Ernährungskongress

Essverhalten wird sich ändern

1. April 2011, 11:39
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    foto: apa/techt h.

    An stressigen Tagen: Ein Snack für zwischendurch

Entstrukturierter und flexibler Alltag wirkt sich auf Ernährungsgewohnheiten aus - Preise bekommen mehr Einfluss auf Essentscheidung

Wien - Das Essverhalten wird sich in Zukunft am flexiblen Alltag der Menschen orientieren müssen, weniger an Ernährungskonzepten oder -typen, ist Ernährungswissenschaftlerin und Trendforscherin Hanni Rützler überzeugt. Die Gründe für diese Prognose sieht Rützler in der unregelmäßigen Lebensweise der Österreicher. Sogenannte Nine-to-five-Jobs wird es immer weniger geben, dafür steigt die Zahl der Prekariate (ungesicherte Arbeitsverhältnisse, Anm.) und der neuen Selbstständigen. Auch die Patchworkfamilie wird zur gewöhnlichen Beziehungsform mutieren.

"Wir werden an einem stressigen Tag mit Convenience-Produkten Vorliebnehmen oder uns mit Snacks begnügen. Wenn Freunde zu Besuch sind, werden wir aufwendiger kochen. Samstags am Bauernmarkt Bioprodukte kaufen und wochentags beim Discounter, der um 21.00 Uhr noch offen hat, schnell Brot und Milch fürs Frühstück kaufen - oder uns für einen anstrengen Arbeitstag mit einem Besuch in einem guten Restaurant belohnen", sagte Rützler am Donnerstag beim 28. Ernährungskongress in Wien.

Nicht nur billig

Diese Entstrukturierung und Flexibilisierung des Alltags führe zu einem veränderten Essverhaltens. Zudem wird - nicht zuletzt wegen steigender Energiepreise und der großen sozialen und ökonomischen Veränderungen in den Schwellenländern - Essen deutlich teurer werden. "Die Österreicher werden sich wieder daran gewöhnen müssen, dass Lebensmittel nicht um ein Schnäppchen zu haben sind und wir nur zehn Prozent unseres Einkommens für die wichtigste Regenerationsquellen unserer Körpers und unserer Seele ausgeben müssen", so Rützler. Das habe natürlich massiven Einfluss auf die Essentscheidungen.

Aber diese Entscheidung würde nicht durchgehend "in Richtung billig" fallen: "Wir werden bei bestimmten Gelegenheiten sparen, bei anderen werden Qualität und Genuss den Ausschlag geben", erklärte die Expertin. Die regionale Versorgung mit Nahrungsmitteln werde wieder Mainstream werden.

Neue Trends

Ein weiterer Megatrend im Ernährungssektor ist die Gesundheit. "Der Begriff der Gesundheit hat rasend schnell alles übernommen, auch in unserem Bereich", ist auch die deutsche Expertin Hannelore Daniel überzeugt. "Ernährungsforschung ist plötzlich en vogue und spektakulär."

Laut Hanni Rützler gibt es auf diesem Sektor drei neue Trends zu beobachten: Im "New Fusion Food" manifestiert sich der Einfluss asiatischer Küchen mit ihren zahlreichen vegetabilen Komponenten und vielfach schonenden Zubereitungsarten sowie ganzheitlichen Ernährungsphilosophien. Bei "Pretty Food" kommt die Renaissance der Ästhetik beim Tischschmuck und der stilvollen Präsentation der Speisen zum Ausdruck, die ein aufmerksameres, bewusstes Essen und damit auch ein gesünderes Ernährungsverhalten mit sich bringt. "Conjoint Food" beschreibt den Trend zu gemeinsamen Kochen und Essen.

Zielgruppe Senoiren

Auch die demografischen Veränderungen werden eine nicht unwesentliche Rolle spielen, sagte Rützler. Die Menschen, die in den nächsten Jahrzehnten 70 oder 80 Jahre alt werden, hätten ganz andere, vor allem viel individuellere Bedürfnisse hinsichtlich ihrer Ernährung als noch die Generation davor. "Senioren werden schon aufgrund ihrer wachsenden Zahl zu einer noch wichtigeren Zielgruppe für alle, die mit gastronomischen Leistungen zu tun haben", gibt die Expertin zu bedenken.

