Porno in Kaserne: Heeres-Bediensteter wehrt sich gegen Vorwürfe

1. April 2011, 12:47
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Kündigungsverfahren eingeleitet – Mann seit 20 Jahren beim Militär – Video stand auf kostenpflichtiger Homepage

Der Bundesheer-Bedienstete, der mit seiner Lebensgefährtin in der Stiftskaserne in Wien ein pornografisches Video gedreht haben soll, wehrt sich gegen diesen Vorwurf. Wie sein Anwalt Marc Gollowitsch sagte, will der 45-jährige Vertragsbedienstete nur den Schlüssel zu einem Seminarraum an Ressortfremde weitergegeben haben. Mit dem Porno-Video selbst habe er aber nichts zu tun.

Seine Lebensgefährtin sei allerdings an dem Streifen beteiligt. Seinem Mandaten, so Gollowitsch, sei lediglich vorzuwerfen, dass er den Schlüssel für die Dauer von etwa 40 Minuten weitergegeben habe. Aus dem Video seien keine Rückschlüsse auf das Bundesheer möglich, sagte der Anwalt. Es seien zum Beispiel keine Symbole zu sehen. Es sei nur für einen "Insider aus dem Haus erahnbar", dass das Video in der Landesverteidigungsakademie entstanden sei. Außerdem habe der Vorfall vor fast einem Jahr stattgefunden.

Die Öffentlichkeit davon überzeugen will der Anwalt bei einem Pressegespräch. Dabei "besteht auch die Möglichkeit das sogenannte 'heeresschädigende Video' einzusehen", kündigte Gollowitsch an.

Kündigungsverfahren

Der Vertragsbedienstete des Bundesheeres soll mit seiner Lebensgefährtin in Räumlichkeiten der Landesverteidigungsakademie in der Stiftskaserne (7. Wiener Gemeindebezirk) das pornografische Video produziert haben. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorfalles sei die Disziplinarabteilung eingeschaltet und das Kündigungsverfahren gegen den 45-jährigen Vertragsbediensteten eingeleitet worden, teilte das Ministerium am Donnerstag mit.

Der Mann war seit 20 Jahren beim Militär und an der Landesverteidigungsakademie unter anderem für die Abwicklung von Besuchen zuständig. Das Video dürfte außerhalb der Dienstzeit gedreht worden sein. Der Bedienstete hat damit jedenfalls zumindest gegen zwei Bestimmungen verstoßen. Er habe das Ansehen des Bundesheeres geschädigt und interne Bestimmungen, wie etwa Zutrittsregelungen, verletzt. Ein Sprecher des Ministeriums bezeichnete die Angelegenheit als "bedauerlichen Vorfall".

Aufgedeckt wurde die Affäre Ende Februar durch das Abwehramt. Das Video dürfte schon vor einiger Zeit gedreht worden sein, hieß es auf Anfrage. Ob noch andere Personen daran beteiligt waren, wisse man nicht, hieß es im Verteidigungsressort. (APA)

  • Die ehrwürdigen Gemäuer der Stiftskaserne.
    foto: guenterz

    Die ehrwürdigen Gemäuer der Stiftskaserne.

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