Überraschend viele Leser sagten: "Bereit zu zahlen"

29. März 2011, 18:20
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    foto: standard/puhr

    "Wie eine Einladung an die Leser": Hier endet nun der Gratiszugang - ohne App, die das umgeht.

"Um unsere journalistische Mission fortführen zu können", verlangt die "New York Times" im Web nun bis zu 455 Dollar pro Jahr - Ab 300.000 Abonnenten im ersten Jahr gelten als Erfolg, hieß es zum Start im Verlag

In den Redaktionskonferenzen um 10 und 16 Uhr kam es am Montag nicht zur Sprache, aber bei den Kollegen war es Gesprächsthema Nummer eins: Wie werden die Leser auf die seit Montag geltende neue Regelung reagieren, dass sie für Online-Artikel der "New York Times" zahlen müssen?

Herausgeber Arthur Sulzberger hatte sich per "Brief an unsere Leser" gewandt und erklärt, dass die New York Times "einen großen Schritt vorwärts macht" mit der Einführung eines digitalen Abosystems: "Das ist ein Investment in unsere Zukunft. Das wird uns erlauben, neue Einkommensquellen zu entwickeln, um unsere journalistische Mission fortführen zu können."

Bis zu 20 Artikel pro Monat sind auf der Website frei zugänglich, Abonnenten haben jedoch weiter Zugang zu den Informationen auf den verschiedenen Plattformen (Web, Smartphones, Tablets). Die volle Online-Nutzungsgebühr beträgt 455 US-Dollar pro Jahr. Allerdings gibt es einige Ausnahmeregelungen, wie das Limit umgangen werden kann: Die Startseite zählt nicht oder Artikel, zu denen man via Suchmaschinen oder soziale Netzwerke wie Twitter gekommen ist.

Seit Mitte des Jahres 2009 wurde darüber diskutiert, Beratungsfirmen wurden engagiert, eine Umfrage unter 20.000 Nutzern wurde studiert. "Wir waren überrascht, wie viele Leser sagten, sie wären bereit zu zahlen. Die Zahl war so groß, dass ich sagte, wir müssen den Test wiederholen", sagt Paul F. Smurl, Vizepräsident für Bezahlprodukte bei nytimes. com. Die Zweifel waren auch deshalb so groß, weil die New York Times zwischen 2005 und 2007 für die Onlinenutzung von Kommentaren und dem Archiv bereits einmal Geld verlangt hatte. Sie hatte trotz 227.000 Abonnenten damit aufgehört, weil die Website-Nutzungszahlen litten.

Print leitet auch online

Für Sulzberger hat die Zeitung am Montag einen der größten strategischen Schritte in der 159-jährigen Geschichte unternommen. In der Zeitung selbst gibt es Befürworter und Gegner, vor allem unter jenen, die in den vergangenen Jahren nytimes.com zum am weltweit häufigsten besuchten Nachrichtenportal ausgebaut haben mit 30 Millionen Unique Clients pro Monat.

Noch nicht gelegt hat sich bei vielen Onlineredakteuren die Enttäuschung darüber, dass sie seit Jänner voll in die Printredaktion integriert sind. Das ist der letzte Schritt eines Prozesses, der vor fünf Jahren begonnen wurde. Die Ressortleiter der Printausgabe haben die Verantwortung für die Onlinekollegen und die -inhalte übernommen, der eigene Online-Newsroom wurde aufgelöst.

Die meisten Journalisten betonen, sie seien froh, dass das Online-Bezahlsystem als "Einladung an die Leser gerichtet ist und keine riesige Mauer aufgebaut wurde", wie Susan Edgerley, stellvertretende Chefin vom Dienst, das Modell beschreibt. Inner- und außerhalb wird der Weg der New York Times als spannendes Experiment im Journalismus betrachtet. Immerhin werden derzeit ein Viertel der Einnahmen durch Online-Inserate erzielt. Wie viele Online-Abonnenten erwartet werden, darüber wird offiziell keine Auskunft erteilt. Intern heißt es, die Latte liege bei 300.000 Abonnenten im ersten Jahr. (Alexandra Föderl-Schmid aus New York/DER STANDARD; Printausgabe, 30.3.2011)

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Neppomuk Novak
01

Überraschen viele Konsumenten sagen auch, dass sie Bio-Fleisch, Fair-Trade-Produkte und Ökostrom kaufen würden, auch wenn es ein bisschen teurer ist.

Überraschend viele Konsumenten überlegen sichs dann vor dem Supermarktregal oder bei eintrudeln der Stromrechnung doch anders.

"WILLKOMMEN" - im Sumpf der Verblödung!
 
