Mädchen mit Behinderung will an Tourismus-Schule bleiben

29. März 2011, 17:04

Hofft auf Erleichterungen beim Servieren aufgrund der Behinderung - Unterstützung von VP-Behindertensprecher Huainigg

Wien - An einer Berufsbildenden Höheren Schule (BHS) in Wien kämpft derzeit eine Schülerin mit einer leichten Körperbehinderung darum, dort ihre Ausbildung für "Internationale Kommunikation in der Wirtschaft" weiterführen zu können. Unterstützung bekam sie dabei am Dienstag von VP-Behindertensprecher, Franz-Joseph Huainigg. Dieser kritisierte in einer Aussendung, dass der Erstklässlerin von der Direktion der Hertha Firnberg Schule für Wirtschaft und Tourismus in Wien-Donaustadt ein Schulwechsel nahegelegt wurde, nur weil sie "nicht vier Teller mit einer Hand servieren kann".

"Das ist grotesk - vor allem wenn man bedenkt, dass Servieren nicht zu den unmittelbaren Lernzielen dieser Ausbildung gehört, die auf die Arbeit im Managementbereich ausgerichtet ist", so Huainigg. Das Mädchen sei gut integriert, beliebt und habe ausgezeichnete Noten. "Es wäre schade und ungerechtfertigt, ihren Berufswunsch und ihre Motivation zu zerstören." Sie sei schließlich durchaus in der Lage, Teller einzeln oder mit einem Servierwagen zum Gast zu bringen.

6.000 Unterstützungsunterschriften

Auf der Homepage des Vereins "RollOn Austria - Wir sind behindert", wo bereits fast 6.000 Unterstützungsunterschriften für die Schülerin gesammelt wurden, äußern das Mädchen und Verbandsobfrau Marianne Engl die Hoffnung, dass der Stadtschulrat "unter Bedachtnahme auf die Behinderung Abweichungen vom Lehrplan" festlegen könnte.

Abschluss gleichzeitig auch eine Berufsberechtigung

Im Stadtschulrat zeigt man Verständnis für den Widerstand gegen den empfohlenen Schulwechsel. Derzeit liege der Ball beim Unterrichtsministerium, das darüber entscheiden muss, ob jenes Gesetz angewendet werden kann, das Erleichterungen aufgrund von Behinderungen ermöglicht. Ein Problem könnte allerdings die Tatsache darstellen, dass der Abschluss einer BHS gleichzeitig auch eine Berufsberechtigung darstellt. Im Falle der Schülerin wäre das neben dem Bereich Salesmanagement auch Catering.

Huainigg hält dem entgegen, dass im Rahmen der Integrativen Berufsausbildung schon jetzt Teilqualifizierungen für Schüler von Berufsschulen möglich sind. Bisher wurden rund 5.000 derartige Lehrverträge abgeschlossen, die positiven Erfahrungen müsse man nun auch an den BHS nutzen, forderte er in Richtung von Unterrichtsministerin Claudia Schmied. (APA)

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12 Postings
SandyS
00

Als Absolventin der Schule möchte ich folgendes sagen:

das ist eine wirklich gut schule und von Diskriminierung keine Spur.
ok, es ist nicht immer leicht und es ist auch sehr streng
aber meine Lehrer und Lehrerinnen haben sich wirklich bemüht gut zu unterrichten! im Vergleich zu den Lehrern, die mein Bruder an der HAK hatte, bin ich froh, dass ich in der Wassermanngasse war (das war vor der Übersiedlung zum Firnbergplatz). Auch das Klima war viel besser, die Lehrer können sich durchsetzen und wirklich unterrichten!
Hat vielleicht irgendeiner von euch in der Schule nachgefragt, was wirklich dahintersteckt? Können ja wohl nicht 4 Teller sein ... @ Zoe: keep fighting!

Birgitt Wodon-Lauboeck
00
Wahnsinn

Diese Denkungsart ist Wahnsinn! Ich wünsche dem Mädchen, dass es an dieser Schule bleiben kann - auch wenn es die Schule nicht zu verdienen scheint! Sie wird sicher mit Erfolg abschließen und ihr Können im gehobenen Management unter Beweis stellen!
Auch als Kundin in 4-Stern Hotels und der gehobenen Gastronomie habe ich schon oft festgestellt, dass nur wenige - der offenbar an solchen Schulen ausgebildeten Servierkräfte wissen von welcher Seite aufgetragen wird, wann und wie eingeschenkt wird und zumeist tragen sie (vorsichtshalber? nur 3 Teller zugleich...
Aber als Gast aber ist es mir sowieso wichtiger, dass ich mit einem freundlichen Lächeln begrüsst werde und die Abläufe im Service kompetent organisiert sind, damit die Speisen warm auf d

Denker9
00
Lehrer machen Schulsystem!