Daher würden sich Lebensmittelindustrie und Handel, aber auch Spitäler, Alten- und Pflegeheime sowie die Gastronomie auf "die Älteren" einstellen und neue, spezifische Angebote für diese Klientel entwickeln müssen. Das reicht von den Portionsgrößen und der sensorischen Qualität bis zur verstärkten Berücksichtigung individueller Unverträglichkeiten, Allergien und medizinisch indizierter Kostformen. (APA)

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gspu
00
25.5.2011, 22:31

"und wir nur zehn Prozent unseres Einkommens für die wichtigste Regenerationsquellen unserer Körpers und unserer Seele ausgeben müssen"

Soll das ein Scherz sein? Wann konnte man (jemals?) halbwegs normal überleben (ohne das ganze Monat ausschließlich von Clever-Erdäpfeln und Zwiebeln zu leben) und dafür nur 10% seines Einkommens ausgeben? Wenn man 1000,- verdient, sind das lächerliche 100 (!) im Monat für Essen. In welcher Parallelwelt geht das? Also entweder bin ich unfassbar ungeschickt darin, mein Essensbudget einzuteilen, oder die gute Dame geht davon aus, dass jeder durchschnittlich zumindest 3000,- netto zur Verfügung hat, um mit der 10%-Regel auch nur annähernd zurande zu kommen.

Spucks
00
15.4.2011, 09:10
@Salz Burger

Hier mal ein netter Artikel für Sie, der beschreibt wie gut es "Hochleistungstieren" geht: http://derstandard.at/130274522... se-Fressen

A. Sieberer
00

Trotz aller Klagen, dass unsere Lebenmittel zu viel kosten, können viele Landwirte von den Herstellerpreisen kaum leben. Wir alle zahlen also nicht nur die direkten Preise für unsere Lebensmittel sondern über den Umweg "Steuern" auch Subventionen und Exportstützungen.

Dieses System schadet Landwirten, Verbrauchern und vor allem den Ländern, die unseren "Abfall" (Milchpulver, Hühnerteile,...) essen dürfen und deren Landwirtshaft aufgrund dieses Systems nicht konkurrenzfähig ist.

Ausweg wäre, dass wir im Land die tatsächlichen Kosten unseres Essens direkt zahlen. Damit würden frische, regionale und betont vegetarische Produkte im Vergleich zu industriell verarbeiteter Ware konkurrenzfähig, vielleicht etwas teurer, was man durch eine MWST-B

Salz Burger
00
12.4.2011, 16:29

Die Lebensmittel, wie wir sie bei uns kaufen, haben die tatsächlichen Kosten im Preis. Ausgenommen die von ihnen erwähnten Landwirte, die jammern, nicht leben zu können, dann aber trotzdem etwas erzeugen. So geht es natürlich nicht von Dauer.

Aber die Zusammenarbeit von effizienten landwirtschaftlichen Betrieben, die den dort arbeitenden Menschen ein gutes Einkommen bringt (da sind jene Kleinbetriebe, die in den letzten 40 Jahren von Handarbeit auf Maschinen umstellten, aber heute meinen, noch immer von der selben Fläche leben zu müssen nicht dabei) und eine leistungsfähige Industrie haben es geschafft, hochwertige Lebensmittel wie Eier, Milch und Fleisch, sehr günstig zu produzieren. Weiter so!

Spucks
00
13.4.2011, 08:02
"eine leistungsfähige Industrie haben es geschafft, hochwertige Lebensmittel wie Eier, Milch und Fleisch, sehr günstig zu produzieren"

Leistungsfähige Industrie? Im Bezug auf tierische Produkte kann das wohl nur Massentierhaltung sein.
1. Wirklich seeeeeehr hochwertig
2. Und zudem seeeeeehr tierliebend (aber was interessieren uns schon die Leiden der Tiere, wenn wir eine billige Leberkässemmel wollen)

Salz Burger
00
13.4.2011, 16:22
Massentierhaltung?

Auch so ein schwer zu fassender Begriff? Wo fängt sie an?
Ich denke nur an Rinder. Die genetischen Verwandten unserer Rinder, die nordamerikanischen Bisonherden, hatten eine Größe von mehreren Tausend Tieren. Rinder sind Herdentiere.
Mit diesem Hintergrund ist ein österreichischer Kleinbauer mit 10 Kühen ein Tierquäler, weil die Kühe einsam sind.