01
31.3.2011, 19:56
hohe qualität ist:

-keine 1:1 apa-artikel

-kommentare die über ein immer wieder etwas seichtes niveau hinausgehen

-weitgehend werbefrei = auch ohne diverse versteckte produktwerbungen

-reportagen über die aktuellen kurzzeit-headlines hinaus

-...

dann kann man sehr gerne über ein bezahlservice diskutieren.

Neil McCauley
00
31.3.2011, 13:46
kommt auf den Inhalt an

Ich bin gerne bereit, für Qualitätsjournalismus zu zahlen.

Nehmen Sie den Standard: Teilweise ist die Zeitung (sowie andere auch) eine Ansammlung von Marketingtexten, PR-Sendungen etc. während "echter" Journalismus auf der Strecke bleibt.

In Zukunft kann daher vielleicht ein Teilzahlungssystem eine Option sein, dh ich zahle für mich interessierende Teile der Zeitung, für uninteressante Teile nicht. Aber eben nicht für die GESAMTE Zeitung. Ich lese auch keine Printzeitung von vorne bis hinten. Nur weil es nicht teilweise verkauft wird, kauft man alles. Beim Online-Betrieb kann man das locker umgehen, denke ich.

Franz Huber
00
30.3.2011, 23:12
Eine Frage an die werten Poster

Gibt es jemanden unter Ihnen, der in eine Trafik geht und dort mit dem Trafikanten über den Preis und die Qualität der Zeitung, die er kaufen will, diskutiert? Nein? Seltsam, dass es im Web so ist. Dann braucht sich irgendwann niemand wundern, wenn am Ende nur noch gesponserte "Medien" wie "Heute" und "Österreich" übrig bleiben.

Poldi Schrumpl
00
31.3.2011, 21:43

nein, mit dem trafikanten diskutiere ich nicht - wenn eine zeizung/magazin nicht gefällt wird es nicht gekauft. kostet ein onlinemedium geld und gefällt nicht, wird es nicht abonniert.

ps: ihre frage ist unlogisch.

Poldi Schrumpl
02
30.3.2011, 21:05
könnts ja beim standard probieren.

nur - ohne 180° kehrtwende zurück zum qualitätsjournalismus ohne apa-kopien und fehlerbehafteten artikeln wird das nix.

ansonsten - ja gerne - für qualität bin ich bereit zu zahlen.

word8
00
30.3.2011, 16:21
ich bezahle für mein ft-abo

auch etwas diesen preis (und habe den online-zugang oben drauf).

finde ich in ordnung den preis: dafür kriegt man top-journalismus.

Blick Winkel
00
30.3.2011, 14:29
Keine pauschale Lösung

Ein Bezahlsystem ist sicher keine pauschale Lösung für alle Onlinemedien, weil je nach "Eigentümer" der Sinn und Zweck einer Zeitung auch die Werbung in eigener Sache sein kann (Stichwort Gratiszeitungs Heute). Auf keinen Fall wird z.B.: die Krone so ein System einführen, weil man sonst nicht das Wunschpublikum erreicht.

Bei einem unabhängigen Medium ist das eine ganz andere Sache...

Generell sehe ich das als hochproblematische Gratwanderung, weil man an jeder Ecke im WWW "kostenneutrale" Informationen findet. Wobei "Gratis" nicht automatisch "Schlecht" bedeuten muss.

frank rosner
00
30.3.2011, 14:12
kenn keine web-zeitung

für die ich bezahlen möchte, ausser zu einem preis weit unter dem print-abo-preis

xxx...yyy...
00
30.3.2011, 16:18
warum ist ihnen web weniger wert als print?

eigentlich müsste es ja eher umgekehrt sein...

Poldi Schrumpl
00
30.3.2011, 21:06

weildie qualität von web-content (noch) teils gewaltigt abstinkt.

suboptimal
 
05
30.3.2011, 12:56

sagt: baba

CWK
01
30.3.2011, 12:53
warum soll es gratis sein?

Ich habe schon einige Magazine in elektronischer Form am iPad abnoniert. Die Preise finde ich sehr fair (z.Bsp.: statt 51€ für print, 10€ für die elektronische Ausgabe). Ich würde auch den Standard sofort zum entsprechenden Preis (ohne Printkosten) abonieren. Die elektronische Ausgabe mancher Magazine hat meistens auch noch Sonderfunktionen, wie mehr Bilder oder Videosequenzen. Abgesehen davon kann alles leicht archiviert werden.
Wer geht schon gerne gratis arbeiten !?

