Salzburger Festspiele laden Festredner aus

31. März 2011, 13:18

Jean Ziegler sei wegen angeblicher Nähe zu Gaddafi als Eröffnungsgast "nicht sinnvoll" - Druck von Sponsoren vermutet - Grüne planen Gegenveranstaltung

Salzburg - Das Land Salzburg hat Jean Ziegler, der als Redner bei der Eröffnung der Salzburger Festspiele 2011 vorgesehen war, wieder ausgeladen,  berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) am Dienstag. Der Schweizer Soziologe, Globalisierungskritiker, Sachbuchautor und Politiker Jean Ziegler steht seit einigen Jahren wegen einer angeblichen Nähe zu Libyens Diktator Gaddafi immer wieder in der Kritik.

Die Salzburger Festspiele haben sich jetzt gegen Ziegler stark gemacht und auch Landeshauptfrau Gabi Burgstaller teile die Sorge, "dass in der Folge nicht die Inhalte von Zieglers Festspielrede, sondern der genannte Kritikpunkt im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gestanden wäre", wie es am Donnerstag aus ihrem Büro hieß. Für Burgstaller sei es "auch im Interesse von Jean Ziegler nicht sinnvoll", wenn dieser die Salzburger Festspielrede halte.

Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler betonte einmal mehr, die Festspiele würden sich ihren Redner gerne selbst aussuchen. Sie habe dem Land eine Liste mit acht Persönlichkeiten aus dem Bereich Kunst und Kultur übergeben. Welche Namen auf dieser Liste stehen, geben Festspiele und Land nicht bekannt. Von einer Abgabe des Bestellungsrechts an die Festspiele will indes Landeshauptfrau Burgstaller nichts wissen: "Dies ist und bleibt Sache des Landes und nicht der Festspiele."

Vorwürfe und Relativierungen

Besonders die vom American Jewish Committee gegründete Organisation UN-Watch warf Jean Ziegler immer wieder vor, enge Beziehungen zum libyschen Staatschef zu pflegen. Im Jahr 2006 haben 20 weiterer Menschenrechtsorganisationen versucht, Zieglers Ernennung zum Menschenrechtsexperten der UNO zu verhindern. Damals wie heute Hauptkritikpunkt: Der heute 76-Jährige sei beteiligt am "Muammar-Gaddafi-Preis für Menschenrechte", einem Propagandainstrument des Regimes, wie UN-Watch in diversen internationalen Zeitungen betonte: Mit dem Engagement für das libysche Regime habe sich Ziegler disqualifiziert. Wer mit einem der schlimmsten Diktaturen verbandelt ist, sei völlig ungeeignet, für die UNO tätig zu sein.

Das offizielle Österreich war bisher mit Ziegler weniger streng. Ziegler ist Träger des Bruno-Kreisky-Preises, außerdem wurde ihm der Salzburger Landespreis für Zukunftsforschung 2008 verliehen, also zwei Jahre nach dem Disput um Zieglers Ernennung zum UNO Menschenrechtsexperten. Ziegler bezeichnete die Vorwürfe gegen seine Person stets als unrichtig. Von Gaddafi habe er sich längst distanziert.

Wie der ORF berichtete, reagierte Ziegler  "zutiefst verwundert" über das Vorgehen des Landes und vermutet, dass die Schweizer Großkonzerne wie Nestle und Credit Suisse als Großsponsoren der Salzburger Festspiele politisch interveniert hätten: "Credit Suisse und Nestle und diese Leute habe ich sehr angegriffen wegen ihrer Politik in der Dritten Welt. Und die hassen mich natürlich. [...] Dass die Druck gemacht haben auf das Land Salzburg, erscheint mir höchstwahrscheinlich."

Reaktionen I: Grüne planen Gegenveranstaltung

Als "beschämend" hat der Landessprecher der Salzburger Grünen, Cyriak Schwaighofer, die Ausladung  Zieglers bezeichnet. Landeshauptfrau  Burgstaller  sei damit "vor den Konzernen in die Knie gegangen", kritisierte der Landtagsabgeordnete in einer Aussendung. Er will mit zivilgesellschaftlichen Organisationen dafür sorgen, dass Ziegler seine Rede in "einem anderen Rahmen" in Salzburg halten kann.

Die Suche nach Partnern und einem Termin möglichst nahe an der Eröffnungszeremonie der Festspiele seien bereits im Gang, sagte Schwaighofer. Er betonte, Ziegler habe stets bestritten, dass er den "Muammar-Gaddafi-Preis" erhalten habe. "Burgstaller hätte mit Ziegler vielleicht einmal reden sollen, bevor sie ihm einfach eine unpersönliche Ausladung schickt."

