Kirchenkritischer Professor darf doch über Ethikunterricht mitreden

Lukas Kapeller, 31. März 2011, 15:52
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    foto: standard/heribert corn

    Oberhummer glaubt nicht, dass alles Gute von oben kommt.

Grüne verhelfen Konfessionslosen zur Teilnahme an der Parlamentsenquete am 4. Mai

Wien - Bei der parlamentarischen Enquete über den Ethikunterricht an Schulen wird der Vorsitzende des Rates der Konfessionsfreien, Heinz Oberhummer, nun doch zu Wort kommen dürfen. Die grüne Parlamentsfraktion wird Oberhummer als Experten einladen. "Kein vernünftiger Mensch kann etwas gegen Ethikunterricht haben", sagt Oberhummer zu derStandard.at, dieser solle aber nicht von den Religionsgemeinschaften gestaltet werden. Wenn pro Religionsgesellschaft zwei Vertreter zur Enquete ins Parlament geladen werden - von den Katholiken bis zu den Zeugen Jehovas -, müssten wohl auch die Konfessionslosen eine Stimme bekommen, argumentiert der pensionierte Physikprofessor.

Hintergrund: Zur großen Diskussion über "Werteerziehung durch Religions- und Ethikunterricht" am 4. Mai hatte das Parlament alle Parteien, Vertreter von Ministerien und sämtliche Sozialpartner geladen sowie alle anerkannten Kirchen. "Alle dürfen mitreden, nur die Betroffenen müssen schweigen", kritisierte Oberhummer daraufhin am Donnerstag. Denn: Es gehe bei der Einführung des Schulfachs Ethik um jene Schüler der Oberstufe, die keinen konfessionellen Religionsunterricht besuchen.

Walser: "Missstand beseitigt"

Nachdem es im Hauptausschuss des Nationalrates einen einstimmigen 5-Parteien-Beschluss - auch der Grünen - zur Einladungsliste gab, sagt der Grüne Harald Walser heute zu derStandard.at: "Wir haben Oberhummer über das grüne Ticket eingeladen." Jede Fraktion darf zwei Experten zur Enquete schicken, für die Grünen wird einer davon Oberhummer sein. Eine Hilfsmaßnahme, räumt man bei den Grünen ein. Aber Hauptsache, sagt Walser, "damit ist ein Missstand beseitigt. Es kann nicht sein, dass man eine derart große Gruppe nicht einbindet."

Walser sagt auch, er habe immer darauf gedrängt, explizit "weltanschauliche" und nicht bloß "konfessionelle Gruppen" in die Einladung zu schreiben. Offenbar vergeblich: In der Einladung ist jetzt nur von "Vertreter/innen der gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften" die Rede.

Verhältnis 2:1

Dass Oberhummer als Konfessionsloser gegenüber je zwei Religionsvertretern auf sich allein gestellt ist, nimmt er nicht tragisch. "Ich werde zwar nicht viel Redezeit haben, aber es ist wichtig fürs äußere Bild", freut sich der Professor. (Lukas Kapeller, derStandard.at, 31.3.2011)

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Ui Jessasna
02
Die tausend Gesicher der "Ethik"

zeigt auf: <http://de.wikipedia.org/wiki/Ethik>
und jede Vereinigung (von Religionen bis zu Parteien und sonstigen Lobbies) hat ihre eigene Ethik (Prinzipien und Werte).
Hier den Schülern einen toleranten Überblick nahezubringen ist ja begrüßenswert und wäre schon längst notwendig, damit der Begriff "Ethik" auch wertfrei zu verstehen ist.
Aber schon wieder wird "Religion und Ethik" sogar als Arbeitsbegriff zusammengefaßt, alle möglichen und unmöglichen Vertreter werden zum mitreden eingeladen, und das alles nur für solche Schüler, die den konfessionellen Religionsunterreicht nicht besuchen. Geht's nicht noch blöder? Wieder eine Alibihandlung der Sonderklasse! Sinnlos, denn ohne katholische Doktrin ist die Operette Österrich undenkbar.

Mathias
 
10
Ethikunterricht

Der EINZIGE, der darüber wirklich bescheid weis, ist leider schon unter der Erde ... Mahatma Ghandhi!

Annata
01
Atheismus ist in der selben Kategorie wie Theismus

Das Leute Atheismus immer mit einer Ideologie oder Religion gleichsetzen müssen, wird echt schon nervig!

Den Unterschied zwischen Theismus und Christentum kennen sie schon oder?

Dann sollte der Unterschied zu Atheismus und Stalinismus auch nicht so schwer zu erkennen sein.

