Regierungschef spricht von "Säuberung" der Insel
Bei seinem Besuch in Lampedusa hat Premier Silvio Berlusconi
die aufgebrachten Bewohner am Mittwoch mit einer Show am Hauptplatz
versöhnt und zu Bravo-Rufen und Beifall stimuliert. Der Premier
versprach, daß "die Insel in 48 Stunden nur noch ihren
Bewohnern gehören" werde. Alle Flüchtlinge würden in zwei
Tagen weggebracht, ein vor der Insel verankertes Schiff werde eventuelle
Neuankömmlinge aufnehmen.
Versprechen
Einen Teil der Tunesier werde
man in ihr Land zurückbringen, versicherte der Cavaliere. Die
neue tunesische Regierung habe versprochen, die Küsten des
Landes in Zukunft wirksamer zu kontrolliere. Berlusconi versprach
den Insulanern den Bau neuer Infrastrukturen wie Kanalisierung,
E-Werk, Straßen und Schulen. "140 Pioniere des Heeres werden
sich bereits ab morgen um die Säuberung der Insel kümmern, die
überrdies "durch Aufforstung grüner werden soll.
Eine von
der Regierung bezahlte Werbekampagne solle Touristen anlocken. Berlusconi
versprach zudem eine Freihandelszone, Steuersenkungen und reduzierte
Treibstoffpreise für die Fischer. Außerdem werde die Regierung
Lampedusa für den Friedensnobelpreis vorschlagen. "Vor wenigenTagen habe ich auf der Insel die schöne Villa Due Palmegekauft und bin nun auch Lampedusaner", schloß Berlusconi seine
von der Opposition als skandalös kritisierte Rede. (Gerhard Murmelter, derStandard.at, 30.3.2011)