Spucks
00
14.4.2011, 10:57

Massentierhaltung beschreibt ja nicht die Anzahl der Tiere, sondern die Art der Haltung. Die Bezeichnung passt zwar nicht wirklich, ist aber meines Wissens nach die offizielle Beschreibung.
Und ja, sicher, den 1000 Kühen zusammengepfercht im Stall geht es ganz sicher viel besser als den 10 artgerecht gehaltenen Tieren eines Kleinbauers.

Ihre Wahrnehmung scheint mir irgendwie verdreht zu sein - Red Bull und Leberkässemmeln sind hochwertige Nahrungsmittel, industrielle Massentierhaltung ist quasi artgerecht, Kleinbauerntum ist Tierquälerei.
Sind Ihre Posts eigentlich ironisch gemeint, oder glauben Sie wirklich, was sie schreiben?

Salz Burger
00
14.4.2011, 13:28

10 Kühe beim Kleinbauern können Sie nicht gut artgerecht halten. Denen fehlen die Kontakte. Rinder sind Tiere, die in freier Natur in großen Herden leben.

Vom Besitzer mal ganz abgesehen. Für 10 Kühe zahlt sich nicht mal eine ordentliche Ausbildung aus, gar nicht davon zu reden, dass vom Ertrag niemand leben kann. Deshalb macht der typische Kleinbauer seine Kühe nebenbei, vor und nach der anderen Arbeit und wundert sich dann, dass er mit seinen größeren Konkurrenten, die den ganzen Tag für ihre Tiere Zeit haben, nicht mithalten kann.

Nein, ich schreibe hier nicht ironisch.
Ich merke nur, dass manche Kuhställe nur aus der Werbung und dem Bilderbuch kennen und versuche, Irrtümer aufzuzeigen.

Spucks
00
14.4.2011, 14:16
"Rinder sind Tiere, die in freier Natur in großen Herden leben. "

1. Wieviele Rinder haben Sie schon in freier Natur gesehen?

2. Eingepfercht in einem Stall?

wolf_vienna
00
12.7.2011, 19:43
Stadt-Land

Na wo kommen Sie denn her? Wohl auch noch nie die Stadt verlassen. Ich kann ihnen nämlich versichern und sogar Bilder davon zeigen, dass in Ö sehr wohl Rinder in freier Natur leben!

Salz Burger
00
14.4.2011, 18:51

Wie vermutlich wir alle, kenne auch ich die riesigen Bisonherden Nordamerikas nur aus Erzählungen und Berichten. Es besteht aber kein Zweifel daran, dass Rinder gerne in großen Herden leben. Mini-Stallhaltung ist für Rinder eher Quälerei.

Hier einige Bilder von großen Farmen: z.B. 32.000 Kühe, das sind so viele, wie ungefähr 2000 österreichische Durchschnittsbauern: http://www.youtube.com/watch?v=SNZBdPL7wjM
Da arbeiten ganz bestimmt keine 2000 Leute. Ist ihnen jetzt klarer, warum große Betriebe sehr viel billiger Lebensmittel produzieren?

Hier eine typische Farm in Kalifornien: http://www.youtube.com/watch?v=K... K5R2I&hd=1

solche Videos gibt es Unzählige, man muss nur suchen und sehen wollen.

Spucks
00
15.4.2011, 08:02

Ja genau, vergleichen die Großfarmen in den USA mit "in freier Wildbahn".

Salz Burger
00
15.4.2011, 08:08

Es gibt keine Rinder in freier Wildbahn mehr. Die wurden von uns Menschen alle zu Nutztieren umgewandelt, ihre Verwandten (wie Bisons u.a. ) ausgerottet.

Großer Herden kommen dem Sozialverhalten von Rindern aber noch am Nächsten. Näher als die wenigen Kühe in irgend einem Kleinbetrieb.
Die Herdengröße steigt auch hier und ich meine, bei etwa 70 bis 100 Kühe, jene Größe, die derzeit viele in Österreich anstreben, kann man schon von einer Herde sprechen.

Salz Burger
00
13.4.2011, 09:34

Mit Industrie meine ich alle zusammen. Von der Landmaschinenindustrie angefangen, die es ermöglicht, dass heute Maschinen die Ernten einbringen, Roboter die Kühe melken, über moderne Ställe mit Klimaanlage und optimiertem Futter, bis zur Verarbeitung in Molkereien, Schlachthöfen usw. bis zum Lebensmittel-Diskounter. Alles sehr effiziente Formen von Herstellung und Vertrieb.

