Enquete ohne Konfessionsfreie

In Gottes Namen Ethik

30. März 2011, 18:59

Die rund zwei Millionen Konfessionsfreien aus der Ethik-Enquete auszuschließen ist ein Affront

Ethik ist offenbar ein gewerkschaftlich höchst diffiziles Problem. Immerhin finden sich auf der Teilnehmerliste für die parlamentarische Enquete zum Ethikunterricht gleich vier Vertreter der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst. Die sind aber nicht genug. Ein ÖGB-Vertreter darf ebenso sprechen wie alle anderen Sozialpartner, die Parteien sowieso. Und - natürlich - alle 14 anerkannten Kirchen, jeweils in doppelter Stärke, von der katholischen Kirche bis zu den Zeugen Jehovas.

Klingt nach: "Gott und die Welt" debattieren im "Tempel der Demokratie". Fast. Eine Gruppe fehlt: die Betroffenen. Die rund zwei Millionen Konfessionsfreien. Ausgerechnet sie auszuschließen ist ein Affront. Immerhin sind es sie bzw. ihre Kinder, die für den Ethikunterricht in der Oberstufe quasi zwangsrekrutiert werden sollen. Denn der Plan ist ja, dass nur jene Schülerinnen und Schüler den Ethikunterricht besuchen müssen, die ihr Heil nicht in konfessionellen Heilsversprechen zu finden glauben.

Der getrennte Unterricht von konfessionell gebundenen und freien Kindern in grundsätzlichen Fragen des (Zusammen-)Lebens ist in einer (angeblich) säkularen, jedenfalls immer pluralistischeren und multikulturelleren Gesellschaft an sich schon absurd. Aber so eine Einladungsliste für eine parlamentarische Enquete, die sich als religiös-politischer Event im Namen der Ethik geriert, ist eine hegemoniale Geste der religiösen Mehrheit, die inakzeptabel ist. (Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31.3.2011)

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rudolf schladming
 
22

der religionsunterricht muss abgeschafft werden. erst danach kann über den ethikunterricht diskutiert werden. ich wäre für eine integration in die fächer geschichte, deutsch und philosophie sowie psychologie. was auf jeden fall verhindert werden muss ist ein ethikunterricht der von religiösen ideologen in ihrem sinne abgehalten wird.

Andreas Anders
112
31.3.2011, 17:51
Hut ab!

Frau Nimmervoll, ein ebenso klarere wie prägnanter Kommentar. Kein Wort zuviel, keines zu wenig!

Es ist genau so, leider.

nofretete69
 
02
31.3.2011, 17:12

es ist einfach so , dass das 2000jährige lobbying der rkk schwer zu überholen ist .
ausserdem sind die mehrheit der konfessionsfreien menschen schwer unter einen hut zu bringen , denn erstens sind das denkende menschen mit individuellen weltbildern und zweitens ist es immer noch ein makel in unserem katholischen österreich , wenn man sich offen als konfessionsfrei deklariert .

wir haben zwar einen agnostischen bundespräsidenten , aber wahlen gewinnt man mit diesem " outing " nicht .

wer jetzt immer noch behauptet , wir leben in einem säkularen staat , sollte spätestens jetzt seine meinung einem neuen tuning unterziehen !

Osterhäschen
00
31.3.2011, 16:07

Der FSMismus muß unbedingt schleunigst eine anerkannte Kirche werden mit eigenem Religionsunterricht. Wo kann man da ansuchen?

Osterhäschen
00
31.3.2011, 18:09

Vielen Dank - offenbar nicht sehr aussichtsreich, oder eben erst in 20 Jahren. :(

insertnamehere
 
00
Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.

Hlsebastian
72
31.3.2011, 15:55
Der Fall des antichristlichen Atheisten,

der das "Grüß-Gott-Grüßen" verboten hat, zeigt ja eindringlich, was Atheisten von "Ethik" halten - nämlich eine repressive Ethik, die anderen die eigenen Glaubensüberzeugungen aufzwingt. So eine "Ethik" braucht niemand.

Solange sich die Konfessionsfreien nicht zu Organisationen zusammenschließen wie die Kirchen werden sie nicht gehört werden.

potamu
00

Wollen Sie das ("repressive Ethik, die anderen die eigenen Glaubensüberzeugungen aufzwingt" etc.) allen Ernstes auch auf die www.atheistische-religionsgesellschaft.at beziehen?

campanula
00
31.3.2011, 16:48

Von einem Einzelfall auf alle zu schließen ist gerade in so einem Fall unzulässig! Sind etwa alle Christen Kinderschänder, oder hacken alle Moslems Dieben die Hände ab? So eine "Ethik" bräuchten wir nämlich noch viel weniger.

Ritzi
 
17
31.3.2011, 16:29
Der Fall der

Kinderschändenden Kirchenvertreter zeit ja eindringlich was Christen von "Ethik" halten...

Die Konfessionsfreien machen in Ö übrigens bereits rund 25% aus, was mich übrigens wirklich mal interessieren würde ist wieviele der angeblich parktizierenden Christen die wichtigsten Verhaltensregeln, nämlich die zehn Gebote fehlerfrei und in der richtigen Reihenfolge aufsagen könnten...