4simo
01
30.3.2011, 20:00
eine zeitung abonnieren

die zu 70% apa kopiert?
nicht wirklich!

el dus
 
00
30.3.2011, 12:32
Wenn die 450 Dollar verlangen wird das ein Flop

Das Wll Street Journal verlang. glaub ich, ein Viertel davon. Das ist ersträglich. 450 Dollar, das leistet sich doch keiner.

kandesbunzler
00
30.3.2011, 15:24
450

sind doch ein klax für einen Amerikaner.

Wowbagger
00
30.3.2011, 14:35

Ja, im Moment ist der Preis viel zu hoch:

"NYT paywall sub is $100 more expensive than WSJ, Economist and Daily combined"

http://www.boingboing.net/2011/03/2... -is-1.html

Bernat B
00
30.3.2011, 11:48
NYT: delete bookmark

Bezahlen für die web NYT?, no thanks Mr Sulzberger, f. SPON, FazNet, FTD -- no way, Standard.at: Nö.
Telepolis: evtl.; counterpunch.com: auf jeden Fall.

Aber für verwebberten Abklatsch einer Printausgabe mit schönen bunten Bildern od. Bildergalerie.. keinen Cent.
Es wird genügend Medien geben, die no-pay bleiben, bei guter Qualität wäre ich ab und zu bereit etwas zu spenden, aber keine Abo-gebühr zu bezahlen.

sauereiter
10
30.3.2011, 10:57
gerade

bei texten geht strg-c strg-v noch vieeeel einfacher als bei musik, film und co.

-> wird bei reinen artikeln wohl nicht funktionieren.

außer man setzt wieder auf irgendein proprietäres dateiformat statt auf htnil. und selbst dann sind die artikel wohl innerhalb von minuten auf irgendwelchen dubiosen websites zu lesen.

Attila der Hunnenkönig
 
00
30.3.2011, 10:54
War ein Leser

Ich ahbe auch die NYT gelesen und bin auch registriert. Jetzt vermeide ich die Seite und werde sicher nicht zahlen. Wieder ein Leser weniger!

Bürger Europas
00
30.3.2011, 10:52

Bin gern bereits, einen angemessenen Preis zu zahlen, wenn die Qualität stimmt.
Für Die Zeit zahle ich z.B. Dafür erwarte ich aber eigentlich auch, dass ich die Inhalte dann auch plattformunabhängig lesen kann. Das ist bislang leider nicht der Fall.

Ob der Standard die Qualität erreicht, dass es sich lohnt, dafür zu zahlen, wage ich aber zu bezweifeln. Irgendetwas muss die Bezahlinhalte ja nicht nur von den eigenen sondern auch von anderen kostenlosen Inhalten differenzieren.

a ad - das kann man auch anders sehen
00
30.3.2011, 11:41

Die Zeit gibts als epub und als PDF zum Download, das sollte doch eigentlich klappen?

Ich habe mein Abo übrigens wieder gekündigt. Sie stellen eh alle Artikel online und nur für ein besseres Layout und Papier ist mir das zu teuer...

Bürger Europas
00
30.3.2011, 12:35

Abgesehen davon, dass ich keinen iPad besitze, finde ich es unverständlich, warum man dafür extra bezahlen soll. Zumindest war das einmal so. Bin nicht auf dem neuesten Stand.

Am e-Abo der Zeit schätze ich vorallem die Audio-Artikel. Die höre ich immer beim Sport.
Aber Ihr Punkt ist valide. Ich verstehe auch nicht, warum die alles kostenlos veröffentlichen.

a ad - das kann man auch anders sehen
00
30.3.2011, 13:06

Hm, zumindest noch im Herbst hatte man als Papier-Abonnent ohne Aufpreis das elektornische Abo dazu - genau im gleichen Bereich, wo auch die Audios liegen. (Also auf der Website im Downloadbereich, nicht als Passwort-Podcast)

Ich sehe gerade, dass der E-Paper Preis mittlerweile auch relativ günstig ist, vielleicht überleg ichs mir nochmal...

Auf die SZ warte ich ja in Wirklichkeit. Wenn die zur Besinnung kommen (sie verrechnen E-Paper selbst Papier-Abonnenten extra), und das Wochenendabo elektronisch zu einem halbwegs vernünftigen Preis anbieten, bin ich sofort dabei. :-)

werauchimmer
00
30.3.2011, 10:12
Ich persönlich wäre bereit...

... für den Online-Standard zu zahlen. Allerdings würde ich dann mein Print-Abo abbestellen.

Vielleicht ein Weg: Wer ein Print-Abo hat, bekommt die Online-Version gratis dazu. Die anderen sollen dafür zahlen, oder erhalten nur eingeschränkten Zugang

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