Die Landeshauptfrau entlarve dadurch auch den angeblichen Anspruch der diesjährigen Eröffnungsrede als inhaltsleeres PR-Gerede. Der Kapitalismuskritiker hätte natürlich auch darüber geredet, welchen Anteil multinationale Konzerne am Hunger und Elend in der Welt hätten, meinte Schwaighofer. Die Vorwürfe bezüglich des Gaddafi-Preises würden vom American Jewish Committee stammen. Ziegler habe in einem Bericht aus dem Jahre 2004, den er als UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung über die Situation in den Palästinensischen Autonomiegebieten verfasst habe, Israel vorgeworfen, den Zugang der palästinensischen Bevölkerung zu ausreichender Ernährung zu behindern.

Reaktionen II: IG-Autoren

Auch Gerhard Ruiss und Renate Welsh von der "IG Autorinnen Autoren" wollen sich dafür einsetzen, dass Ziegler seine Rede trotzdem halten kann - "in einer Form, in der seine Rede genauso viel Beachtung erhält wie sie bei den Festspiele gefunden hätte." Ziegler habe bereits am 5. März in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung gesagt, dass Gaddafi völlig verrückt sei, und in dem Interview zur Durchsetzung der Flugverbotszone in Libyen aufgefordert. Es stelle sich die Frage, wieso Burgstaller Wochen später meine, Ziegler wegen Nähe zu Gaddafi als Festredner auslanden zu müssen. Weil sich die Salzburger Festspiele oder die Sponsoren der Festspiele gegen ihn ausgesprochen hätten?, so die IG-Autoren in einer Stellungnahme.

Reaktionen III: Rabl-Stadler weist Kniefall-Vorwurf zurück

Eine Stellungnahme hat am Nachmittag auch Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler in einer Aussendung abgegeben. "Nicht die Festspiele, und schon gar nicht ich als Festspielpräsidentin haben eingeladen oder ausgeladen", betonte Rabl-Stadler. "Mit aller Vehemenz möchte ich mich aber gegen den im ORF von Jean Ziegler geäußerten Verdacht zur Wehr setzen, man hätte ihn als Kniefall gegenüber den Sponsoren ausgeladen. Kein Sponsor wusste von einer möglichen Einladung Zieglers. Mit keinem haben die Landeshauptfrau oder ich darüber gesprochen."

Die Gestaltung des Eröffnungsfestaktes inklusive Wahl des Festspielredners liege bei der Landeshauptfrau. "Ich verhehle nicht, dass wir von den Festspielen diese Wahl seit jeher gerne eigenständig getroffen hätten", erklärte die Festspielpräsidentin. Sie habe eine sehr gute Gesprächsbasis mit Burgstaller und mit ihr auch für 2011 eine Reihe von möglichen Kandidaten diskutieren können. "Unter den von mir Vorgeschlagenen waren ausschließlich mögliche Rednerinnen und Redner aus dem Bereich von Philosophie, Literatur und Architektur. Die Landeshauptfrau entschied sich offensichtlich für Jean Ziegler. Bei aller Wertschätzung für sein großes gesellschaftspolitisches Engagement, kann man über seine Äußerungen zu Muammar Al-Gaddafi gerade im Licht der jetzigen Entwicklungen durchaus geteilter Meinung sein." (APA/red)

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affilein
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die wahren Hintergründe für die überraschende Absage: http://salzburg.orf.at/stories/507584/

Hinguckerl
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Danke für den Link!

Damit ist der Beweis erbracht, dass hinter der ungustiösen Angelegenheit samt Verleumdung einer wirklich souveränen, über jeden Zweifel erhabenen Persönlichkeit wie Jean Ziegler in Wirklichkeit keine der genannten Schweizer Sponsoren steht. Fritz Wunderlich, Sie wiederholen wie Gebetsmühlen Ihre Antisemitismusvorwürfe, gegen Ziegler, Kreisky, gegen alle hier im Forum, die meterhohe Mauern und Massaker im Gaza nicht nicht goutieren. Mit diesem Link haben Sie die wahren Hintermänner enttarnt. Danke dafür!

Fritz Wunderlich
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antisemiterl, wovon träumst du? selbstverständlich haben die schweizer sponsoren ein machtwort gesprochen
würde ziegler nur gegen juden keifen, hätten sie kein problem mit ihm, sowenig wie du

Hinguckerl
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10.4.2011, 13:18
Und wo "keift" Ihrer Meinung nach Ziegler gegen die Juden?

Hinguckerl
00

strache-hupferl, wovon träumst du eigentlich so immer?

Fritz Wunderlich
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einer welt frei von antisemitismus

Hinguckerl
01
10.4.2011, 13:21
Dann verlieren Sie aber Ihre Existenzberechtigung

und weil Sie das wissen erfinden Sie Ihren Antisemitismus jeden tag neu. Wohl bekomms!

