses Buch beschreibt, wie das organisierte Verbrechen eine jahrhundertealte Demokratie infiltriert." Alles klar?
und da gibt es Oppositionspolitiker in Österreich, die aus der EU raus und dem schweizer Beispiel folgen wollen, weil die viel besser dastehen, z.B. bei den Bankenrettungspaketen nicht dabei sind. Und angeblich bekommt diese Opp. bei der nächsten Wahl die Mehrheit.
Der mit 7.500 Euro dotierte Salzburger Landespreis für Zukunftsforschung geht heuer an den Schweizer Jean Ziegler, gab Landeshauptfrau Gabi Burgstaller am Donnerstag bei einem Pressegespräch bekannt.
Schande über diese zwei Salzburgerinnen
einzige Netschuldigung wäre Alzheimer!
Sie haben damit wahrscheinlich Herrn Ziegler zu einem höheren Bekanntheitsgrad verholfen, als wenn dieser nur seine Eröffnungsrede gehalten hätte.
Trotzdem finde ich die Absage als einen Ausdruck der Kleinkariertheit österreichischer Politik, die sich offensichtlich von Sponsor-Konzernen in die Knie zwingen lässt.
Und von den Schweizer Sponsoren die glauben, mit Geld kann man alles erreichen, kann man sich auch ein gutes Bild machen. Ist ja kein Zufall dass Herr Ziegler so konsequent gegen diese Konzerne auftritt. Wo die überall ihre Finger drinnen haben!
...dass kritische BürgerInnen in letzter Konsequenz so weit gehen können dass sie den Kauf der Produkte dieser Konzerne boykottieren.
Auch wenn dazu nur eine Minderheit bereit ist. Global gesehen macht es doch etwas aus.
Ich halte G. für einen verrückten Mörder, aber wie viele davon hat es in der Geschichte schon gegeben. Trotzdem scheint es mir, dass seine Politik in Afrika durchaus differenzierter betrachtet werden sollte. Wer es lesen kann: http://www.lemonde.fr/libye/art... id=1481986
Verzeihen Sie, wenn ich amerikanische Ausdrücke verwende.
kommt von Softball (Ball wird langsam aufgeschupft), d.h. einfache Fragen, wo der Interviewte nicht in Bedrängnis kommt, vs. Hardball (=Baseball, Ball wird mit hoher Geschwindigkeit geworfen), d.h. , hartnäckiges, kritisches Fragen mit Nachhaken
Keine Subventionen, keine überkandidelten Festspiele, keine bis wenig zahlungskräftige Gäste, vorbeugender Protest der Wirtschaft, volles Einknicken mit Argumenten, die vor seiner Einladung auch schon bekannt waren.
Vermutet wird: Jean Ziegler wird am anderen Ort mit seinem Auftritt mehr Interesse hervorrufen als bei der Festspieleröffnung.
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