Es geht bei dem wie sie es nennen "bekämpfen der Christlichen Wurzeln" auch einzig und allein darum das die theoretische Trennung von Staat und Kirche auch vollzogen wird. Wenn diese Trennung nicht erwünscht ist dann bitte aber auch nicht scheinheilig so tun als ob es sie gäbe und einfach gleich einen "Christlichen Gottesstaat" ausrufen und sich nicht "säkulär" sch

entenhausener
00

Interessant, dass die Christen auch innerhalb der Konfessionsfreien die Mehrheit stellen.

Hlsebastian
74
31.3.2011, 15:51
Tja, liebe Fr. Nimmervoll,

solange die Vertreter der Konfessionsfreien nichts Besseres zu tun haben, als zusammenphantasierte Kirchenprivilegien zu bekämpfen und gegen den Mehrheitswillen der Bevölkerung die christlichen Wurzeln Österreichs zu bekämpfen, werden sie wohl nicht als ernstzunehmender Gesprächspartner akzeptiert. Und das ist gut so.

By the way: Wer sagt Ihnen denn, dass sich alle 2 Millionen Konfessionsfreien Österreichs von der Dachorganisation vertreten fühlen - liegen Ihnen Mitgliederlisten vor, die mir entgangen sind??

potamu
01

Lieber hlsebastian, inwiefern die kritisierten Kirchenprivilegien "zusammenphantasiert" sind, wirst du vermutlich sehr eindrücklich erleben können, wenn einmal auch die "Atheistische Religionsgesellschaft in Österreich" in ihren Genuß kommen wird ^^

georg furtner1
04
31.3.2011, 16:36
doch

was haben kirchenvertreter bei dem thema zu suchen?
ich werde ja auch nicht zur papstwahl geladen, und selbst wenn, ich würd erkennen, dass ich da nix verloren hab.
die kirchen hingegen glauben, sie hätte immer was mitzureden. ist aber falsch.

Trombone53
 
22
31.3.2011, 16:16
Was sind Konfessinsfreie?

Sie haben völlig recht. Nicht alle Konfessionsfreien sind Atheisten. Ich z.B. bin aus der r.k. Kirche ausgetreten und bin nach wie vor Christ - konfessionsfrei. Allein bei den Atheisten muss es ja viele Gruppierungen geben. Da diese als Basis die Gegnerschaft zu Religionen haben, gibt es: Atheisten, die gegen den christlichen Gott sind, Atheisten, die gegen den muslimischen Gott sind, ...
Eigene Substanz haben Atheisten nicht. Alle Werte sind irgendwo geklaut.

entenhausener
00
Sie sagen es.

Eine Minderheit eifernder Atheisten will alle Konfessionsfreien für sich vereinnahmen, sowohl die desinteressierten atheistischen Konfessionslosen als auch die gläubigen.

Hlsebastian
51
31.3.2011, 15:49
Was ist pluralistischer in einer

ebensolchen Gesellschaft als ein konfessionsgebundener Religionsunterricht?

georg furtner1
04
31.3.2011, 16:34
?

pluralistischer ist, wenn die schulen frei von konfessionen sind. trennung von staat und kirche ...
nicht so neu, der gedanke.

Hlsebastian
00
11.5.2011, 16:30
Das heißt, wir müssen uns im Namen

des Pluralismus auf eine Staatsreligion (nämlich den Atheismus) beschränken? Ich denke nicht nur ich sehe den Widerspruch,

scepticist
11
11.5.2011, 18:35

Atheismus ist keine Religion. Atheismus ist das Gegenteil von Religion, nämlich der Nicht-Glauben. Ich versteh nicht warum das so schwer zu verstehen ist.
Und damit ist es keine Staatsreligion.

Und das muss nicht unterrichtet werden. Weil es eben nichts ist was man lehren muss.
Wenn jetzt jemand unbedingt seine Kinder in irgendeiner Religion unterrichten will. Gerne, aber bitte nicht in staatlich finanzierten Schulen. Glaube hat dort im Unterricht nichts zu suchen. Dort soll Wissen vermittelt werden.

bebop
03
31.3.2011, 15:12
Die Gewerkschafter haben wahrscheinlich geglaubt,

dass Ethik asiatisches Essen ist.

Osterhäschen
01
31.3.2011, 16:27

RAmen!

M K
 
04
31.3.2011, 14:51
Was ist aus ihnen nur geworden?

Was, frage ich mich, ist aus der einst stolzen und aufklärerischen SPÖ geworden?

Ebenso blutleer und feige wie der aus ihr hervorgegangene Bundespräsident?

Er hätte die Parteien auf diesen unerträglichen Affront gegen 20 Prozent der Bevölkerung aufmerksam machen und ihn wohl auch verhindern können.

Ich lasse mir das auf der Zunge zergehen:

Vertreter der Zeugen Jehovas, Vertreter der Wüstenreligion, stecken geblieben in grauer geistiger Vorzeit und auf Okkupationskurs in Europa unterwegs, Vertreter jener Religion, über die ein Fachmann wie Karlheinz Deschner ein vielbändiges Werk mit dem berechtigten Titel: Kriminalgeschichte des Christentums (es wird von den Christen so gut es geht tot geschwiegen, widerlegen können sie nichts davon!) ver

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