Langzeitwirkung von Musiktherapie bei chronischem Tinnitus
Heidelberg - Pfeifen, Rauschen oder Dauerton: Rund ein Zehntel der Österreicher ist zumindest zeitweise von Tinnitus betroffen, 200.000 Menschen leiden chronisch darunter. Das Deutsche Zentrum für Musiktherapieforschung in Heidelberg hat nun eine Langzeiteffektivität bei Patienten mit chronischem Tinnitus festgestellt, die mittels Musiktherapie behandelt wurden, hieß es in einer Aussendung.
Anhand von Patientennachbefragungen wurde die Langzeitwirkung von Musiktherapie bei chronischem Tinnitus überprüft. In mehreren Studien konnte die Wirksamkeit des Behandlungskonzeptes bis sechs Monate nach Ende der Therapie nachgewiesen werden. Hier bestätigte sich bei 80 Prozent der mit Musiktherapie behandelten Tinnituspatienten eine deutliche Verbesserung bis hin zum völligen Verschwinden der "Ohrgeräusche".
Die Heidelberger Forscher befragten nun rund 200 Patienten, deren Behandlung bis zu fünf Jahre zurückliegt in punkto aktuelle Tinnitusbelastung, nachfolgende Therapieversuche seit der Musiktherapie sowie Therapiezufriedenheit. Laut Auswertung waren knapp 90 Prozent der Patienten mit der Therapie zufrieden. Drei Jahre nach der Therapie erreichten drei Viertel der Patienten eine dauerhafte, zuverlässige Verbesserung der Symptomatik, rund 70 Prozent benötigten keine weitere Anschlusstherapie. Bei 30 Prozent der befragten Patienten ist der Tinnitus nicht mehr oder nur noch zeitweise vorhanden.
Somit erweist sich der musiktherapeutische Behandlungsansatz als eine wirksame und über einen langen Zeitraum hinweg stabile Therapie bei chronischem Tinnitus, der sich bei einer großen Behandlungsbreite von Tinnituspatienten anwenden lässt. Für den Therapieerfolg ist die Art des Tinnitus, also etwa ein Pfeifen oder Rauschen, nicht ausschlaggebend. (red)