Es wird immer über das Schulsystem diskutiert. Aber wer hält dieses System brav aufrecht? Doch jene, die darin arbeiten-Lehrer und Direktoren! In vielen Schulen werden Lehrpläne immer als Ausrede benutzt, um gegen die Interessen von Schülern handeln zu dürfen!
Kann es sein, dass viele Pädagogen gar nicht wissen, was in den Lehrplänen wirklich steht?

Guttenplag
03
31.3.2011, 19:34

Als ehemaliger Absolvent der Schule, kann ich

a.) Bestätigen, dass man weder für die positive Absolvierung der fachspezifischen Fächer (Servieren, Kochen), noch für die Modulprüfung 4(!) Teller auf einer Hand tragen muß. Bei der Fachprüfung sind 2 Teller, einer Links und einer Rechts - zusammen mit einem Commis - üblich.

b.) Bestätigen, dass die sozialdemokratischen Werte dieser Schule vor allem unter der derzeitigen Direktorin reine Makulatur sind. Da gilt das reine Ausschlußprinzip. Einem Kollegen von mir wollten sie die langen Haare verbieten, indem sie ihn trotz positiver Leistung mit dem Argument "ein Kellner hat keine langen Haare" negativ beurteilen wollten. Bis er der Direktorin unverblümt mit einer Klage gedroht hat. Das h

Bla_Bla_Bla
01

Wann hast du diese Schule absolviert?
1 Teller links, 1 rechts?! :O
Okay ja, wir müssen bei Hauptspeisen keine 4 Teller tragen, nur bei Desserts.
AAAAABER bei Hauptspeisen MÜSSEN wir 3 Teller tragen: 2 links, 1 rechts
UND wenn man nur 2 Teller trägt (weil nur 2 Leute essen,..) dann beide links
Der Fachvorstand würde uns durchfallen lassen wenn wir einen links einen rechts tragen würden.
Also keine ahnung wann du maturiert hast, aber zur heutigen zeit wärst du so SICHER NICHT durch gekommen!!!

Guttenplag
00
31.3.2011, 19:34

hat sich in seinem Reifeprüfungszeugnis natürlich ausgewirkt.

Faultierchen
00
30.3.2011, 22:45

und auch mit der berufsausbildung sehe ich kein problem. wenn die junge frau einmal tatsächlich als kellnerin arbeiten wollte, dann würde der arbeitgeber ja wohl überprüfen ob die genug teller für seinen betrieb tragen kann. es gibt sicher noch andere kellner, die nicht (mehr) soviel tragen können.

Peter Griffin13
00
30.3.2011, 21:08

Wenn die Schule sie nun loswerden will, warum ist sie überhaupt aufgenommen worden?

pitt stehler
00
30.3.2011, 06:57
arbeiten im management, am besten im controlling

ist angesagt. servieren ist eine niedrige tätigkeit, wie vieles andere, das richtig kontrolliert gehört.

conco
12
29.3.2011, 20:37

Diese Hertha Firnberg Schulen berufen sich immer wieder auf Chancengleichheit und "sozialdemokratischen Idealen" sind aber in Wirklichkeit eiskalt und diskriminierend!

metalwoman
00
29.3.2011, 17:50

VIER Teller auf einer Hand? Also ich habs mit 3 links und 1 rechts gelernt.
Wenn nicht mehr geht, muss man halt öfter hin und her laufen, wo liegt das Problem? Ich glaube nicht, dass Restaurantfachkräfte im Beruf wirklich immer mit 4 Tellern auf einmal gehen, denn das ist auf die Dauer ganz schön anstrengend. Und wenn viel auf einmal zu tun ist, nimmt man eh gleich den Servierwagen.

virginia plain
00
29.3.2011, 20:23

und in gehobeneren restaurants gilt es sogar als absolutes no-go, soviele teller auf einmal zu schleppen.
da kommen dann mehrere kellner mit jeweils 2 (sind allerdings meistens auch riesendinger mit unterteller, also bestimmt auch halbwegs schwer).

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