Hofft auf Erleichterungen beim Servieren aufgrund der Behinderung - Unterstützung von VP-Behindertensprecher Huainigg
Wien - An einer Berufsbildenden Höheren Schule (BHS) in Wien
kämpft derzeit eine Schülerin mit einer leichten Körperbehinderung
darum, dort ihre Ausbildung für "Internationale Kommunikation in der
Wirtschaft" weiterführen zu können. Unterstützung bekam sie dabei am
Dienstag von VP-Behindertensprecher, Franz-Joseph Huainigg. Dieser
kritisierte in einer Aussendung, dass der Erstklässlerin von der
Direktion der Hertha Firnberg Schule für Wirtschaft und Tourismus in
Wien-Donaustadt ein Schulwechsel nahegelegt wurde, nur weil sie
"nicht vier Teller mit einer Hand servieren kann".
"Das ist grotesk - vor allem wenn man bedenkt, dass Servieren
nicht zu den unmittelbaren Lernzielen dieser Ausbildung gehört, die
auf die Arbeit im Managementbereich ausgerichtet ist", so Huainigg.
Das Mädchen sei gut integriert, beliebt und habe ausgezeichnete
Noten. "Es wäre schade und ungerechtfertigt, ihren Berufswunsch und
ihre Motivation zu zerstören." Sie sei schließlich durchaus in der
Lage, Teller einzeln oder mit einem Servierwagen zum Gast zu bringen.
6.000 Unterstützungsunterschriften
Auf der Homepage des Vereins "RollOn Austria - Wir sind
behindert", wo bereits fast 6.000 Unterstützungsunterschriften für
die Schülerin gesammelt wurden, äußern das Mädchen und Verbandsobfrau
Marianne Engl die Hoffnung, dass der Stadtschulrat "unter
Bedachtnahme auf die Behinderung Abweichungen vom Lehrplan" festlegen
könnte.
Abschluss gleichzeitig auch eine
Berufsberechtigung
Im Stadtschulrat zeigt man Verständnis für
den
Widerstand gegen den empfohlenen Schulwechsel. Derzeit liege der Ball
beim Unterrichtsministerium, das darüber entscheiden muss, ob jenes
Gesetz angewendet werden kann, das Erleichterungen aufgrund von
Behinderungen ermöglicht. Ein Problem könnte allerdings die Tatsache
darstellen, dass der Abschluss einer BHS gleichzeitig auch eine
Berufsberechtigung darstellt. Im Falle der Schülerin wäre das neben
dem Bereich Salesmanagement auch Catering.
Huainigg hält dem entgegen, dass im Rahmen der Integrativen
Berufsausbildung schon jetzt Teilqualifizierungen für Schüler von
Berufsschulen möglich sind. Bisher wurden rund 5.000 derartige
Lehrverträge abgeschlossen, die positiven Erfahrungen müsse man nun
auch an den BHS nutzen, forderte er in Richtung von
Unterrichtsministerin Claudia Schmied. (APA)