Die Bauern sagen, nur gesunde Tiere bringen Leistung. Deshalb sind neue Ställe optimal an die Tiere angepasst. Das Ergebnis, die ständig steigenden Leistungen und Zuwachsraten zeigen, dass die Betreuung der Tiere stimmt.

Kürzlich konnte ich die Leistungssteigerung der Milcherzeugung in Nordamerika in den letzten 100 Jahren nachlesen. Beeindruckend

Spucks
00
13.4.2011, 10:00
"nur gesunde Tiere bringen Leistung"

Natürlich müssen die Tiere gesund sein (=keine Krankheiten haben) um für Menschen essbare Lebensmittel zu liefern, aber Leistungssteigerung bzw. Höchstleistungen haben mit Gesundheit wenig zu tun. Diese Kühe, von denen sie sprechen, bringen dann vl. über einen kurzen Zeitraum extreme Leistungen in Form von Milch, um dann recht bald alles andere als gesund zu sein und geschlachtet zu werden. Lesen Sie mal parallel zu den Berichten über "Leistungssteigerung bei der Milcherzeugung" Berichte über die Lebenserwartungen solcher Kühe im Vergleich zu "normalen" Kühen, oder über die Menge an Midikamenten, die sie aufnehmen.
Diese "gesunden" Tiere sind so gesund wie jemand am Weg zur Hinrichtung lebendig ist.

Salz Burger
00
13.4.2011, 16:18

Hochleistende Tiere - kurze Lebensdauer?
Das dachte ich auch immer, bis ich mich näher damit beschäftigt habe. Anlaß war, dass ich einen Bauern kennengelernt habe, der sich rühmte eine Kuh im Stall zu haben, die bereits über 100.000 Liter Milch gegeben hat.

Da habe ich dann festgestellt, dass es zwischen hoher Milchleistung und dem Lebensalter keinen wirklichen Zusammenhang gibt. In Betrieben wo die Leistung niedrig ist, fehlt den Tieren oft gutes Futter und ein schöner Stall. Die werden da nicht alt.

Interessanterweise ist Milch von Kühen, die sehr viel Milch geben, viel billiger zu erzeugen. Diese Bauern verdienen auch bei niedrigen Milchpreis, wo andere jammern und aufgeben, noch ordentlich Geld. Wir Konsumenten profitieren davon.

Spucks
00
14.4.2011, 10:53
"Da habe ich dann festgestellt, dass es zwischen hoher Milchleistung und dem Lebensalter keinen wirklichen Zusammenhang gibt."

Wo haben sie das festgestellt? Noch nichts von diversen Eutererkrankungen usw. gehört, weil die Körper der Kühe überstrapaziert wurden?

Und wie stellen Sie sich prinzipiell "Höchstleistungen" in diesem Bereich vor, ohne dass 1. die Qualität der Produkte und 2. die Lebensqualität der Tiere leidet, und das ganze auch noch billig? Wie schaffen Sie es billig Tiere relativ artgerecht (Muttertierhaltung, ständige Auslaufmöglichkeiten, frisches Futter, ordentliche Ställe mit genug Platz, usw.) zu halten und Medikamente u.Ä. weitgehend zu vermeiden?

Salz Burger
00
14.4.2011, 11:27

Reden Sie doch mal mit Bauern. In unserem Dorf gibt es noch welche. Da sehen Sie dann den Tierarzt stehen. Genauso oft bei jenen Bauern, die wenig Leistung haben, wei bei denen mit den hohen Leistungen. Interessanterweise haben viele Bauern Tafeln am Stall montiert, wo die jährliche Durchschnittsleistung drauf steht. Da kann man sie recht gut einschätzen.

Würde die Qualität der Produkte bei Hochleistungstieren leiden, würden die Bauern dafür weniger bezahlt bekommen. In Wirklichkeit ist es umgekehrt. Spezialisierte Betriebe bekommen mehr Geld, weil sie mehr auf Qualität achten (ist bei großen Mengen ja auch viel wichtiger) und z.B. bei Milch, die Kosten für die Abholung viel geringer sind (umgerechnet auf den Liter).

Spucks
00
14.4.2011, 11:39

Nochmal die Frage: Glauben Sie wirklich was Sie schreiben? Können Sie kontrollieren mit wievielen Medikamenten die Tiere vollgestopft werden? Können Sie kontrollieren, auf welche Art die Tiere gehalten werden? Nein, können Sie nicht, und es gibt für konventionell erzeugte Produkte auch nur sehr wenige Richtlinien, deshalb hat die Qualität der Tierhaltung und die Qualität des Produktes auch nichts mit dem Preis, den die Erzeuger erhalten.

