Lokführer lassen Arbeit ruhen

1. April 2011, 19:12
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Wenn die Arbeitgeber keine neuen Angebote vorlegten, soll es zu weiteren Arbeitsniederlegungen kommen

Frankfurt - Wegen des Lokführerstreiks bei privaten Bahnanbietern standen am Freitag erneut rund drei Viertel der Züge der betroffenen Unternehmen still. Der Arbeitskampf hatte Donnerstagfrüh begonnen und sollte planmäßig Samstagfrüh um 02.00 Uhr enden, bestätigte in Frankfurt am Main eine Sprecherin der Lokführergewerkschaft GDL.

Zu starken Einschränkungen kam es den Unternehmen zufolge vor allem auf Strecken im Osten und im Norden der Republik sowie in Hessen. Vom Streik erneut ausgenommen war der Keolis-Konzern. Er hatte der GDL am Mittwoch ein neues Angebot auf Tarifverhandlungen unterbreitet.

Die Gewerkschaft verleiht mit den Streiks ihrer Forderung nach einem bundesweit gültigen Rahmentarifvertrag für alle rund 26.000 Lokführer in Deutschland Ausdruck. Im Jänner waren hieran die Verhandlungen mit den Privatbahnen gescheitert. Schon mehrmals hatten die Lokführer seitdem den Verkehr lahmgelegt.

Ausgesperrte Mitarbeiter

Aufgrund des neuerlichen Arbeitskampfs sperrte seit Donnerstag der Veolia-Konzern seine streikenden Mitarbeiter aus. Die GDL teilte am Freitag mit, dagegen mittlerweile eine einstweilige Verfügung beantragt zu haben. Noch gelte die Aussperrung aber als wirksam.

Ein Tochterunternehmen von Veolia, die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB), bot inzwischen seinen Mitarbeitern eine Lohnerhöhung an, wie die Leipziger Volkszeitung (Wochenendausgabe) berichtet. Das monatliche Einkommen der Lokführer soll demnach um zwölf Prozent, das der Kundenbetreuer um 20 Prozent steigen. Damit erreiche die MRB eigenen Angaben zufolge finanziell nahezu das Lohnniveau der Deutschen Bahn. Ein ähnliches Angebot liege auch für die Veolia-Tochter Harz-Elbe-Express vor. Die Forderung der GDL nach einem Rahmentarifvertrag weise die MRB hingegen weiterhin zurück.

Entsprechend signalisierte die GDL am Freitag Ablehnung gegenüber dem MRB-Vorstoß. Für die Gewerkschaft bleibe ein Rahmentarifvertrag Grundvoraussetzung für neue Verhandlungen, sagte die GDL-Sprecherin. "Außer von Keolis ist bei uns nichts eingegangen, weshalb es sich lohnte die Streiks abzubrechen", sagte sie. Wenn die Arbeitgeber auch nach dem jüngsten Streik keine neuen Angebote vorlegten, werde es zu weiteren Arbeitsniederlegungen kommen, womöglich bereits in der kommenden Woche.(APA)

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