Soziales Netzwerk behauptet, dass das Foto bereits gelöscht wurde
Chrissy Criscitiello (34) hat sich nie Gedanken darüber gemacht, was mit ihren auf Facebook geposteten Fotos passiert, gesteht sie der New York Times. Sie habe private Fotos von sich, ihren Freunden und ihrer Familie ins Internet gestellt. Weiter erklärt Criscitiello, dass sie niemals gedacht hätte, dass die Fotos verkauft oder an jemand anders weitergegeben werden könnten.
Foto der Toten
Am 30. März 2009 wurde die Schwester von Frau Criscitiello, Caroline Wimmer (26), in ihrem Apartment auf Staten Island ermordet aufgefunden. Sie wurde zuvor zusammengeschlagen und mit einem Stromkabel stranguliert. Rund einen Monat später wurde Criscitiello von einem Reporter des "The Staten Island Advance" darüber informiert, dass ein Foto ihrer toten Schwester auf der Facebook-Seite von Mark Musarella veröffentlicht wurde.
Bei Musarella handelte es sich um einen Ex-Polizisten. Er war einer der ersten Helfer vor Ort, nachdem Caroline Wimmers Leiche von ihren Eltern entdeckt wurde. Er machte mindestens ein Foto der Toten und postete dieses unter eigenem Namen auf Facebook. Einer seiner Facebook-Kontakte informierte das Krankenhaus, für welches Musarella arbeitete, woraufhin der ehemalige Polizist entlassen wurde - schreibt die New York Times.
Als Frau Criscitiello von dem Foto erfuhr, begab sie sich auf Facebook, zu diesem Zeitpunkt war der Account von Mark Musarella aber bereits gelöscht, erklärte die 34-Jährige.
Schutz für Provider
Das soziale Netzwerk Facebook hat Regeln für diese Art von Bildern, allerdings würde die Plattform auf entsprechende Bilder meist erst dann aufmerksam, wenn diese von anderen Benutzern gemeldet werden. Abgesehen davon treten Nutzer fast sämtliche Rechte an den auf Facebook geposteten Inhalten ab. Ein US-Bundesgesetz, der "Communications Decency Act", schützt Online-Service-Provider davor, was Nutzer auf ihren Seiten machen oder sagen. Auch in diesem Fall wurde Facebook von jeglicher Verantwortlichkeit freigesprochen, Musarella bekannte sich zu seinem ungebührlichen Verhalten und wurde vom Gericht mit 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit bestraft.
Ungenau
Monate nach dem Tod von Wimmer engagierte ihre Familie Anwalt Ravi Batra, um herauszufinden was mit dem Foto geschehen war. Ravi Batra setzte sich daraufhin mit einem Rechtsvertreter Facebooks in Verbindung um in Erfahrung zu bringen, was mit dem Bild geschehen war. "Ich kann ihnen nicht sagen, an wie vielen Orten es gespeichert ist", erklärte der Anwalt des sozialen Netzwerks. Er könne einzig versichern, dass das Bild über einen einfachen Facebook-Account nicht zugänglich sei.
In einem Brief erklärte Facebook, dass die Wimmers Details zum Account von Musarella erfahren könnten, aber nur wenn dieser schriftlich einwillige.
Gerichtliches Vorgehen
Vergangenen Montag kündigte die Familie ein gerichtliches Vorgehen gegen Facebook an. "Wir verklagen Facebook nicht wegen Geld", meint Criscitiello. "Wir verklagen sie, um die Dinge zu ändern, damit die Familienmitglieder anderer ermordeter Personen so etwas nicht erleben müssen."
Einen Tag später meldete sich Facebooksprecher Barry Schmitt zu Wort, um zu erklären, dass sein Unternehmen entsetzt darüber sei, was mit dem Foto passiert sei. Schmitt versprach weiter, dass keine Kopien des Fotos auf den eigenen Servern gespeichert würden. Weiter erklärte er, dass ein Bild binnen 90 Tagen von den Servern entfernt würde, nachdem es von einem Nutzer gelöscht wurde. (red)
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