Der Mann in Orange
02

es braucht einen obligatorischen, konfessionsfreien religionsunterricht für alle.
die inhalte dieses unterrichts wäre, über religionen (weltreligionen, kleine religionen, ausgestorbene religionen) zu lernen: die geschichte der religion, die entstehungsgeschichte ihrer "bibeln", ihre gebote und verbote, sowie ihre zentralen glaubensinhalte. mehr nicht, weniger nicht.

pitt stehler
00
nicht zum thema

wo ist eigentlich der kurier-schüleranwalt salcher geblieben. auf der kurierseite habe ich ihn nicht gefunden. sind sie dort vielleicht draufgekommen, wen sie da protegiert haben.

Artefix
00
EInfach googeln, da steht eh alles

Hier der Link:
http://kurier.at/nachricht... 069535.php

pitt stehler
00
nicht zum thema

King of Cowards
02

Heinz Oberhummer ist der einzige Teilnehmer bei dieser Enquete der auch einen Grund hat dort zu sein (wobei es sicher noch bessere wissenschaftliche Vertreter gibt).

entenhausener
62
Seltsam, seltsam.

Als nächstes werden vielleicht Mathematik-Professoren als Experten zu einer Enquete über den Sportunterricht geladen.

Somebody Someone
02

Wikipedia:

Heinz Oberhummer ist im wissenschaftlichen Beirat der Giordano Bruno Stiftung und Vorsitzender des Zentralrates der Konfessionsfreien.

guzo
315
Bist du deppert!

Zeugen Jehovas, Kathodeln und ähnliche Extremisten reden über Ethik. Wenn sie dabei ernst genommen werden wollen, müssen sie sich zuerst mal auflösen.

Der Mann in Orange
00

danke für die wundervolle wortkreation!

entenhausener
21

Sind unter den ähnlichen Extremisten die Atheliban gemeint?

guzo
00

Nein.

Christoph Karl Steininger
13
Wie wäre es mit einem Vertreter

der Giordano Bruno Stiftung gewesen. Die veranstalten gerade ein Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien.

entenhausener
00

Da ist mir der schrullige Professor Oberhummer als Teilnehmer dann doch lieber als ein selbsternannter "aggressiver Krawallatheist".

Der Mann in Orange
00

es gibt keine krawallatheisten.

entenhausener
00
her wig
41
Bleibt noch die Frage offen,

warum man eigentlich keine/n Ethik-Experten/in eingeladen hat. Gibt es etwa keine? Das Ansinnen dieses Physik-Pensionisten, gegen die Dominanz der Kirchen aufzutreten, in allen Ehren, aber irgendwie fehlt da die fachliche Qualifikation.

Shangri-La
55
Frage an die Grünen: Heinz Oberhummer als euer Ethikexperte - sonst fällt euch niemand ein?

Abgesehen davon, daß ich diese sich selbstverherrlichenden (Wer nichts weiß, muß alles glauben - und ihr seid die Allwissenden!) Sciencebusters und ihr populärwissenschaftliches Programm nicht besonders mag und hier viele Fehler in ihren Versuchen darlegen könnte: Wieso wird dieser Typ Heinz Oberhummer euer Ethikexperte, liebe Grüne? Vielleicht weil er in der Sendung Contra - Der Talk am Di 29.3. wie ein Experte der Atomlobby aufgetreten ist, ein einziges Plädoyer pro Atomkraft von sich gegeben hat und das dies die einzig mögliche Energie für die Zukunft sei? Wie ethisch, Atommüll millionenjahrelang in der Erde strahlen zu lassen, die Risken der Atomkraft auf die Allgemeinheit abzuwälzen! Bitte um Erklärung Herr Walser!

Linek Karl
 
02

Als Vorsitzender des Zentralrats der Konfessionsfreien, welcher der Dachverband der säkularen Vereine ist, ist er wohl um einiges berufener als die Theologen, welche ebenfalls eingeladen wurden.

C R3
11
Frei nach:

Wer nichts weiß, muss alles glauben...

entenhausener
01

Wer nichts weiß, muss gar nichts glauben.

fizcaraldo
48

Die fanatischen Sektenführer sollen ihre Märchen am Sonntag in der Kirche verbreiten aber nicht in der Schule. Statt des Religionsunterrichts könnte man den Schülern dann sinnvolle Dinge beibringen. Es gibt genug Leute die nach Beendigung der Pflichtschule nicht flüssig lesen können und ohne Taschenrechner bei den einfachsten Multiplikationen nur blöd schauen. Dafür können sie aber das Märchen von einem Mann aufsagen der Wasser in Wein verwandelt haben soll.

King of Cowards
00

Völlig richtig. Man muss schon nachrechnen können ob der gute Mann zu wenig Wein hergestellt und vielleicht x Liter Wasser oder Wein unterschlagen hat.

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