Fritz Wunderlich
10
10.4.2011, 15:36

interessant, also denkst du den vernichtungsantisemitismus, danke für deine ehrlichkeit, nazibua

affilein
10
Unverschämte Lügen aus Amerika und England!

http://www.guardian.co.uk/commentis... withfarce. Zitat: ....Appointment with farce. The election to the UN Human Rights Council of a man who has served as an aide to a dictator is a scandal......"

shame on you!!!

Fritz Wunderlich
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so fliegen die getarnten hetzer einer nach dem anderern auf
fühlen sie sich zu recht angesprochen

msm
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Antisemitismus ohne Antisemiten...

...Antijudaismus ist ja keine Erfindung der NZis, obwohl sich diese auf widerlichste Weise hervorgetan haben.
Lassen Sie die Kirche im Dorf, das American Jewish Committee würde sogar die Prohibition als Antisemitismus bezeichen. Sogar verständlich, wer hatte in den Jahren vor der Prohibition in den USA die Produktion und den Vertrieb von Schnaps in der Hand?

affilein
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schluchz

vielleicht bietet ihnen ja der strache seine breite schulter zum ausweinen an! der hat ja ihresgleichen seit kurzem so sehr in sein herzerl geschlossen! aber was red ich da: sie enttarnen sich laufend als rechtsrechtes früchtchen, nicht mehr ernst zu nehmen. die antisemiten haben so richtig ihre freude mit ihnen.

Fritz Wunderlich
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hehe, das glaube ich nicht, dass du freude an mir hast, antisemiterl

affilein
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ich kann nicht mehr ohne dich, strache-hupferl....

Fritz Wunderlich
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du wirst das müssen, denn nur so hast du eine chance, erwachsen zu werden
antisemitismus hat ja auch sehr viel mit dem infantilismus der antisemiten zu tun, sie wollen nicht erwachsen werden, sondern ein märchen ausagieren

alles paletti
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eigentlich: was will man mehr?

Ziegler hat mit diesem skandal alle aufmerksamkeit auf seiner seite. zuletzt war es schon ein bisserl ruhig um ihn geworden, zum glück ist sein alter kampfgeist wieder erwacht. er wird reden, jetzt erst recht! und viele werden ihm genau zuhören! eigentlich: dank an Frau Landeshauptfrau!

ciciban
02
Boykotiert Nestlé!

Werft eure Nespresso-Maschine auf den Müll!

Hinguckerl
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O-Ton Ziegler: Ja. Ich fühle mich verleumdet von UN Watch.

Die haben das mit der Gadafi-Lüge in die Welt gesetzt. Die ist jetzt zum vierten Mal wiedergekommen. Das ist eine Verleumdungskampagne seit meinem UNO-Bericht über die gezielte Unterernährung in Gaza 2004.....UN Watch ist ein Zweigbüro des American Jewish Committee, der Likud-Filiale in den USA... (zum Gazabericht): Doch beim rechten Establishment in Israel hat mir das Hass eingetragen. Seither verfolgen die mich. Ihre Attacken machen sie sehr gut, immer unterschrieben von US-Kongressabgeordneten.....

Ein entsetzter Bürger
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Sehr schade, dass dies alles eigentlich überhaupt nicht witzig ist...

Es gibt so einige Entgleisungen aber diese ist in so vielen Dimensionen: bodenlos, unverschämt, anmaßend, korrumpiert, unangebracht, lächerlich und einfach zu dumm, dass sie politisch noch tragbar wäre.

Unbedarftheit macht diese Geste nicht besser, nur peinlicher.

Wenn Anpassung hierzulande so weit reichen soll, dann bitte andere Politiker!

Intendanz detto.

ego mania
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Es scheint, als ob niemand den Text wirklich gelesen hat.

Rabl-Stadler: "Nicht die Festspiele, und schon gar nicht ich als Festspielpräsidentin haben eingeladen oder ausgeladen". Aber offenbar hat sie Druck ausgeübt! Ihr Argument: "Man kann über seine Äußerungen zu Muammar Al-Gaddafi gerade im Licht der jetzigen Entwicklungen durchaus geteilter Meinung sein." Daher also die Ablehnung seitens der Festspielleitung. Und keine Rede von Sponsoren, die vielleicht düpiert sein könnten.

dradiwaberl5693
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Ja klar, weil die Sponsoren öffentlich genannt werden wollen, wenn sie sich über den Festredner aufregen und ihn loswerden wollen. Was öffentlich gesagt wird, hat halt selten etwas mit dem wahren Beweggrund zu tun!

Hinguckerl
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Wollen sie damit sagen, dass Frau Rabl-Stadler bewußt gelogen hat?

emga86
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31.3.2011, 21:29

da wird damit begründet das er anscheinend zu engen Kontakt mit al-Gaddafi hatte, wir hatten Dr. Haider und Co. . .

Alaska Saedelaere
04
31.3.2011, 20:17
Erst einladen, dann ausladen

Das verärgert alle. Dümmer geht es wirklich nicht mehr.

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