Ausnahmen sind bio-Lebensmittel.

Sie haben mir noch nicht gesagt, wie "Höchstleistung", "billig", "hohe Qualität" und "Lebensqualität der Tiere" Ihrer Meinung nach vereinbar sind.

Salz Burger
00
14.4.2011, 13:24
Teil 2, Höchstleistung und billig

Bleiben wir bei den Milchkühen, weil mir die hier am nächsten sind:

Da gibt es die typischen, traditionellen Kleinbauern, 30 Kühe, 150.000 kg Jahresproduktion pro Betrieb.

Daneben entstehen gerade welche mit 70 Kühen, 700.000 Liter Jahresproduktion. Auch nur mit einer Bauernfamilie als Arbeitskräfte. Rechnen Sie mal die Arbeitszeit auf den Liter Milch herunter. Dann wissen Sie schon mal, warum Höchstleistung billiger ist. Der 700.000 Liter-Betrieb könnte seine Kühe natürlich auch schlecht füttern, nur die Hälfte an Milch verkaufen und jammern.

Die Zukunft gehört denen, die die Produktion im Griff haben. Dass dies nur mit optimalen Ställen und Fütterung, damit die Tiere gesund und leistungfähig bleiben, funktioniert, ist klar.

Spucks
00
14.4.2011, 13:38

Nun zum 3. Mal meine Frage:
WIE sollen diese Höchstleistungen Ihrer Meinung nach billig, qualitativ hochwertig und mit guten Lebensstandard der Tiere (!) zu verwirklichen sein?

Salz Burger
00
14.4.2011, 13:56

Diese Höchstleistungen zum niederigen Preis sind bereits verwirklicht. Sonst wären Lebensmittel nicht so günstig.

Ich kenne die Bauern hier in Salzburg noch aus Zeiten, wo die ganze Familie den ganzen Sommer über Flächen gedüngt und bearbeitet hatte. Heute eine Arbeit für wenige Tage.

In den Ställen: Vollautomatisierte Schweineställe, Klimaanlage, die für die optimale Umgebung sorgen.

Rinderställe: Roboter zum Melken und Füttern. Der Bauer ist zum Manager geworden.

Wie? Große Mengen mit geringem Einsatz an Arbeitskraft und Zeit. Statt 10 Kühen eben 500, oder 5000.
Eine der größten Milchviehfarmen, die mir bekannt ist, steht in Ägypten. 32.000 Kühe. Die erzeugen die Milch für das halbe Land und exportieren noch.

Spucks
00
14.4.2011, 14:19

Sie haben den Teil mit "guter Lebensstandard der Tiere" vergessen: Diese 500 oder 5000 Tiere können täglich ins Freie? Haben im Stall genug Platz? Wie sieht der Boden im Stall aus? Die Jungtiere bleiben zumindest bis sie fertig gesäugt sind bei der Mutter? Sie werden mit möglichst naturbelassenem Futter ernährt? Und wie siehts mit Medikamenten aus?

Entweder Sie sind ein Fake, oder Sie arbeiten in der Lebensmittelbranche.

Salz Burger
00
14.4.2011, 18:37

Diese Kühe in den großen Farmen können nicht nur ins Freie, sie SIND im Freien. Unterstände gibt es vor allem gegen die Hitze.

Boden? Die Amerikaner schwören auf Sand. In der Wüste gibt es davon auch genug. Bei uns setzt sich das eher langsam durch. Wird aber vermutlich noch.

Die Jungtiere bleiben in einer Milchviehfarm nicht bei der Mutter, bis sie fertig gesäugt sind. Auch bei "unseren" kleinen Biobauern nicht, wenn es sich um einen Milchbauern handelt.
Sie verwechseln da was mit Mutterkuhhaltern. Die lassen die Kälber bei der Kuh.

Ich arbeite nicht in der Lebensmittelbranche. Wenn ich Informationen will, informiere ich mich aber dort an der Quelle. Vom Bauern bis zum Metzger.
Spendenkeilende Tierschutzvereine sind keine gute Quelle

Spucks
00
15.4.2011, 08:02
"Diese Kühe in den großen Farmen können nicht nur ins Freie, sie SIND im Freien."

Gut, Sie sind definitiv nicht ernst zu nehmen, diese Zeitverplemperung hätte ich mir sparen können.

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